
Da, wo der SV Schalding-Heining steht, möchte der FC Pipinsried hin. Und damit meint Johannes Müller in erster Linie nicht einmal den Tabellenstand. "Brückl, Gallmaier, Schnabel - die Mannschaft ist gewachsen. Die wackeln deshalb nicht nach dem Abstieg", stellt der Sportliche Leiter der Oberbayern fest. So ist es insgesamt nur wenig verwunderlich, dass der SVS zurück in der Bayernliga gleich wieder - wie erwartet - vorne dabei ist. Und es überrascht nicht nur Johannes Müller nicht, dass die Niederbayern drei Punkte aus der FCP-Arena entführt haben.
"Schalding wird am Saisonende mit vorne dabei sein", ist sich Johannes Müller sicher. Es sind nicht die üblichen Floskeln, die in der Nachbetrachtung einer Partie fallen. Der 32-Jährige, einst langjähriger Regionalliga-Spieler und dabei mehrmals Gegner von Schalding, spricht diese Worte aus tiefster Überzeugung - und in Anbetracht der vergangenen 90 Minuten. "In der ersten Halbzeit waren wir gut, machen aber eine mehr als 100-Prozentige nicht - und Schalding praktisch im Gegenzug das Tor des Tages", blickt der Pipinsried-Funktionär zurück. "Vor der Pause war das Spiel noch ausgeglichen. Aufgrund der 2. Halbzeit hat sich Schalding den Sieg aber verdient."
Dem niederbayerischen Gast sei entgegen gekommen, dass er sich nach der Führung darauf hätte konzentrieren können, hinten kompakt zu stehen und über Umschaltmomente gefährlich zu werden. "Es war kein Spiel mit offenem Visier", antwortet Müller auf die Frage, ob die Begegnung Topspiel-Niveau hatte. Aber es sind eben die Siege, die man feiern muss, will man um den Aufstieg mitmischen. Schalding wird das tun, ist der 32-Jährige überzeugt. Bei Pipinsried ist das eher noch offen. "Uns fehlt im Vergleich noch die Konstanz."
Ingesamt eine Einschätzung, die man am Reuthinger Weg gerne hören wird. Und auch, wenn die Funktionäre - logisch! - auf die Euphoriebremse treten werden zu diesem frühen Zeitpunkt der Saison, ist man doch gewissermaßen stolz darauf, wie schnell Brückl, Schnabel & Co. den Abstieg aus den Kleidern geschüttelt haben. "Jeder ist einfach fokussiert. Themen, die angesprochen werden, werden 1:1 umgesetzt. Und alle hauen sich rein!", lobt Teammanger Jürgen Fuchs. Genau deshalb ist aus seiner Sicht der Sieg in Pipinsried "absolut verdient."
Ähnlich wie schon Johannes Müller analysiert hatte, sieht auch der SVS-Vertreter die Begegnung am Samstag des 5. Bayernliga-Spieltages: "Die 1. Halbzeit hat Pipinsried ganz gut gespielt. Nach der Pause waren wir klar besser." Und ja: Die Gastgeber hatten eben keinen Markus Gallmaier. Der 31-Jährige ist da, wenn er gebraucht wird. Wie eigentlich schon immer. Und genau deshalb wackelt der SV Schalding-Heining nicht...
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