
Union Schafhausen hat sich nach dem Abstieg in der Landesliga Staffel 2 behauptet. Trainer Jörg Halfenberg spricht über Stabilität, taktische Arbeit und realistische Ambitionen für die Rückrunde.
Union Schafhausen überwintert in der Landesliga Staffel 2 auf Rang acht. Mit 19 Punkten aus 14 Spielen hat der Absteiger eine Hinrunde gespielt, die vor allem eines bestätigt: Der Verein ist in der Liga angekommen. Fünf Siege, vier Unentschieden und fünf Niederlagen bei einem Torverhältnis von 20:18 stehen für eine Mannschaft, die selten deutlich unterlegen war, aber ebenso häufig um Nuancen Punkte liegen ließ. Trainer Jörg Halfenberg spricht von einer Stabilisierung – ein Begriff, der die bisherige Entwicklung treffend beschreibt.
Die Winterpause fiel bewusst kurz aus. Lediglich über die Weihnachtstage legte die Mannschaft eine Trainingspause ein, am 6. Januar nahm Schafhausen den Betrieb wieder auf. Der frühe Wiedereinstieg ist kein Zufall, sondern Teil eines klaren Plans. Da das erste Pflichtspiel bereits sechs Wochen nach der Pause ansteht und das konditionelle Fundament vorhanden ist, verzichtet das Trainerteam auf einen klassischen Aufbau. Stattdessen liegt der Fokus auf taktischen Feinheiten und Abläufen. Ein besonderes Element der Vorbereitung ist ein Trainingslagerwochenende in heimischer Umgebung, das dem Team zusätzliche Zeit für inhaltliche Arbeit geben soll.
Sportlich bewertet Halfenberg die Hinrunde differenziert. Die Mannschaft habe sich in der Landesliga stabilisiert, was nach dem Abstieg ein zentrales Ziel gewesen sei. Gleichzeitig bleibt das Gefühl, dass in einzelnen Spielen mehr möglich gewesen wäre. Die Tabelle unterstreicht diese Einschätzung: Der Abstand nach oben ist überschaubar, ebenso wie der Blick nach unten aktuell keine akute Sorge bereitet.
Ein wesentlicher Faktor für die stabile Entwicklung ist die schnelle Integration neuer und junger Spieler. Die Mannschaft wurde auf mehreren Positionen neu formatiert, fand jedoch rasch zusammen. Gerade für einen Absteiger ist dieser Prozess nicht selbstverständlich. Dass sich das Team früh gefunden hat, wirkte sich positiv auf Struktur und Spielweise aus.
Sportlich ragten in der Hinrunde zwei Spiele besonders heraus – aus unterschiedlichen Gründen. Das Spiel gegen den SC Fliesteden gilt intern als bestes und überzeugendstes Auftreten der Saison. Dort zeigte Schafhausen, welches Leistungsvermögen in der Mannschaft steckt. Auf der anderen Seite steht die Niederlage gegen den SV Helpenstein, die durch zwei umstrittene Elfmeter zustande kam und als besonders unglücklich empfunden wurde. Solche Partien erklären, warum trotz solider Leistungen nicht mehr Punkte auf dem Konto stehen.
Strukturell sieht Halfenberg vor allem auf den Außenbahnen Handlungsbedarf. Typische Schienenspieler fehlen im Kader, was die Möglichkeiten einschränkt. Dieses Defizit versucht das Trainerteam durch Systemumstellungen zu kompensieren – mit wechselndem Erfolg, aber bislang ausreichend, um konkurrenzfähig zu bleiben.
Für die Rückrunde formuliert Schafhausen ein bewusst zurückhaltendes Ziel. Der Blick richtet sich nach oben, ohne konkrete Platzierungen auszurufen. Ein paar Tabellenplätze gutzumachen, wäre ein logischer nächster Schritt, wenn es gelingt, Konstanz und Weiterentwicklung zu verbinden.
Personell gibt es nur drei Namen. Neu zum Team stößt Taavi Van Eijs aus den Niederlanden. Den Verein verlassen haben Florent und Betim Sylaj, die sich dem SC Rheinbach angeschlossen haben. Auch im Trainerstab kam es zu einer Veränderung: Seit dem 20. Oktober fungiert Niklas Braun als neuer Co-Trainer. Sein Vorgänger Alex Gieswein war bis Ende September im Amt.
Im Titelrennen rechnet Halfenberg mit einem Zweikampf. Der FC Hürth und der SV Breinig hätten sich bereits abgesetzt. Breinig sieht er spielerisch und kreativ stärker, während Hürth durch Routine und Abgezocktheit auffalle. Für den Abstiegskampf zeichnet sich ebenfalls ein erstes Bild ab. Aktuell erscheinen Uevekoven, Helpenstein, Glesch-Paffendorf und Arnoldsweiler etwas abgeschlagen. Dennoch warnt der Trainer vor voreiligen Schlüssen: Eine unerwartete Negativserie könne jede Mannschaft erfassen.
Union Schafhausen geht somit mit realistischem Optimismus in die Rückrunde. Die Basis ist gelegt, die Liga akzeptiert – nun geht es darum, aus Stabilität Fortschritt zu machen.