
Das müsste es eigentlich in der Bezirksliga, Gruppe 3, in Sachen Aufstieg gewesen sein. Der vor dem Gipfeltreffen bereits mit sechs Punkten führende OSV Meerbusch schlug am Wochenende Verfolger Spfr. Neuwerk vor über 400 Zuschauern mit 2:1 (1:0). Der gefeierte Held war dabei OSV-Keeper Theodor Domenico Pollino, der nicht nur mit einem weiten Abschlag die Führung einleitete, sondern in der dritten Minute der Nachspielzeit einen Elfmeter von Özgür Sezgin parierte. Kurz danach sah Neuwerks Lasse Buschmann noch Gelb-Rot. Pollino, 20 Jahre jung, war im vergangenen Sommer vom Lokalrivalen TSV Meerbusch III an den Krähenacker gekommen.
Wenn sich jetzt beim Team von Trainer Dominik Voigt nicht Bruder Leichtfuß breitmacht, dürfte bei der Offensivpower – es wurden bereits 87 Tore erzielt – das Meisterschaftsrennen schon gelaufen sein. Der OSV verlor in dieser Spielzeit erst zweimal. Die erste Partie in Tönisberg und das Hinspiel gegen Neuwerk. Durch die Niederlage der Neuwerker ist TuRa Brüggen, die sich bei Türkiyemspor Mönchengladbach aber sehr schwer taten (4:1), an diesen auf vier Zähler dran. Mit großer Wahrscheinlichkeit wird der Aufstiegsrelegationsplatz nur noch unter ihnen ausgemacht.
Im Kampf um die Vermeidung des Abstiegsrelegationsplatzes landeten die Reserve von Union Nettetal gegen den 1. FC Viersen und der SV Thomasstadt Kempen gegen den TSV Bockum wichtige Siege. Eric Scheuren erzielte nach Gaas-Vorarbeit für die Kempener das umjubelte einzige Tor, wodurch der Einstand von Karl-Heinz Himmelmann als Reucher-Nachfolger, auf den viele gespannt waren, in die Hose ging. Der SSV Grefrath landete gegen den 1. FC Mönchengladbach den erwarteten Befreiungsschlag, der CSV Marathon Krefeld schoss gegen die DJK Fortuna Dilkrath auch ohne den verletzten Goalgetter Dennis Lerche vier Treffer. Weil aber die Abwehr offen wie ein Scheunentor war, langte es nur zu einem 4:4.
Mächtig das Fell über die Ohren gezogen bekam der VfR Fischeln im Kreisderby gegen die Zweite des SC St. Tönis (3:8). Die untermauerte auch an der Kölner Straße, was sie von Tempo, Spielwitz und Taktik mittlerweile gelernt und drauf hat – und traf in bester Manier. Ein Tor war dabei schöner als das andere. Sie gehört neben dem mittlerweile souveränen Tabellenführer OSV Meerbusch und den Kempenern fraglos zu den Überraschungen dieser Spielzeit. Durch die Entwicklung in Sachen Abstiegsrelegationsplatz wird die Lage für den diesmal spielfreien VfL Tönisberg, der in 2026 einfach nicht in Tritt kommt und viel Verletzungspech hat, langsam bedrohlich. Deshalb kommt der Begegnung nächsten Sonntag gegen Nachbar Kempen besondere Bedeutung zu.