Der SC St. Tönis steht vor seinem ersten Oberligaspiel seit der Fusion.
Der SC St. Tönis steht vor seinem ersten Oberligaspiel seit der Fusion. – Foto: Ralph Görtz

SC St. Tönis: „Der Teamgedanke wird entscheidend sein“

Oberligist SC St. Tönis startet mit einem Heimspiel gegen den SV Sonsbeck in die Saison. Saisonziel ist der Klassenerhalt.

Es ist angerichtet. Nach vierwöchiger Vorbereitung fällt am Sonntag für den SC St. Tönis mit dem Heimspiel gegen Aufsteiger SV Sonsbeck der Startschuss in die Oberliga Niederrhein. Auf die Elf von Trainer Alexander Thamm und deren Konkurrenten kommt dabei ein Mammutprogramm zu.

SC St. Tönis
2:2
SV Sonsbeck
40 Meisterschaftsspiele haben die Oberligisten zu absolvieren, da in dieser Saison wieder im gewohnten Modus mit Hin- und Rückrunde gespielt wird. Einen Vorgeschmack auf die Belastung bekommen die Kicker gleich zu Saisonbeginn, die mit einer Englischen Woche startet. Und je nachdem wie weit sich der SC im Pokal nach vorarbeitet, dürften weitere Spiele unter der Woche hinzukommen. Natürlich liegt der Fokus auf der Meisterschaft, in der es diesmal keine Zitterpartie geben soll. Daher ist der Wunsch von Fußball-Abteilungsleiter Markus Hagedorn, was das Saisonziel angeht, nur allzu verständlich: „Wir wollen so schnell wie möglich nichts mit dem Abstieg zu tun haben“.

Ergebnisse nicht zu hoch hängen

Die Kunst wird es sein, aus dem runderneuerten Kader mit zahlreichen jungen Spielern so schnell wie möglich eine konkurrenzfähige und schlagkräftige Einheit zu formen. Die Resultate der Testspiele konnten sich schon mal sehen lassen. Dominik Dohmen, einer der erfahrenen Akteure und auf der „Sechs“ im Normalfall nahezu unverzichtbarer Motor warnt aber davor, die Ergebnisse zu hoch zu hängen und daraus ein mögliches Abschneiden abzuleiten: „Ja, die Testspiele waren ok. Aber diese Spiele kann man nicht mit dem Liga-Alltag vergleichen. In drei bis vier Wochen kann man sicher ersterahnen, wohin es gehen kann“. Wie der SC letztlich abschneide, hänge aber vor allem von einer Grundvoraussetzung ab: „Der Teamgedanke wird entscheidend sein. Der muss gut sein“. Die Basis scheint jedenfalls gelegt. Während es in der letzten Saison hier und da schon mal rumorte, nahm Dohmen aus den ersten Wochen mit der Mannschaft bisher einen positiven Eindruck mit: „Durch die Fusion herrscht eine gewisse Aufbruchstimmung. So etwas wie ein Neustart. Und ich glaube, dass die Zusammenstellung der Mannschaft diesmal eine andere ist. Da gab es viele große Namen. Dieses Jahr ist das anders. Wir haben Spieler aus der Landesliga bekommen und viele junge Leute, die sich beweisen wollen. Als Führungsspieler wird man jetzt auch öfters mal gefragt, was sie besser machen können. Irgendwie sind die jungen Spieler etwas demütiger im Vergleich zur letzten Saison“. Was die persönlichen Ziele angeht hat der 30-Jährige, der in der Saison 20/21 aus Nettetal kam, mit Blick auf eine zurückliegende Knieverletzung vor allem den Wunsch verletzungsfrei zu bleiben: „Ich möchte natürlich so viele Minuten wie möglich sammeln. An zweiter Stelle kommt direkt der Anspruch an mich selbst als Kapitän die Mannschaft zu führen“.

Dohmen hatte als erster Kontakt zum neuen Trainer. Sein Urteil: „Ein Kumpeltyp mit der erforderlichen Autorität“. Thamm gibt die Wertschätzung zurück, stellt aber ebenso wie Dohmen den Teamgedanken in den Vordergrund: „Dodo ist ein ganz wichtiger Bestandteil der Mannschaft. Dazu zählen aber auch Spieler wie Ioannis Alexiou, Konstantin Möllering und andere. Es kommt nicht nur auf einzelne an. Auf dem Platz geht es nur Hand in Hand“.

Fehlen werden am Sonntag Tobias Kokol (Urlaub) und Linus Krajac, der wegen seiner 5. Gelbe Karte aus der Vorsaison ein Spiel pausieren muss. Unter der Woche einigte sich der SC mit dem VfR Fischeln über die Freigabe von Simon Sell und Tim Luca Jerz, sodass beide für ihren neuen Verein spielberechtigt sind. Bei seinem Pflichtspiel-Debüt rechnet Thamm, der mit SV-Coach Heinrich Losing einen alten Bekannten trifft, mit einem Gegner, der nach dem Aufstieg von Euphorie getragen sein wird: „Das gilt aber auch für uns. Ich denke, das wird ein Spiel, in dem beide Manschetten voreinander haben“.

Aufrufe: 05.8.2022, 23:00 Uhr
RP / Uwe WorringerAutor