
Fast könnte man geneigt sein zu meinen, es geht aufwärts für den SC Schwarzach. Nach einem 2:4 auswärts exakt eine Woche nach einem 0:7 zuhause mag das vom Ergebnis her so wirken. Der neue Spielertrainer des Fußball-Bezirksligisten schlug jedoch Alarm. Christian Volkamer hatte allen Grund dazu.
Erstens: Weil es diesmal gegen einen Aufsteiger ging, der selbst zur Premiere mit 0:6 beim TSV Abtswind 2 unterging. Zudem fehlten Türkiyemspor Schweinfurt urlaubsbedingt zahlreiche Akteure, so dass deren Trainer Murat Akgün sogar mit 46 Jahren wieder in die Startelf zurück kehrte. Und dann war da ja noch der Spielverlauf am Hutrasen im Stadion des einstigen VfR 07 Schweinfurt, der - inzwischen längst aufgelöst - früher mal eine ganz große Nummer war im bayerischen Fußball.
Durch Alexander Knaub und Mike Adrow führte Schwarzach nach 22 Minuten schnell mit 2:0. "Die erste Halbzeit war gut", fand Volkamer, auch wenn Iliasu Salaudeen für die Hausherren noch den Anschlusstreffer schaffte. Der selbe Spieler gleich gleich nach dem Seitenwechsel aus.

Bis eine Viertelstunde vor dem Ende sah es so schlecht nicht aus für Scharzach, ehe der eingewechselte Emre Zeyrek zwei Mal vor Adrian Manger auftauchte und den SC-Schlussmann überwand. "Wir haben nichts mehr investiert. Die zweite Halbzeit war schlecht", weiß Volkamer. "Und eine gute Halbzeit ist für diese Spielklasse zu wenig!" Das 0:7 zuhause gegen Ettleben/ Werneck sei sogar "noch zwei Klassen schlechter" gewesen.
Für den 37-Jährigen ist der Fehlstart natürlich begründet. Einerseits mit gleich einem Dutzend an teils unerwarteten Abgängen, die mit inzwischen 14 Neuen zumindest in der Summe aufgefangen wurden. Andererseits deshalb, weil einige Akteure noch gar nicht beim Training waren. "Die Mannschaft hat noch nicht zusammen gefunden", sagt Volkamer.
Er ahnt: "Es geht diese Saison voll gegen den Abstieg, das weiß jeder. Nach dem zweiten Training hat man gemerkt, dass wir für die Klasse wohl zu schwach sind. Ich bin schon optimistisch, betrachte das aber ehrlich: Wenn wir nicht zusammen wachsen und der Zusammenhalt fehlt, dann wird es schwer!" Wohl auch kommenden Sonntag, wenn der 2010 noch in der A-Klasse Würzburg spielende SC den FC Gerolzhofen empfängt. Dessen Trainer Stefan Nöthling schaute am Hutrasen zu.
Christian Volkamer wollte an sich deshalb eine höherklassige Mannschaft übernehmen, um wieder mehr Qualität zu trainieren. Er selbst hatte gar nicht mehr vor aufzulaufen. Und auch die zuletzt vielen Vereinswechsel "sind an sich nicht mein Ding". Nach längeren Jahren bei der FG Marktbreit-Martinsheim und in Willanzheim ging es für den Hüttenheimer seit 2021 Schlag auf Schlag: Stadelschwarzach/ Prichsenstadt, Gelchsheim, Nordheim/ Sommerach, nochmals Marktbreit-Martinsheim, nun als Trainer erstmals Bezirksliga. Und auch als Spieler wieder. Mutmaßlich mit Abstiegskampf pur.
