2026-06-12T06:52:44.557Z

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SC Reusrath: Schon vor dem Spiel „waren die Köpfe unten“

Der SC Reusrath verpasst mit der zweiten klaren Niederlage in der Relegation den Aufstieg in die Landesliga. Dennoch kann er nach einer recht ungewöhnlichen Saison stolz auf seine Vizemeisterschaft sein. Für Trainer Marco Schobhofen endet das Kapitel Kindheitsklub.

von RP / Tobias Brücker · Heute, 18:30 Uhr · 0 Leser
Reusrath verliert deutlich
Reusrath verliert deutlich – Foto: Markus Becker

Vor der Landesliga-Relegation mit der möglichen Aufstiegschance als kleine Sensation vor Augen hatte beim SC Reusrath neben Realismus ob der Schwere der Aufgabe auch Euphorie ob der Gelegenheit geherrscht. Nach den zwei absolvierten Partien muss der Bezirksligist von Trainer Marco Schobhofen allerdings geschlagen die Segel streichen. Nachdem das erste der beiden Aufeinandertreffen im Heimspiel gegen Rot-Weiss Essen II mit 0:3 verloren gegangen war, stand auch beim Gastauftritt bei den Sportfreunden Broekhuysen eine klare Niederlage ohne eigenen Treffer. Das 0:5 (0:1) aus Reusrather Sicht geht dabei vollends in Ordnung. Doch wer will es der Auswahl verdenken, blickt sie doch trotz dieser Schönheitsfehler und dank viel Einsatzwille auf eine bemerkenswerte Saison samt Vizemeisterschaft zurück.

Dementsprechend war die Luft nach der Essen-Pleite raus und die Motivation in Broekhuysen nicht mehr auf dem Level, das die Germanen für ihren Spielstil benötigen. Etwas flapsig meinte Schobhofen nach dem Abpfiff in Broekhuysen, dass seine Elf sich die Reise an die niederländische Grenze ebenso hätte sparen können. Wenngleich er freilich Verständnis dafür aufbrachte, dass sich seine Schützlinge schwertaten, sich nochmals aufzuraffen, musste er auch feststellen: „Dass wir uns so aufgeben, hätte ich nicht erwartet. Der Glaube hat gefehlt, und die Köpfe waren unten.“ Bereits während des Aufwärmens bemerkte der Coach, dass die Energie nicht hoch sein würde. Dieses so notwendige Element fehlte dann auch gegen einen guten Gegner, zumal zu viele der SCR-Akteure nicht in Normalform agierten.

Einzig in den ersten zehn Minuten des ersten Spielabschnitts konnten sich die Reusrather gut präsentieren. „Danach sind wir eigentlich nur noch hinterhergelaufen“, bilanzierte der Coach. Echte Torchancen erspielten sich die Gäste daher nicht. In gewissem Maße sinnbildlich stand somit das 1:0 für die Hausherren durch Torschütze Leon Peun (35.). Pascal Hinrichs, als der für Reusrath wahrscheinlich wichtigste Mann, war angeschlagen, konnte sich kaum noch bewegen, stand aber aufgrund des noch ausstehenden Wechsels als Absicherung in der Verteidigung, die sich trotz dieses Handicaps nach einer eigenen Halbfeldflanke zu einfach auskontern ließ. Dass der SCR mit nur einem Treffer in Rückstand in die Kabinen gehen konnte, war zu diesem Zeitpunkt bereits schmeichelhaft.

Frühes 2:0 von Broekhuysen

Deutlicher wurde das Ergebnis 120 Sekunden nach dem Seitenwechsel. Am Ende eines Angriffs über die linke Offensivseite stand Nick Ernst am Ende einer flachen Hereingabe, die er gegen die Laufrichtung von SCR-Keeper Maurice Okicic im Tor unterbrachte (47.). „Danach war komplett der Stecker gezogen, und man konnte Böses erahnen“, beschrieb Schobhofen. Nach seinen Ausführungen brauchten die Sportfreunde keine gute Leistung, um weitere Tore zu erzielen. Geholfen habe ihnen gleichwohl sicherlich der Platzverweis für Nils Kaufmann, der nach wiederholtem Foulspiel zu Recht mit Doppelgelb unter die Dusche geschickt wurde (62.). Im Anschluss daran stellten Ernst (71./75.) und Nils Lachmann (77.) binnen sechs Minuten den Endstand her.

Damit endet die Reusrather Trainerlaufbahn für Schobhofen mit zwei hohen Niederlagen. Dennoch betonte er: „Natürlich ist die Enttäuschung da, aber trotzdem überwiegt der Stolz auf das, was wir erreicht haben.“ Die Vizemeisterschaft war nach einem schweren Vorjahr eigentlich undenkbar gewesen. „Die Relegation waren Bonusspiele für uns – auch wenn wir uns einen besseren Ausgang gewünscht hätten.“ Seine Zeit bei seinem Kindheitsklub verbindet der Übungsleiter mit Höhen und Tiefen. Er sagt dazu: „Es war nicht einfach, als wir angefangen haben. Wenn man jetzt die Entwicklung der Mannschaft sieht, dann kann man aber extrem froh sein.“