Auf dem Sprung in höhere Fußball-Sphären ist Marcel Sieghart (in Weiß). Im zweiten Anlauf soll es nun endlich klappen mit seinem Debüt in Thailands Nachwuchs-Nationalmannschaft.
Auf dem Sprung in höhere Fußball-Sphären ist Marcel Sieghart (in Weiß). Im zweiten Anlauf soll es nun endlich klappen mit seinem Debüt in Thailands Nachwuchs-Nationalmannschaft. – Foto: Peter Weber

SC Olching: Marcel Sieghart läuft zum ersten Mal für Thailand auf

Mit der U23-Nationalmannschaft zu den Asienspielen

Marcel Sieghart geht die nächsten Schritte auf der Karriereleiter. Nicht nur wechselt der 20-Jährige vom Landesligisten SC Olching zur Regionalliga-Auswahl des TSV Rain.

Olching – Der Mittelstürmer wurde jetzt auch noch für die thailändische U23-Nationalmannschaft nominiert. Damit setzt der 20-Jährige so etwas wie eine Familientradition fort. Sein Bruder Alexander kickt seit einigen Jahren als Profi in der Thai League, der höchsten thailändischen Fußball-Liga.

Mütterlicherseits haben beide Brüder neben der deutschen auch die thailändische Staatsangehörigkeit. So ist der thailändische Fußballverband auf Marcel Sieghart aufmerksam geworden, der in der Brucker Buchenau bei seinen Eltern wohnt.

Und eigentlich hätte der 20-Jährige schon viel früher im Thailand-Trikot auf dem Platz stehen sollen. 2020 war der damals noch in der U19 der SpVgg Unterhaching kickende Stürmer vom thailändischen Verband zu den U19-Asienmeisterschaften eingeladen worden. Doch wegen Corona wurden die Wettkämpfe abgeblasen. Die Premiere für Thailand fiel erst einmal ins Wasser.

Dass der thailändische Verband vermehrt im Ausland auf Talentsuche geht, ist eine relativ neue Entwicklung. „Der Verband streckt seine Fühler seit einiger Zeit nicht nur nach Voll-Thais aus“, sagt Marcel Sieghart. „Sondern auch nach Talenten mit thailändischen Wurzeln im Ausland.“ Die würden häufig eine bessere Ausbildung genießen.

Am 24. Mai geht’s los für den Brucker, dann bringt ihn Papa Stefan zum Flieger nach Erding. Am 2. Juni beginnen die Spiele, wobei der 20-Jährige in der Vorrunde mit der thailändischen Mannschaft auf Vietnam, Malaysia und Südkorea trifft. „Sollten wir die KO-Runde erreichen, endet das Turnier für mich erst am 20. Juni“, erklärt Sieghart.

Der Brucker, der nur wenige Worte in seiner „Muttersprache“ sprechen kann, verständigt sich hauptsächlich in Englisch, was für den ehemaligen Abiturienten des Viscardi-Gymnasiums kein Problem ist. Die Reise zum Kader der U23-Nationalmannschaft nach Thailand ist für den Brucker völliges Neuland. „Ich verspreche mir erst einmal gar nichts davon“, sagt Sieghart. „Ich möchte einfach nur die Erfahrungen mitnehmen. Natürlich wäre ich glücklich über ein gelungenes Debüt im U23-Kader.“ Papa Stefan ist optimistischer. Er meint, dass es in Thailand hauptsächlich an Vollblut-Stürmern mangelt. Vielleicht sei das eine Chance für Marcel.

Natürlich kann eine Berufung zu so einem Turnier zu einem Sprungbrett in der Karriere werden, doch Marcel Sieghart sieht das abgeklärt. „Das ist vorerst nicht mein Hauptfokus“, meint er. „Was kommt, das kommt. Das lasse ich alles auf mich zukommen.“ Im Vordergrund stehe jetzt erst einmal der erfolgreiche Abschluss der Berufsausbildung. Sieghart lernt bei BMW den Beruf des Fertigungsmechanikers. Wie es dann weitergeht, ist noch offen. Vielleicht folgt er irgendwann ja doch noch seinem Bruder in die thailändische Profi-Liga. (Dieter Metzler)

Aufrufe: 024.5.2022, 06:56 Uhr
Dieter MetzlerAutor