Sind abgestiegen und müssen jetzt noch weiter fahren: Die Kicker des SC Kirchdorf.
Sind abgestiegen und müssen jetzt noch weiter fahren: Die Kicker des SC Kirchdorf. – Foto: Erhard Zettl, Alfred Brumbauer

Kreisliga: Kirchdorfer Abstieg sorgt für weite Auswärtsfahrten

Spielleiter wehrt sich gegen Kritik

In der neuen Saison muss ein Pfaffenhofener Club wohl in die Erdinger und Freisinger Kreisliga. Derweil setzt sich der Kreisspielleiter gegen Kritik zur Wehr.

Landkreis – Die Zahl der Kreisliga-Teams aus dem Kreis Freising wird zur nächsten Saison weiter schwinden. Dafür wird in der kommenden Runde wohl ein Club aus dem Bereich Pfaffenhofen seine Auswärtsspiele in Kranzberg, Wartenberg oder Taufkirchen bestreiten müssen. Kreisspielleiter Ludwig Schmidt nennt bereits potenzielle Kandidaten – und wehrt sich gegen Kritik an der Zusatzrelegation.

Zuletzt verpasste der SC Kirchdorf gegen den SV Menning die Chance, über die Zusatzrelegation den Klassenerhalt zu sichern. Davor waren mit dem TSV Moosburg und dem TSV Au schon die beiden Direktabsteiger aus dem Landkreis gekommen. Der SVA Palzing schaffte noch den Erhalt der Bezirksliga und dem BC Attaching gelang der Aufstieg in diese, sodass von oben nur der TSV Eching absteigt. Heißt summa summarum: Mit dem TSV Allershausen, SV Kranzberg, Bezirksliga-Absteiger TSV Eching und Aufsteiger FCA Unterbruck kommen nur vier von 14 Vereinen der Kreisliga 2 aus dem Kreis Freising, neun weitere aus Erding.

Der noch fehlende Club sollte nach der Relegationsrunde in einer freiwilligen Zusatzrelegation ermittelt werden. Darin schaltete der SC Kirchdorf im Landkreisduell den TSV Nandlstadt endgültig aus. Beide Trainer hatten an der Terminhatz durch die Relegation deutliche Kritik an den BFV-Verantwortlichen geübt.

Kreisspielleiter Schmidt: „Das war allen klar.“

Das stößt bei Kreisspielleiter Schmidt auf wenig Verständnis: „Nach der ersten Relegationsrunde brauchten wir eigentlich nichts mehr zu machen. Aber wir vom Kreisspielausschuss hatten es den Vereinen freigestellt, über eine weitere Relegationsrunde doch noch die Chance auf den einen freien Platz in der Kreisliga zu haben. Unser Angebot beruhte auf der Freiwilligkeit von Vereinen, die eigentlich in der ersten Runde schon ausgeschieden waren – und das war allen klar.“ Die Kritik an der Zusatzbelastung sei deshalb nicht zu verstehen, die Clubs hätten diese ja freiwillig auf sich genommen.

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Natürlich sei es danach im Fall von Kirchdorf sehr unglücklich gelaufen, dass das Finale der Zusatzrelegation gegen Menning beim Stand von 2:0 wegen Dunkelheit abgebrochen worden war. Diese Entscheidung liege aber rein im Ermessen des Schiedsrichters vor Ort, darauf habe er keinen Einfluss, betont Schmidt.

Manching II, Baar-Ebenhausen oder Hohenwart?

Einen weiteren Kritikpunkt, nämlich das Fehlen einer Flutlichtanlage bei Abendspielen wie in Rohrbach, kann der Kreisspielleiter verstehen. Er habe händeringend Plätze und Ausrichter suchen müssen, um die Spiele überhaupt durchführen zu können. Wenn sich keine Vereine melden, die solche Voraussetzungen wie Flutlicht am Hauptplatz erfüllen, sei das unschön, aber nicht zu ändern. Vor allem weil noch weitere Kriterien, wie der Anreiseweg beider Vereine, eine wichtige Rolle spielten.

Durch die 0:1-Niederlage des SCK im Wiederholungskick gegen Menning ergibt sich nun ein Überhang der Vereine aus der Gegend Pfaffenhofen/Ingolstadt. Für einen der Kreisliga-Vereine, der bisher in der Gruppe 1 gespielt hat, bringt dies in der Spielzeit 2022/23 viele Kilometer bei Auswärtsspielen mit sich. Denn ein Club aus dem Landkreis Pfaffenhofen wird wohl mit den Erdinger und Freisinger Teams in einer Kreisliga-Gruppe spielen müssen. Laut Kreisspielleiter Ludwig Schmidt könnte dieses Szenario vor allem Mannschaften wie dem SV Manching II, dem TSV Baar-Ebenhausen oder dem TSV Hohenwart drohen.

Josef Fuchs

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Aufrufe: 08.6.2022, 18:00 Uhr
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