Feine Abschlüsse, tolle Tore: Wann sich solche Szenen – wie diese hier bei der A-Klassen-Partie im Oktober zwischen dem SC Oberhummel und der SpVgg Attenkirchen – wieder auf den Fußballplätzen des Landkreises abspielen, steht aktuell in den Sternen. Die Geduld der Amateurkicker wird vorerst weiter auf eine harte Probe gestellt. 
Feine Abschlüsse, tolle Tore: Wann sich solche Szenen – wie diese hier bei der A-Klassen-Partie im Oktober zwischen dem SC Oberhummel und der SpVgg Attenkirchen – wieder auf den Fußballplätzen des Landkreises abspielen, steht aktuell in den Sternen. Die Geduld der Amateurkicker wird vorerst weiter auf eine harte Probe gestellt.  – Foto: Lehmann

Freising: Die Hoffnung schwindet mit jedem Lockdown-Tag

A-Klassisten im Kreis Freising

Der Re-Start im Amateurbereich scheint immer weiter in die ferne zu rücken. Die Verantwortlichen der A-Klassisten im Kreis Freising äußern sich.

Landkreis – Wird das noch was mit der Restsaison 2019/21 der Fußballer? Die Chancen sind angesichts der dritten Coronawelle, der weiteren Verlängerung des Lockdowns und der Infektionszahlen im Landkreis wieder ein Stück weit gesunken. Aber ist ein frühzeitiger Abbruch der Runde der Weisheit letzter Schluss? Oder wäre es eine Option, die Saison über den 30. Juni hinaus zu verlängern? Da sind sich die Verantwortlichen der A-Klassen-Teams uneins.

Markus Zacherl, Spieler und Co-Trainer beim FCA Unterbruck:

„Den Ligapokal würde ich auf alle Fälle abbrechen, um Druck aus dem Spielplan zu nehmen. Es ist ja aktuell schon fraglich, ob wir die Liga überhaupt zu Ende spielen können. Realistisch finde ich es nicht mehr, dass wir bis 30. Juni die Liga fertig bekommen. Ich würde lieber das Datum nach hinten schieben und eine angemessene Zeit für die Vorbereitung einräumen. Lieber sollten Partien bis in den Juli hinein angesetzt werden, als unnötig Verletzungen zu provozieren. Bereits jetzt die Saison abzubrechen, fände ich aber noch ein wenig verfrüht. Solange die Spielgruppenleiter der Meinung sind, dass wir die Partien durchbringen können, würde ich die Entscheidung vertagen. Falls wir im Laufe des Aprils wieder trainieren dürfen, will vermutlich kein Fußballer mit dem Wettkampfbetrieb bis August warten.“

Dominik Grimm, Abteilungsleiter des SV Pulling:

„Da jetzt schon über lange Zeit versucht wurde, die Runde zu Ende zu bringen, und wir immer noch der Meinung sind, dass das die fairste Lösung für alle wäre, sollte der Ligapokal abgebrochen und bei einer Öffnung die Liga zu Ende gespielt werden. Alternativ könnte bei einer späteren Öffnung nach Sommer auch der Spielplan komprimiert werden, sodass man diese Saison fertigspielt und im Anschluss sofort die neue beginnt. Wir denken aktuell aber, dass es eher zu einem Abbruch kommen wird, da der Zeitplan bis zum 30. Juni immer enger wird und das Ganze damit wohl nicht mehr haltbar ist.“

Marcus Heiss, Trainer des TSV Eching II:

„Ob ein Abschluss der Saison bis Ende Juni realistisch ist, kann man erst dann beurteilen, wenn man genau weiß, ab wann man wieder trainieren darf. Aber die Zeit wird immer knapper. Ich denke also nicht, dass man bis zum 30. Juni fertig werden kann. Der Ligapokal hat meiner Meinung nach keine Priorität und sollte abgebrochen werden. Um die Saison fair abzuschließen, spricht meiner Meinung nichts gegen eine Verlängerung. Daran glaube ich aber nicht wirklich. Alles in allem werden es sehr schwere Entscheidungen für den Verband.“

Andreas Voggt, Trainer des SC Massenhausen:

„Wir finden, dass diese Saison fertiggespielt und gleich darauf ohne große Pause die neue Spielzeit gestartet werden sollte. Ich gehe davon aus, dass wir auch im kommenden Winter das Gleiche erleben werden wie jetzt mit den Lockdowns und Spielabsagen. Deshalb wollen wir keine Zeit verlieren und baldmöglichst wieder kicken. Es wird diesen Sommer sowieso keiner groß in den Urlaub fahren. Von daher bekommt schon jeder seine Spieler für die Partien zusammen. Generell wollen unsere Jungs raus und Fußball spielen – und wenn es nur intern mit der eigenen Mannschaft ist. Das wünschen wir uns primär. Ob die Saison abgebrochen oder weitergespielt wird, kann man dann immer noch entscheiden.“

Alexander Thalhammer, Sportlicher Leiter der SpVgg Attenkirchen:

„Ich glaube, dass der Verband momentan absolut in der Luft hängt, genau wie wir alle. Keiner weiß so wirklich, wie oder was jetzt das richtige Vorgehen ist. Freilich wäre es schön, wenn die Saison zu Ende gespielt werden würde. Ich glaube allerdings, dass die Hoffnung, dass das geschafft werden könnte, von Tag zu Tag schwindet.“

Patrick Schnatmann, Spielertrainer des FCA Unterbruck II:

„Da ja aktuell keine Besserung in Sicht ist und ich vermute, dass die Zahlen bis und nach Ostern noch weiter nach oben gehen werden, würde ich es begrüßen, endlich einen Schlussstrich unter diese Saison zu ziehen. Den Spielern jedes Mal wieder Hoffnungen zu machen, dass es bald weitergeht, sich Fitness-Challenges auszudenken und dann doch wieder alles auf unbestimmte Zeit zu verschieben, ist für die Psyche der Jungs auch nicht gerade gut. Sobald unser Gesundheitssystem wieder stabil ist, die Zahlen konstant unter einem fixierten Wert liegen und man annähernd ein normales Leben führen kann, sehe ich einen Neustart realistisch.“

Sebastian Schaller, Trainer des FC Moosburg II:

„Ich sehe das Ganze so: Jetzt haben wir eine Verlängerung des Lockdowns, und danach folgen eventuell wieder Lockerungen. Da sind wir als Kontaktsportart aber wohl wieder später dran – mindestens drei Wochen, denke ich, je nach Inzidenzwert. Dann ist es schon Mai, und wir haben immer noch keine Vorbereitung absolviert, die laut Verband mindestens drei Wochen gehen soll. Ich denke, dass das Ganze zeitlich nicht mehr zu regeln ist. Deshalb sollte der BFV die Punkterunde abbrechen. Wie soll man auch die Jungs über Monate bei Laune halten, wenn es keine Aussicht auf Fußball gibt? Auch bei einem Abbruch bleiben viele offene Fragen: Wie wird die Saison bewertet? Zieht die Quotientenregel? Gibt es nur Aufsteiger? Was passiert mit den Teams auf den Relegationsplätzen?“

Volker Lippcke, Spielertrainer des VfR Haag:

„Wäre ab dem 5. April ein Trainingsbetrieb möglich gewesen, hätte ich gesagt: Das hat alles einen Sinn, die Saison kann abgeschlossen werden. Mittlerweile langweilen mich das Thema und die vielen Verschiebungen nur noch. Der Verband sollte jetzt einen Schlussstrich ziehen, die Saison beenden – und dann geht es kommende Saison ganz normal weiter. Das Inzidenz-Zahlen-Gespiele mit unter oder über 100 ist für mich ein absolutes Kasperltheater. Meine Meinung dazu ist: Wir brauchen langsam eine endgültige Lösung. Die richtige ist für mich ein Abbruch.“

Dominik Heiß, Abteilungsleiter, SVA Palzing II:

„Wenn der Trainingsstart zum 18. April, dem jetzt geplanten Lockdown-Ende, nicht klappt, wird es meiner Meinung nach zeitlich zu eng. Ich schätze die Wahrscheinlichkeit, dass Mitte April die Vorbereitung starten kann, sehr gering ein. Vor allem wenn man die Freisinger Inzidenzwerte sieht, gibt es aktuell wenig Hoffnung auf eine baldige Rückkehr zum Trainings- und Spielbetrieb. Ein zeitnah verkündeter Saisonabbruch hätte außerdem den Vorteil, dass die Vereine endlich Gewissheit hätten und den Fokus auf die Planung für das kommende Fußballjahr legen könnten.“

Jan Ziob, Trainer des BC Attaching II:

„Wenn die Maßnahmen so voranschreiten wie bisher, denke ich nicht, dass wir in dieser Saison auch nur ein Spiel spielen werden. Eine Entscheidung über den Fortgang der Runde macht aus meiner Sicht nur Sinn, wenn die Politik den Breitensport in ihre Planungen als elementaren Bestandteil aufnimmt. Solange dies nicht der Fall ist, ist jedwede Entscheidung – egal in welche Richtung – obsolet, weil absolut nicht vorhersehbar ist, wie die Politik mit dem Breitensport umzugehen gedenkt. Ich persönlich würde die Saison auf jeden Fall weiterspielen – notfalls sogar über das ganze Jahr hinweg. Es ist nämlich nicht garantiert, dass die Pandemie im nächsten Jahr zu Ende ist: Wenn es dumm läuft, haben wir sogar, wie jetzt in anderen Bundesländern, zwei abgebrochene Saisons hintereinander. Alternativ kann für eine kommende Saison 2021/22 natürlich ein anderer Modus mit flexiblerem Spielplan eine Lösung sein.“

(Sebastian Dobler)

257 Aufrufe25.3.2021, 09:32 Uhr
Freisinger Tagblatt / Sebastian DoblerAutor

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