Dürfen auch die Fußball-Amateure bald wieder spielen? Professor Henning Wackerhage rät eine Masken-Lösung zu diskutieren.
Dürfen auch die Fußball-Amateure bald wieder spielen? Professor Henning Wackerhage rät eine Masken-Lösung zu diskutieren. – Foto: Dieter Metzler/privat

„Fußball relativ sicher“: Münchner Sportbiologe regt Restart-Lösung an

Corona-Pause für Amateure beenden?

Kann der Corona-Lockdown im Amateurfußball bald beendet werden? Prof. Dr. Wackerhage von der TU München legt den Sportlern eine Zwei-Stufen-Lösung nahe.
  • Wie und wann kann der Restart im Amateurfußball gelingen?
  • Prof. Dr. Wackerhage von der TU München sieht ein geringes Risiko beim Fußball.
  • Der Münchner Sportbiologe rät zu einer Zwischenlösung mit Maske.

München - Der Amateurfußball befindet sich im Ungewissen. Wann und wie kann der Corona-Lockdown ein Ende finden? Der Bayerische Fußballverband wagt selbst kaum einen Ausblick. Der Spielbetrieb bleibt „bis auf Weiteres“ ausgesetzt. Obwohl sich die Corona-Inzidenz auf die Schwelle von 50 Infizierten pro 100.000 Menschen pro Woche hinbewegt.

Der normale Rückrundenstart erscheint derzeit unwahrscheinlich. Doch Professor Henning Wackerhage, Sportbiologie an der TU München, zeigt sich vorsichtig optimistisch. Er hatte bereits mit einem interdisziplinären Team von Sportwissenschaftlern, Medizinern, Virologen und Juristen im April 2020 im Auftrag der DIFG ein Konzept für die sichere Wiederöffnung von Fitnessstudios erstellt, was sich bewährt hat.

Coronavirus: Sportbiologe zum Restart im Amateurbereich - „Fußball ist relativ sicher“

„Generell geschehen die meisten Infektionen in Innenräumen und daher ist Fußball relativ sicher, aber nicht risikofrei“, erläutert der Wissenschaftler auf Merkur-Nachfrage. Das zeigt zum Beispiel auch die Fußball-Bundesliga, für die Prof. Dr. Tim Meyer und Team ein Konzept entworfen haben, das gut funktioniert.

Hier hat auch der Gesundheitsexperte Prof. Dr. Karl Lauterbach, der 2020 noch vor einem Start der Bundesliga gewarnt hatte, seine Meinung geändert. „Das Bundesliga-COVID-19-Konzept hat so gut funktioniert, dass wir uns vor allem über Erling Haalands Tor zum 3:2 beim Spiel Dortmund gegen Paderborn unterhalten und nicht über Corona“, freut sich Wackerhage.

Zwei-Stufen-Lösung zum Fußball-Restart? Experte plädiert für Masken beim Sport

Trotzdem ist Fußball nicht ohne Infektionsrisiken, wie zum Beispiel bei Eckbällen oder wenn Spieler reden oder schreien, da dabei mehr Tröpfchen produziert werden. „Wieso nicht eine Zwei-Stufen-Lösung?“ schlägt der Sportbiologe vor.

„Statt zu warten, bis Amateurfußball wieder komplett sicher ist, könnte man vielleicht früher beginnen, aber eine Zeitlang mit Extra-Infektionsschutz, wie zum Beispiel einem Mund-Nasen-Schutz und man könnten die Umkleiden geschlossen halten“. Diese Maßnahmen sind zwar nicht angenehm, doch man könnte hiermit vielleicht einen früheren Wiederstart erreichen. „Zwischen Schwarz und Weiß gibt es auch Grau“, sagt der Sportbiologe und zwischen Spielen und Nicht-Spielen gebe es ein Spielen mit extra Infektionsschutz.

Kicken mit Maske: Mund-Nasen-Schutz beeinträchtigt Sportler nur wenig

Der Mund-Nasen-Schutz wird zwar kontrovers diskutiert, doch er fängt Tröpfchen effektiv ab, wird von den meisten, gesunden Menschen gut toleriert und mindert nur die maximale Leistungsfähigkeit ein wenig, was aber bei allen Spielerinnen und Spielern gleich wäre.

Wackerhage schlägt daher dem Fußball vor, die Zwei-Stufen-Lösung und Fußball mit Maske als eine Möglichkeit zum früheren Start des Amateurfußballs mit allen Beteiligten zu diskutieren. Wenn hier ein Konsens gefunden wird, dann würde man extra Spiele gewinnen. Wackerhage hat unter anderem selbst bei einer 30-Kilometer-Radtour einen Mund-Nasen-Schutz getragen, um ein Gefühl dafür zu bekommen, ob das Maskentragen beim Sport eine Option ist. Außerdem wird das Sportbiologie-Team der TUM demnächst eine Maske, die auf das Gesicht mit Tape aufgeklebt wird, bei Maximalbelastungen testen.

Corona-Zwischenlösung? Fußballer könnten Argumenten für Restart schaffen

Insgesamt sind Stufen-Lösungen für viele Sportarten und für Fitnessstudios eine Kompromisslösung, die diskutiert werden sollte, so Wackerhage. Anstelle von Sportstopp oder geschlossenen Fitnessstudios ist der Sport oder das Fitnesstraining mit erhöhtem Infektionsschutz eine Option für eine Übergangszeit, die aus Sicht des Experten mehr debattiert werden sollte.

2167 Aufrufe9.2.2021, 09:58 Uhr
Moritz Bletzinger / Fussball-VorortAutor

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