
Idar-Oberstein. Nach dem Verbandsliga-Aufstieg direkt die Liga gehalten – was für viele ein Achtungserfolg ist, sieht Tomasz Kakala, Trainer des SC Idar-Oberstein, ganz nüchtern: „Wir haben unser Ziel erreicht und als bester Aufsteiger eine ordentliche Saison gespielt, darauf wollen wir aufbauen.“
Mit Platz zwölf und drei Punkten Vorsprung auf die Abstiegszone blieb es am Ende zwar eng, aber die erste Oberliga-Saison seit dem Wiederaufstieg wurde erfolgreich abgeschlossen. Dennoch erwartet den SC in der neuen Spielzeit eine neue Herausforderung – mit verändertem Personal und klarem Kurs.
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Die Mission bleibt unverändert: Nicht absteigen – und dabei möglichst früh Klarheit schaffen. „Das Ziel ist wieder der Klassenerhalt“, sagt Kakala, der zugleich verrät: „Neben der defensiven Kompaktheit brauchen wir dafür noch mehr Tore."
Ein Blick in die Statistik zeigt: Der SC lebte in der Vorsaison offensiv fast ausschließlich von Florian Zimmer, der mit 23 Treffern die Konkurrenz beeindruckte. Doch dahinter kam lange nichts. „Wir müssen beim Toreschießen variabler werden“, fordert Kakala. „Unser zweitbester Torschütze hatte nur zwei Tore – das ist zu wenig.“
„Wir haben schon einen Kaderumbruch vollzogen", erklärt Kakala. Konkret bedeutet das acht Abgänge, bei elf Neuzugängen, die für mehr Tiefe und Torgefahr sorgen sollen.
Verlassen haben die Edelsteinstädter:
Marius Botiseriu (SG Niederhambach/Schwollen), Alexander Bambach (SG Bostalsee), Luca Baderschneider (VfR Wormatia Worms), Malik Yerima (VfR Wormatia Worms), Paulo Roberto Silva de Souza (Umzug nach Brasilien), Dennis Kaucher (FC Freisen), Tobias Edinger (VfR Wormatia Worms), Christoph Grimm (pausiert).
Auf der Gegenseite sind neu beim SC Idar:
Marvin Lind (VfR Baumholder), Jan-Uwe Audri (FSV Blau-Weiß Idar-Oberstein), Tyreece Herzhauser (SV Morlautern), Michel Schmitt (VfR Baumholder), Jeremias Hill (FC Meisenheim/JSG Nahe-Glan), Justus Klein (Bollenbacher SV), Jason Onyejekwe (VfR Wormatia Worms), Julien Luca Riedl (FC 08 Homburg II), Ruben Strack (Aus eigener Jugend), Ramzi Ferjani (FC 08 Homburg), Temiloluwa Elias Ajibola (VfB Germania Halberstadt).
Besonders im Fokus steht der namhafteste Zugang der Sommerpause, Ramzi Ferjani. Ein Innenverteidiger mit einer beeindruckenden Vita: Ferjani ist in der U17- und U19-Bundesliga bei Borussia Dortmund ausgebildet worden, spielte zu Regionalliga-Zeiten für den VfR Wormatia Worms und kam 2023/2024 auf einige Drittligaeinsätze für Erzgebirge Aue.
In der vergangenen Saison lief er für die Zweitvertretung des FC Homburg in der sechsthöchsten Spielklasse auf. „Er ist ein sehr interessanter Junge, braucht noch ein bisschen Spritzigkeit, aber man sieht seine Qualität in jedem Training. Wir sind sehr froh, ihn in unseren Reihen zu haben", sagt sein neuer Trainer über Ferjani.
Ein weiterer Baustein für den Klassenerhalt ist Ex-Profi Kevin Kraus, der sich im Winter der letzten Saison dem SC anschloss. „Er ist ein Riesen-Gewinn für unsere Mannschaft, gibt den Jungs viel mit und hat mit seiner Erfahrung auch maßgeblich zum Oberliga-Verbleib beigetragen", betont Kakala.
Vor mehr als zwei Jahrzehnten hat Kakala selbst Erfahrungen als Spieler in der 2. Liga gesammelt, mittlerweile ist er schon seit über zehn Jahren Trainer in Idar-Oberstein - die dritte Saison als Cheftrainer der ersten Mannschaft steht nun an.
„In der Sommerpause haben wir viel getestet und viele positive Erkenntnisse gesammelt, die Ergebnisse waren dabei absolut zweitrangig. Das Allerwichtigste ist, dass sich keiner schwerer verletzt hat", offenbart Kakala.
Zum Start in die neue Saison geht es gleich gegen ein Schwergewicht: FV Engers, seit Jahren fester Bestandteil der Liga. Trotzdem gibt Kakala selbstbewusst den Kurs vor: „Wir haben Respekt vor dem Gegner – das ist ein stabiles Team. Aber wir sind jetzt auch voll in der Oberliga angekommen und wollen gut starten."