Leere Sportplätze wird es nicht nur am Niederrhein wohl auch weiterhin geben.
Leere Sportplätze wird es nicht nur am Niederrhein wohl auch weiterhin geben. – Foto: Meiki Graff

Landessportbund fordert schnelle Nachbesserungen

Der Verband befürchtet, dass der Bewegungsmangel, der aus dem Sportverbot der Corona-Notbremse resultiert, dramatische Folgen haben könnte.

Der Landessportbund NRW hat die geplanten Regelungen für den Sport im neuen Infektionsschutzgesetz scharf kritisiert und die Politik zur schnellen Nachbesserung aufgefordert. Das neue Gesetz sieht vor, dass ab einer Inzidenz von 100 nur noch kontaktloser Individualsport allein, zu zweit oder mit Angehörigen des eigenen Hausstands erlaubt ist.

Entscheidung "völlig unverständlich"

„Wir verkennen nicht den Ernst der Lage. Aber es ist einfach völlig unverständlich, warum Kinder bis 14 Jahre einerseits von den allgemeinen Kontaktbeschränkungen ausgenommen werden und es ihnen gleichzeitig verboten wird, dass sie zusammen und unter Anleitung Sport treiben“, sagt LSB-Präsident Stefan Klett.

Dramatische Folgen des Bewegungsmangels

„Fast täglich berichten Wissenschaftler über die dramatischen Folgen des Bewegungsmangels in der Corona-Pandemie. Dieser Zustand würde sich durch die jetzigen Formulierungen im Infektionsschutzgesetz noch verschärfen“, so Klett weiter. Auch führende Aerosolforscher hatten zuletzt in einem offenen Brief verdeutlicht, dass Übertragungen im Freien äußerst selten seien und nie zu Clusterinfektionen führten, wie das in Innenräumen zu beobachten sei. Die LSB-Führung setzt sich deshalb erneut dafür ein, Sport im öffentlichen Raum und auf offenen Sportanlagen unverändert zu erlauben.

Aktuelle Regelung habe sich bewährt

Die NRW-Coronaschutzverordnung ermöglicht derzeit – bei einem regionalen Inzidenzwert bis 100 – den Sport für Kinder bis einschließlich 14 Jahre in 20er-Gruppen und bei einem Inzidenzwert von über 100 zumindest in 10er-Gruppen. „Diese Regelung hat sich bewährt“, sagt Klett. „Wir bekommen von unseren Vereinen verstärkt die Rückmeldung, dass sie sich um die körperliche, aber vor allem die seelische Gesundheit ihrer Mitglieder sorgen. Dies betrifft nicht nur Kinder und Jugendliche, sondern insbesondere auch Senioren. Solche potenziellen Langzeitschäden müssen bei der Neufassung des Infektionsschutzgesetzes einbezogen werden“, ergänzt LSB-Vorstandsvorsitzender Dr. Christoph Niessen.

768 Aufrufe16.4.2021, 06:30 Uhr
RP / Dirk SitterleAutor

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