
Steinhöring, Anzing-Parsdorf und der SCBV stehen vor entscheidenden Partien.
Gegensätzlicher als am vergangenen Wochenende hätte ein Spieltag kaum laufen können. Während der TSV Steinhöring in Waldtrudering mit 1:5 unterlag, siegte der TSV Ottobrunn mit 7:1 gegen Grasbrunn. Bei eben jenem formstarken TSV Ottobrunn gastiert die Mannschaft von Thomas Rotherbl am Samstag. „Uns ist bewusst, dass das eine richtig, richtig harte Nummer wird. Wenn man sich die Ergebnisse anschaut, sieht man, dass sie sehr gut drauf sind“, so Rotherbl. Ottobrunn ist nach dem Winter noch ungeschlagen und derzeit die Mannschaft der Stunde. „Es wird uns ein harter Kampf erwarten. Es wird auch Abschnitte geben, in denen wir leiden müssen, die wir aushalten müssen und den Ball wahrscheinlich nicht haben werden“, prognostiziert der Coach. Im Abstiegskampf würde eine Überraschung guttun, der Vorsprung auf den Relegationsplatz beträgt nur drei Punkte. „Wir haben auch gute Fußballer in unseren Reihen“, will Rotherbl seinen Spielern öffentlich Selbstvertrauen geben.
Der SC Baldham-Vaterstetten ist nach dem diskutablen Punktabzug für die SpVgg Haidhausen von 27 Zählern (wir berichteten) unverhofft ins Aufstiegsrennen gerutscht und kann mit einem Sieg in Daglfing Druck auf den Tabellenzweiten aufbauen. SCBV-Trainer Gediminas Sugzda blickt mit der ihm eigenen Ruhe auf die neue Situation: „Wir haben nie geplant, aufzusteigen. Wir wollen uns verbessern und so gut werden, dass wir tatsächlich eine Liga höher spielen können, falls wir aufsteigen sollten. Für uns ist die Situation daher unverändert. Wir spielen einfach. Die Jungs sind so eingestellt, dass wir gute Spiele machen und punkten wollen.“ Das mit dem Punkten könnte aus zweierlei Gründen gerade am Samstag schwierig werden. Zum einen fehlt dem SCBV nach der zweiwöchigen Spielpause der Rhythmus. Zum anderen geht es gegen „den Angstgegner“, wie Sugzda einräumt. „Helios hat einen kleinen Kunstrasenplatz, das wird schwierig. Da müssen wir uns etwas einfallen lassen. Wir haben dort nie gut ausgesehen.“ Immerhin ist der Kader im Vergleich zur Niederlage in Ottobrunn wieder breiter, wodurch der Coach deutlich mehr Optionen hat.
Die Steine, die dem FC Anzing-Parsdorf nach dem erlösenden 3:2-Sieg am vergangenen Wochenende gegen den damaligen Tabellenführer SpVgg Haidhausen von den Schultern gefallen sind, hatten die Größe von Findlingen. Nach Monaten ohne Sieg wurde endlich wieder gewonnen, weshalb wieder eine gewisse Leichtigkeit beim Fusionsverein einkehrte. Dieser Schwung soll in das wichtige Auswärtsspiel am Sonntag beim TSV Grasbrunn-Neukeferloh mitgenommen werden. „Ich blicke voller Zuversicht und Elan auf das Spiel“, berichtet Trainer Peter Beierkuhnlein. „Der Sieg hat viel Auftrieb gegeben. Wir haben gezeigt, dass mit der richtigen Einstellung und Leistung alles möglich ist, auch gegen den Ligaprimus.“ Grasbrunn ist eine Mannschaft aus dem Tabellenmittelfeld, gegen die Anzing-Parsdorf nun nachlegen sollte. Der Rückstand auf die Relegationsplätze und damit den FC Rot-Weiß Oberföhring beträgt bereits fünf Punkte.
Auch wenn die letzten zwei Partien verloren gingen und der Beginn einer weiteren Niederlagenserie droht, kann Pframmern relativ gelassen zum Kreisligaduell an der Bezirkssportanlage Bert-Brecht-Allee antreten. Elf Punkte Vorsprung auf den ersten Relegationsplatz sind ein solides Ruhekissen. Zumal es gegen das neue Schlusslicht geht. Doch für die Münchner Serben steht der Klassenerhalt auf dem Spiel. Bereits sechs Zähler trennen sie von Rang zwölf, gar elf sind es auf einen Nichtabstiegsplatz. Bei sechs ausstehenden Partien schwingt beim Duell mit Pframmern ein Hauch von Schicksalsspiel mit.
„Das wird ein heißer Tanz. Denen darfst du kein Futter geben, sonst werden sie unangenehm“, so die Einschätzung von Florian Lechner. Der verletzte Spielertrainer kommt mit einem Team „auf der letzten Rille daher. Nur gut, dass wir auf unsere alten Haudegen zurückgreifen können.“ Denn der Zweiten kann man keine Spieler entziehen, da die noch im Aufstiegskampf steckt. „Auf dem Kunstrasen bei Srbija müssen wir ganz sachlich, aber robust zur Sache gehen“, sieht zumindest Florian Lechner den Schlüssel zum Erfolg.