FC Bad Oeynhausen enteilt der Konkurrenz

Bezirksliga: Acht Punkte Vorsprung auf den Tabellenzweiten. TuRa Löhne und die Fehlerketten beim 3:5. Elf Meter sind zu weit für einen Treffer. Loher müssen sich auf den Abstiegskampf einrichten

Alle Achtung! Der Spitzenreiter FC Bad Oeynhausen baute am vergangenen Wochenende seine Führungsposition in der Bezirksliga auf acht Punkte aus und hatte beim 5:1 gegen den SC Enger keine Probleme. Achtung, erste Auswärtsniederlage: Die erlebte TuRa Löhne mit 3:5 beim Aufsteiger FC Herford. Ausgerechnet bei seinem Ex-Verein FCH musste Cetin Cakar das Gefühl einer Niederlage kosten, die Löhner rutschten auf Rang fünf. Achtung, Abstiegsrang in der Nähe: Der TuS Lohe hat nach der 0:4-Heimniederlage gegen den neuen Tabellenzweiten TuS Jöllenbeck nur noch zwei Punkte Vorsprung auf den ersten Abstiegsplatz. Dabei wollten sie in dieser Saison auf der Lohe nix mehr davon wissen, unten in der Tabelle herumzukrebsen.

TUS LOHE
„Gut verkauft“. Lohes Trainer Christian Möller schüttelte den Kopf, als er die 0:4-Heimniederlage gegen Jöllenbeck Revue passieren ließ und folgendes Lob aussprach. „Wir haben uns gut herausgespielte Torchancen erarbeitet, können mit Glück sogar noch auf Unentschieden spekulieren, aber dann müssen wir den Elfmeter beim Stand von 0:2 wegmachen und Chancen aus kurzer Distanz reinmachen“, sagte der Loher Trainer. Vieles sah nach der Pause gut aus, viel besser und zielgerichteter als beim schlappen 0:3 gegen den TuS Dielingen. Die Loher boten den Gästen mehr als gut Paroli. Aber unterm Strich stand die vierte Pleite daheim und die vierte Niederlage in Serie.

Wie schon vor drei Wochen in Vehlage (Squarra früh beim Stand von 0:0), so verschoss diesmal Mahdi Jasin Mitte der zweiten Halbzeit einen Elfmeter. Auch elf Meter sind derzeit für die Loher eine zu hohe Hürde für ein Tor. Dabei zeigten sie durchaus Biss und Zug zum Tor, aber der Killerinstinkt oder die letzte Abgezocktheit fehlten. Defensiv ließen sie sich von den gut eingespielten Gäste dann oft über die Außenpositionen überrumpeln und kassierten am Ende (da hatte Möller auf Dreierkette umgestellt) noch zwei späte Gegentore zum hohen 0:4. Kurzfristig müssen sie nun dringend punkten, am Sonntag geht es nach Kirchlengern. Dort gibt es unter dem neuen Trainer, Ex-Profi Daniel Halfar, mit zwei Siegen in Folge einen Aufschwung.

Zweikampf: Lohes Collin Tappe (l.) gegen Marcel Kutza. Foto: Harre

Mittelfristig muss der TuS Lohe schauen, dass Teams wie BW Vehlage (schon eine positive Spielbilanz),FC Herford und der TuS Dielingen (gegen die sie untergingen) ihnen nicht enteilen. Denn mit diesen Teams wähnten sie sich nach den Neuverpflichtungen zu Saisonbeginn auf Augenhöhe – mindestens. Nun geht der Blick nach unten.

TURA LÖHNE
„Diese Geschichten schreibt nur der Fußball“. Cetin Cakar konnte schon wieder ein wenig schmunzeln, als er die 3:5-Niederlage seiner TuRaner beim FC Herford Revue passieren ließ. Ausgerechnet Herford! Dort war er im Sommer als Aufstiegstrainer gefeiert worden, bevor er zu TuRa Löhne ging und die Mannschaft bis zur Partie beim FCH auf Platz drei führte. „Dort stürmen die Zuschauer bei einem Treffer auf den Platz, es herrscht eine unglaublich emotionale Atmosphäre“, sagt Cakar. Und dort brachten zwei Spielerwechsel der Herforder nach gut einer halben Stunde den Umschwung, wie Cakar sagte: „Sie reagierten auf unser Tor und die Überlegenheit prompt, brachten zwei neue Leute (E. und M. Celik), und mit ihnen sind wir nicht gleich klargekommen, laufen in einen Konter zum 1:2.“

Auch das Fehlen von TuRa-Top-Torjäger Marc Rinnelt konnte nicht Eins zu Eins kompensiert werden. Immerhin traf der gute Olcay Esen zweimal: zum 2:2 und 3:3. „Als alles auf ein Remis hinauslief, klärt unser Innenverteidiger einen langen Ball zurück in die Zentrale, macht den Ball so wieder heiß, wir liegen dann 3:4 zurück.“ Ausgerechnet der Ex-TuRaner Mo Khalaf schoss drei Tore für den FCH, der durch den vierten Saisonsieg an den Lohern vorbeizog.

FC BAD OEYNHAUSEN
Heimsiege am laufenden Band. Wie bei der einstigen Kult-Show im Fernsehen von Rudi Carrell arbeitet der FC Bad Oeynhausen die Gegner konzentriert und erfolgreich ab und feierte mit einem 5:1 gegen den SC Enger den siebten Heimsieg in Folge. 21 Punkte, 23:4 Tore. Super! Macht insgesamt 36 Punkte – acht Zähler vor dem TuS Jöllenbeck. Der TuS Bruchmühlen patzte erneut auswärts (in Vehlage), auch TuRa Löhne verlor erstmals in der Fremde. Sie spielen in der Liga weiterhin alle für den FCO.

Konstant gut blieben die Kurstädter auch im 14. Spiel ungeschlagen in der Spur. Torjäger und FCO-Waffe Sascha Manske schraubte sein Konto dank drei Treffern auf 16, in der internen Torjägerliste der Kurstädter folgen Serhat Atilgan und Hashem Celik mit jeweils fünf Toren. Die erst acht Gegentore nach 14 Spielen sind auch junger Vereinsrekord. So gut aufgestellt geht es am Sonntag zum Topspiel nach Bruchmühlen, die mit zehn Punkten Rückstand jetzt auf dem 3. Platz rangieren.

Aufrufe: 013.11.2018, 17:00 Uhr
Wolfgang DöbberAutor

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