2026-06-12T06:52:44.557Z

Pokal

Savina Festa und der Schuss ins große Glück

Frauen-Rheinlandpokal: TuS Issel dreht Spiel gegen Montabaur und holt den Cup.

von red · Heute, 19:29 Uhr · 0 Leser
Es war der perfekte Abschied für Dusko Radic (oben rechts): In seinem letzten Spiel als Trainer des TuS Issel holte er mit seiner Mannschaft den Rheinlandpokal.
Es war der perfekte Abschied für Dusko Radic (oben rechts): In seinem letzten Spiel als Trainer des TuS Issel holte er mit seiner Mannschaft den Rheinlandpokal. – Foto: René Weiss/FVR

Über einen perfekten Abschied freute sich Dusko Radic nach dem Endspiel um den Vereinsticket Rheinlandpokal der Frauen: Nach einem Jahr in Diensten des TuS Issel stand der Trainer des Regionalligisten strahlend bei der Siegerehrung und streckte stolz die Trophäe in die Höhe. „Mit ein paar Tränen in den Augen, weil diese Mannschaft einfach großartig ist“, wie der scheidende Übungsleiter verriet.

Auf dem Rasenplatz des Andernacher Stadions bezwang der TuS den Titelverteidiger 1. FFC Montabaur mit 2:1 (0:1). Der Vorjahressieger aus dem Westerwald hatte das Ligaspiel in der Rückrunde dominiert und mit 5:1 für sich entschieden, aber diesmal lagen beide Teams deutlich dichter zusammen. Auch, weil Issel mit vier personellen Veränderungen in der Anfangself deutlich routinierter und verstärkt ins Spiel ging. Dass der FFC in der ersten halben Stunde deutlich mehr Spielanteile besaß, nahm Radic nicht nur in Kauf, das gehörte sogar zum Plan des Teams aus dem Schweicher Stadtteil. „Wir haben unsere Kette bewusst vier, fünf Meter weiter zurückgeschoben, weil wir wussten, dass Montabaur viel mit langen Bällen agiert. Diese wollten wir verteidigen“, schilderte Radic, der am Ende zum Fazit kam, dass der eigene Matchplan perfekt aufging.

Montabaur geht in Führung und verpasst das 2:0

Aus der überlegen geführten ersten halben Stunde resultierten Montabaurs Führung durch Verena Weidung, die den zweiten Ball nach einem Einwurf mit einem Flachschuss exakt neben den Innenpfosten setzte (16.), und weitere Gelegenheiten, an denen stets Montabaurs Torjägerin Marie Fischer beteiligt war. In der 26. Minute scheiterte sie an TuS-Torhüterin Dana Gotthard, keine 60 Sekunden später flog ihr Abschluss über das Ziel, und beim nächsten FFC-Angriff packte Lea Scherer gerade noch rechtzeitig ein Tackling gegen Fischer aus.

Doch je länger das Spiel dauerte, desto mehr biss sich Radics Elf hinein. Kurz nach Wiederbeginn hatte sie zunächst aber noch einmal das Glück auf ihrer Seite: Marie Hofs Möglichkeit landete am Querbalken (51.). „Das war eine Schlüsselszene“, sagte Montabaurs Trainer Timo Kluger. „Wenn wir hier nachlegen, können wir uns stabiler stellen und Issel kommen lassen.“ Stattdessen kippte das Spiel. Das Team von der Mosel bekam sowohl spielerisch als auch kämpferisch immer mehr Oberwasser. „Wir haben den Faden verloren“, musste Kluger konstatieren.

Schultze kommt, sieht - und gleicht aus

Dusko Radic bewies an seinem letztem Issel-Arbeitstag ein glückliches Händchen beim Wechseln. Eine Minute stand Finja Schultze auf dem Platz, als sie in der 62. Minute ausglich. Antonia Dietsch hatte bei ihrem Vorstoß auf der rechten Seite viel Rasen vor sich, und nach ihrer Vorlage traf Schultze aus spitzem Winkel. Die Westerwälderinnen wirkten gezeichnet, Issel kam immer besser in Schwung und hatte noch ein absolutes Highlight in petto. Savina Festa fasste sich aus halblinker Position und rund 18 Metern Tordistanz ein Herz und jagte den Ball unhaltbar für Kim Fischer in den Winkel (75.). Es war das Tor zum Pokaltriumph, weil der Titelverteidiger keine Ideen mehr parat hatte. „Wir haben nur noch lange Bälle gespielt. Das war in der Endphase zu wenig“, sagte Timo Kluger – und gratulierte dem Gegner fair zum Sieg.