
Wiesbaden. Eine Trainer-Ära geht weiter, eine Co-Trainer-Ära endet - und zweimal trägt sie den Namen Saridogan. Savas, der gemeinsam mit seinem jüngeren Bruder im Herbst 2013 zu Biebrich kam, hört im Sommer beim FV Biebrich auf. Nazir Saridogan hängt nochmal eine Saison als Chefcoach beim Verbandsligisten dran. Und wird damit in der kommenden Runde bereits in seine 14. Saison als verantwortlicher Trainer bei Biebrich gehen.
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"Nazir ist nach wie vor Feuer und Flamme. Da wäre es komisch, wenn wir bei der aktuellen Entwicklung und Tabellensituation sagen, wir wollen etwas anderes machen", sagt Biebrichs sportlicher Leiter David Schug. In den vergangenen Spielzeiten ist den 02ern ein beeindruckender Turnaround gelungen. Seit der Saison 23/24, als Biebrich mit Aufstiegsambitionen und namhaften Spielern startete, doch letztlich nur knapp dem Abstieg entrann, hat eine Positiv-Entwicklung eingesetzt. Die im vergangenen Jahr mit der Vizemeisterschaft und beinahe dem Aufstieg in die Hessenliga belohnt worden wäre. Vor dem Derby-Kracher am Freitagabend beim Türkischen SV (19.30 Uhr, Livestream beim Wiesbadener Kurier und live im Ticker bei FuPa) rangiert Biebrich auf Platz fünf und hat wieder Chancen, es unter die Top-Zwei zu schaffen.
"Mir ist es leichter gefallen als die Jahre zuvor, hier zu verlängern. Ich habe hier Bedingungen, bei denen ich mich vor allem darauf konzentrieren kann, spielerisch und taktisch mit den Spielern zu arbeiten anstatt sie ständig nur motivieren zu müssen. Ich habe hier eine tolle Mannschaft, deren Entwicklung noch nicht zu Ende ist", sagt Saridogan, der auch die bessere Verzahnung mit U23 und A-Jugend als Grund für den Aufschwung der vergangenen Jahre anführt.
Aufstieg als formuliertes Ziel
Fluch der guten Tat ist jedoch bei den Biebrichern, dass die Top-Leistungen der ausgebildeten Talente Begehrlichkeiten bei anderen, höherklassigen Vereinen wecken. So verabschiedeten sich nach dem haarscharf verpassten Hessenliga-Aufstieg beispielsweise gleich drei Schlüsselspieler im Paket zum Oberligisten nach Gonsenheim. Lösung hierfür könnte das A-Wort sein, das man von wenigen Verantwortlichen des Ur-Verbandsligisten in dieser Deutlichkeit gehört hat: Aufstieg in die Hessenliga. "Der Verein hat das Potenzial dazu. Wir müssen jetzt den nächsten Schritt machen und das Wort Aufstieg irgendwann mal in den Mund nehmen. Wenn wir unseren Talenten bald diese Perspektive geben und nicht der abgebende Verein sein wollen, muss ich hier Vorreiter sein", gibt Saridogan die Richtung für die kommenden eineinhalb Jahre unter seiner Ägide vor.
Warum Savas Saridogan in Biebrich Schluss macht
Nicht mehr dabei sein wird dann Savas Saridogan. Seit dessen kleinerer Bruder Nazir das Zepter in Biebrich übernommen hat, ist er als Co-Trainer dabei. Nach 13 gemeinsamen Jahren geht die Zeit an der Seitenlinie im Sommerfür den B-Lizenz-Inhaber zu Ende. "Ich bin ihm extrem dankbar. Durch einige schwierige Phasen wäre ich ohne ihn nicht so durchgegangen", sagt Nazir.
Savas Saridogan begründet seinen Rückzug als Co-Trainer so: "Für mich war es besonders wichtig, so lange mit meinem Bruder als Trainer zusammenarbeiten zu können und dass wir das Team so entwickeln konnten, wie es jetzt ist. Wenn man so lange in einem Verein bleibt, denkt man immer, dass nochmal ein Jahr geht. Aber es ist schwieriger für mich geworden, regelmäßig bei drei Trainings und den Spielen da zu sein. Ich war vorher noch mit Nazir beim Türkischen SV und davor nochmal sieben, acht Jahre alleine Trainer. Das ist eine enorm lange Zeit ohne Unterbrechung gewesen", sagt Savas Saridogan.
Der sich nun mal "eine Pause gönnen" möchte und betont, dass seine Entscheidung weder berufliche noch familiäre Gründe habe. Dazu gebe ihm der momentan stabile Zustand der Mannschaft "ein gutes Gefühl, jetzt aufzuhören".