
Zusammenhalt, Geschlossenheit, Hilfsbereitschaft - diese Eigenschaften schätzt Sabrina Hüttmann unter den schwäbischen Fußballerinnen und Fußballern. Dass es daran nicht mangelt, hat die 41-Jährige oftmals selbst erlebt, seit sie 2022 überraschend Bezirksvorsitzende innerhalb des Bayerischen Fußball-Verbandes (BFV) wurde. Überraschend deshalb, weil beim damaligen Bezirkstag eigentlich Christoph Kern gewählt worden war, der kurze Zeit später zum Präsidenten aufstieg und den Platz an der schwäbischen Spitze räumen musste.
Knapp vier Jahre später wurde deutlich, dass sich die Weldenerin das Vertrauen der Mitarbeiter, aber auch der Vereine erarbeitet hat. Ohne Gegenstimme wurde sie beim Bezirkstag in Neusäß im Amt bestätigt. Das volle Vertrauen wurde auch Spielleiter Matthias Lingg (Durach), Jugendleiter Paul Reitzle (Augsburg), die neue U30-Vertreterin Noa Siegel (Lützelburg) sowie Tina Lechner (Mertingen) als Vorsitzende des Frauen- und Mädchenausschusses ausgesprochen. Schiedsrichter-Obmann Thomas Färber (Lamerdingen) sowie der Sportgerichtsvorsitzende Martin Meyer (Kleinaitingen) ergänzen das Führungsteam.
Noch unbesetzt ist nach dem Ausscheiden von Günther Brenner (Jettingen) die Position des Ehrenamtsreferenten. Dabei ist eines der großen Verbandsziele für die kommenden vier Jahre die Gewinnung und möglichst langfristige Einbindung von Ehrenamtlichen in den Vereinen und im Verband. Das betonten sowohl Hüttmann als auch Präsident Kern. Dass insbesondere längerfristiges Engagement nicht alltäglich ist, machte Hüttmann deutlich. Im Bezirk Schwaben habe sie es mit 116 Ehrenamtlichen zu tun, davon mussten in den vergangenen Jahren aus verschiedensten Gründen 23 Prozent der Stellen umbesetzt werden. Selbst der Bezirksvorsitz.
Trotzdem sei der BFV ein starker Verband. Auch dank starker Vereine, wie Präsident Kern betonte und eine interessante Zahlenspielerei präsentierte. 1,7 Millionen Mitglieder haben die 4500 bayerischen Klubs derzeit, das sind mehr als alle italienischen (1,5 Millionen) und englischen (1,4 Millionen) Vereine. „Das zeigt, welche Bedeutung wir haben. Wir brauchen uns vor niemand klein machen“, betont der Thierhauptener. Wichtig waren Kern und Hüttmann zudem die Botschaft, dass gegen Hass, Hetze und Gewalt auf und abseits des Platzes rigoros vorgegangen wird. „Wir schauen nicht weg“, so Kern.
Nicht bindend, aber im Ergebnis doch etwas überraschend war das eingeholte Meinungsbild unter den 168 Stimmberechtigten. Knapp 60 Prozent stimmten dafür, dass es von der Bezirksliga aufwärts künftig automatische Sperren nach Gelb-Rot oder der fünften Gelben Karte geben soll. Bislang sind diese Karten unterhalb der Regionalliga Bayern folgenlos.