2026-04-29T13:32:52.058Z

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Rückzug am Saisonende: Ümit Karaca beendet Ära bei Viktoria Backnang

Nach Meisterschaft und Abstiegskampf: Der Trainer des A-Ligisten zieht sich aus dem Fußballgeschäft zurück.

von red · Gestern, 22:55 Uhr · 0 Leser
– Foto: Tobias Sellmaier

Nach zwei Jahren intensiver Aufbauarbeit beim FC Viktoria Backnang hat Ümit Karaca seinen Rücktritt zum Ende der laufenden Spielzeit gegenüber FuPa angekündigt. Der Coach, der den Verein in einer existenziellen Krise übernahm und zum sportlichen Erfolg führte, zieht damit die Konsequenzen aus einer enormen persönlichen Belastung. Karaca wird dem Fußball vorerst komplett den Rücken kehren, um sich seinem Privatleben und seinem Beruf zu widmen.

Ein endgültiger Abschied vom Traineramt

Die Nachricht markiert das Ende einer prägenden Phase für den Verein. „Ich höre zum Saisonende beim FC Viktoria Backnang auf“, erklärte der Trainer gegenüber FuPa. Dabei handelt es sich nicht nur um einen Abschied von seinem aktuellen Club, sondern um einen generellen Rückzug vom Spielfeldrand. „Ich höre als Trainer ganz auf“, stellt Karaca unmissverständlich klar.

Vom Beinahe-Aus zum Meistertitel

Der Rückblick auf die vergangenen zwei Jahre zeigt eine Zeit extremer Kontraste und harter Arbeit. Karaca übernahm die Mannschaft in einer Phase, in der das Fortbestehen des Spielbetriebs ungewiss war. „Ich habe ein Mannschaft vor letzte Saison übernommen, die kurz vor dem Zumachen war“, erinnert er sich. Mit großem Engagement baute er den Kader neu auf: „Ich habe 30 Spieler geholt und wir sind Meister geworden.“ Sein Einsatz beschränkte sich dabei nicht nur auf die taktische Ausrichtung. „Ich habe in 2 Jahren nach neuen Trikots geschaut und eine neue Ausrüstung für Mannschaft organisiert. Nach Sponsoren geschaut. Nach neuen Spielenr geschaut. Ich habe alles gemacht, dass es im Verein wieder aufwärts geht“, beschreibt er sein umfangreiches Aufgabenfeld.

Verletzungssorgen und der Kampf um den Klassenerhalt

In der aktuellen Saison 2025/2026 der Kreisliga A2 Rems/Murr/Hall konnte das Team jedoch nicht an die vorherigen Erfolge anknüpfen. Der FC Viktoria Backnang belegt derzeit mit 19 Punkten den 14. Tabellenplatz. „Diese Saison haben wir auch viel vor gehabt, aber leider durch so viele verletzte Spieler gleich zum Anfang der Saison ist alles nicht so gelaufen, wie ich wollte“, bilanziert Karaca die schwierige Lage. Zwar habe er erneut „15 Spieler gebracht“, doch die personellen Ausfälle wogen zu schwer. „Jetzt spielen wir zurzeit um den Nichtabstieg“, so die Bestandsaufnahme des Trainers.

Die persönliche Belastungsgrenze ist erreicht

Hinter dem sportlichen Engagement steht eine enorme physische und zeitliche Beanspruchung, die Karaca nun zu diesem Schritt bewegt. „2 Jahre waren für mich sehr harte Arbeit“, gesteht er. Sein Alltag ließ keinen Raum für Erholung: „6 Tage arbeiten als Busfahrer, Mittwoch und Freitag Training Sonntag ein Spiel - ich habe keinen freien Tag gehabt.“ Diese Doppelbelastung über einen so langen Zeitraum blieb nicht ohne Folgen. „Aber leider bin jetzt müde geworden“, fasst Karaca seinen Zustand zusammen.

Ein versöhnlicher Abgang mit Blick in die Zukunft

Trotz der sportlich prekären Lage und der persönlichen Erschöpfung blickt Karaca ohne Groll auf seine Zeit in Backnang zurück. „Ich bin auf niemanden sauer oder böse, weil wir hatten schöne Seiten zusammen“, betont er. Für die Zeit nach seinem Engagement möchte er neue Prioritäten setzen: „Jetzt will ich mich auf meine Arbeit und auf mein Privatleben konzentrieren.“ Seinem Verein wünscht er für die kommende Spielzeit nur das Beste – unabhängig von der Ligazugehörigkeit: „Ich wünsche dem FC Viktoria Backnang in der neuen Saison - ob in Kreisliga A oder B - viel Erfolg.“