
Die Amtszeit von Stefan Kuntz als Sportvorstand des Hamburger SV ist mit sofortiger Wirkung beendet. Der 63-Jährige und der Klub einigten sich nach den Weihnachtsfeiertagen auf eine vorzeitige Vertragsauflösung, nachdem Kuntz den Aufsichtsrat aus persönlichen familiären Gründen um eine sofortige Beendigung seiner Tätigkeit gebeten hatte. Das Kontrollgremium des HSV stimmte diesem Wunsch zu.
Kuntz, gebürtig aus Neunkirchen im Saarland, hatte sein Amt im Mai 2024 angetreten. In seiner Zeit beim HSV gelang dem Verein in der Saison 2024/2025 nach jahrelanger Zweitklassigkeit die Rückkehr in die Bundesliga. Trotz dieses sportlichen Erfolgs zog der frühere DFB-Nationalspieler nun einen klaren Schlussstrich. Zu seinen Beweggründen erklärte Kuntz: „Manchmal gibt es wichtigere Dinge als Fußball. Das ist nun bei mir der Fall. Mehr möchte ich dazu nicht sagen und bitte darum, dies zu respektieren. Dem HSV danke ich für tolle anderthalb Jahre. Ich wünsche den Teams und der gesamten Geschäftsstelle weiterhin das Beste.“
Der Aufsichtsratsvorsitzende Michael Papenfuß dankte Kuntz im Namen des Kontrollgremiums für dessen Arbeit und betonte die Verdienste des scheidenden Sportvorstands: „Stefan hat mit seinem Team vieles bewegt. Für seine persönliche Zukunft wünschen wir ihm alles Gute.“
Gleichzeitig machte Papenfuß deutlich, dass der Verein auch nach dem überraschenden Abschied handlungsfähig bleibt. „Wir haben in den vergangenen Tagen viele Gespräche geführt und sind mit Vorstand Eric Huwer und einer starken zweiten Führungsebene gut aufgestellt für die kommenden Aufgaben“, so Papenfuß.
In einem vereinseigenen Interview beschrieb der Aufsichtsratschef die Tage rund um den Abschied als intensiv und ungewöhnlich: „Die Zeit zwischen den Jahren war sehr intensiv und kein sanfter Ausklang des Jahres 2025.“ Zu den Hintergründen äußerte er sich bewusst zurückhaltend und unterstrich: „Was die Gründe dafür betrifft, so respektieren wir Stefans Wunsch nach Privatsphäre vollumfänglich.“
Einen Rückschlag für den HSV sieht Papenfuß durch den Abgang nicht. „Nein, das sehe ich nicht so. Es ist eine Herausforderung, eine neue Situation, für die wir aber gewappnet sind“, erklärte er. Der Klub verfüge über eine stabile Struktur und genieße Kontinuität in der Führung. Auch mit Blick auf die nun offene Vorstandsposition wolle man besonnen vorgehen: „Ohne Hektik und mit Verstand. Wir haben keinen Zeitdruck, sind wettbewerbs- und handlungsfähig.“
Der sportliche Betrieb beim HSV läuft derweil planmäßig weiter. Am 2. Januar absolvierte die Mannschaft ihr Auftakttraining für das Jahr 2026. Der Rückrundenstart in der Bundesliga erfolgt am 10. Januar auswärts in Freiburg, ehe zwei Heimspiele gegen Bayer Leverkusen und Borussia Mönchengladbach im Volksparkstadion folgen.