2026-10-05T13:53:51.974Z

Allgemeines

Robin Ahns und Vichttal, das passt. „Gegen Merten wird es intensiv.“

Mittelrheinliga: Robin Ahns will beim VfL Vichttal mehr Verantwortung übernehmen. Gegen den ambitionierten SSV Merten erwartet der Abwehrspieler eine umkämpfte Partie.

von Elmar Brandt · 12.09.2026, 10:05 Uhr · 0 Leser
Ganz nah am Gegenspieler: Robin Ahns (weiß-blaues Trikot, Archivbild) spielte bei Vichttal bisher sehr häufig von Anfang an und bis auf eine Ausnahme immer durch.
Ganz nah am Gegenspieler: Robin Ahns (weiß-blaues Trikot, Archivbild) spielte bei Vichttal bisher sehr häufig von Anfang an und bis auf eine Ausnahme immer durch. – Foto: Dagmar Meyer-Roeger

Robin Ahns und der VfL Vichttal, das ist, wie man in der Fußballwelt sagt, ein „Perfect Match“. Der 26-Jährige kam im Sommer 2025 von Teutonia Weiden auf den Dörenberg, spielte in der vergangenen Saison in 26 von 30 Mittelrheinligaspielen 90 Minuten durch und wurde einmal nach 69 Minuten ausgewechselt: beim 6:0-Sieg in Weiden.

In dieser Saison gab es bisher zwei Ligaspiele – und auf dem Einsatzkonto von Ahns stehen aktuell 180 Minuten. Der 1,93 Meter große Abwehrspieler genießt das Vertrauen seines Trainers Andi Avramovic, aber er weiß auch, dass er sich das immer wieder verdienen muss. Zumal der Konkurrenzkampf um die Posten der Innenverteidiger sich verschärft hat.

Schon einige Stationen

Beim 6:2-Auftaktsieg gegen den 1. FC Düren erzielte Ahns einen Treffer, in diesem und im Spiel am vergangenen Wochenende in Porz gab es für seine Mannschaft aber auch zwei Gegentore. In Porz sorgte zunächst ein individueller Fehler und danach ein Sonntagsschuss dafür, dass Vichttal nach der Führung 1:2 in Rückstand geriet. „Es ist einer der größten Schritte, die wir in den nächsten Wochen machen müssen, dass wir abgezockter und abgebrühter werden. Und dass wir uns von einem Rückschlag nicht groß berühren lassen“, sagt Ahns, der mit Vichttal, Weiden, Frechen, Bergisch Gladbach, AS Eupen, Alemannia Aachen, dem FC Düren-Niederau und Germania Birgel schon viele Stationen durchlaufen hat.

Vichttals Kader hat sich laut Ahns sowohl in der Breite, als auch in der Qualität verbessert. „Das merkt man auch im Training, dass da wirklich jeder weiß: ‚Oh, dieses Jahr könnte es mich auch ab und zu mal erwischen‘“, sagt der Defensivspieler. „Wir sind auf jeder Position doppelt gut besetzt.“

Am Sonntag kommt mit dem SSV Merten laut Ahns einer der unangenehmsten Gegner der Liga nach Vichttal. „Sie spielen einen sehr, sehr intensiven Fußball, sind teilweise unberechenbar“, sagt Ahns. Das liege auch an ihrem Trainer Bünyamin Kilic, der immer für eine spezielle Idee gut sei. „Vor fünf Jahren habe ich mal gegen ihn als Trainer von Siegburg gespielt. Da hat er bei einem Eckball gegen seine Mannschaft fünf Leute nach vorne an die Mittellinie geschickt, um zu schauen, was der Gegner damit macht. Der Sechzehner war dann recht leer.“

Merten habe sich sehr gut verstärkt, findet Ahns, der am Sonntag ein intensives Spiel erwartet, „in dem wahrscheinlich die Effizienz entscheidet. Beide Mannschaften werden Chancen bekommen“, sagt er.

Auf das Spiel bereitet er sich vor wie immer. Aber er sagt auch, dass Merten mit dem am letzten Tag des Transferfensters von Hohkeppel geholten Clinton Williams Emmanuel und Alexander-Tackie Sai über zwei herausragende Angreifer verfügt, gegen die die Vichttaler Defensive standhalten muss. „Emmanuel ist physisch eine Wucht. Ein sehr großer, körperlich starker Stürmer, zudem noch beidfüßig“, sagt Ahns. In der vergangenen Saison habe er für Hohkeppel gegen Vichttal mit beiden Füßen einen Treffer erzielt.

Da der Einsatz von Kapitän Jan-Henrik Rother gegen Merten fraglich ist, wird es bei Vichttal, so sieht es Ahns, auch darauf ankommen, dass andere Verantwortung übernehmen. „Dazu zähle ich mich auch“, sagt der Fünfer des VfL. Das betrifft die Organisation, das Vorangehen, das Schauen auf die anderen Spieler. „Ich gehe da gerne voran und gucke, dass unsere Struktur passt.“

Einer für den anderen

Apropos passen: Robin Ahns und Vichttal – das passt. „Ich fühle mich hier sehr wohl. Der Verein ist gut organisiert. Man merkt trotz der Ambitionen, die hier von Jahr zu Jahr gestiegen sind, dass der VfL immer noch ein familiärer Dorfverein ist. Uns als Mannschaft zeichnet aus, dass wir einen großen Zusammenhalt haben, jeder für den anderen kämpft, läuft, kratzt und beißt“, sagt Ahns.

Der Abwehrspieler, der bis zum Ende der Saison bei Vichttal unter Vertrag steht, aber gerne verlängern würde, hatte in den letzten fünf Jahren Glück, dass er nicht mit Verletzungen zu tun hatte. „Vielleicht mal eine Zerrung für eine Woche. Aber ansonsten war es das. Hoffentlich geht das so weiter“, wünscht sich Ahns. „Ich mache aber auch einiges dafür und achte darauf, dass ich fit bleibe.“ Dazu gehöre zusätzliches Krafttraining, und mit Freunden geht er auch schon mal Padel-Tennis spielen. Und wie einige andere Fußballer schwört Robin Ahns auch auf die leistungssteigernde Wirkung von Rote-Bete-Saft. Den trinkt er jeden zweiten Tag und auch immer vor dem Spiel. Im Keller hat er sich einige Päckchen auf Vorrat gelegt.

Seit knapp drei Jahren wohnt Robin Ahns in Aachen. „In Düren war es auch schön. Da bin ich aufgewachsen. Aber jetzt gerade ist Aachen meine Heimat und das wird sich zumindest jetzt in naher Zukunft auch nicht ändern.“ In seinem Fernstudium Sportmanagement sei er gerade „in den letzten Zügen“. In einem halben bis dreiviertel Jahr will er es beenden. Nebenbei arbeitet er in der Finanz- und Vermögensberatung.

Seine Ziele für die Saison? „Für mich persönlich hoffe ich, dass ich weiterhin so viele Spielminuten wie möglich sammle und zum wichtigen Kern der Mannschaft gehöre.“ Sein Trainer Andi Avramovic soll ein schlechtes Gefühl haben, wenn er ihn wirklich mal „draußen“ lassen wolle. Außerdem will Ahns sich als Führungsspieler weiterentwickeln und immer mehr Verantwortung auf dem Platz übernehmen.

Und mit der Mannschaft? „Da wollen wir so weit wie möglich oben mitspielen. Wir sind uns aber bewusst, dass, wenn du den ganz großen Schritt gehen willst, der dann Aufstieg heißt, einfach sehr viel passen muss.“ So könne man zum Beispiel Verletzungen nicht beeinflussen. Da gehöre auch ein wenig Glück dazu.

Ahns hofft, dass die Vichttaler Mannschaft in der Abschlusstabelle zu den Top Fünf gehört. „Wenn es dann am Ende der Saison noch die Chance gibt, dass wir ganz oben dabei sind, dann wäre das natürlich super, und dafür geben wir alles“, sagt der Dauerbrenner des VfL Vichttal.

Der SSV Merten gehört nicht nur zu den Aufstiegsfavoriten. Er ist der Top-Favorit. Das hat eine Umfrage der Plattform FuPa vor der Saison ergeben. Andi Avramovic, Trainer des VfL Vichttal, ist überzeugt, dass der nächste Gegner seiner Mannschaft tatsächlich den Aufstieg in die Regionalliga anstrebt. Die Transfers des Stürmers Clinton Williams Emmanuel von Eintracht Hohkeppel und von Abwehrspieler Petar Lela vom Bonner SC nach Merten zeigten, „dass der Club klare Ambitionen hat“, sagt der VfL-Coach. „Wir wissen, was uns gegen dieses Team erwartet“, sagt Avramovic, der seinem Gegenüber Bünyamin Kilic attestiert, „dass er immer ein paar special effects und seine eigene Note platziert“. Merten stehe für intensive Spielweise und viel Qualität. „Es ist traditionell eines der heißesten Duelle in der Liga“, sagt Avramovic.

Beim Spiel in Porz fehlten mit Kai Vranken, Niklas Valerius und Dogukan Türkmen drei starke Offensivspieler des VfL. Zudem war Yassine Ali Gnondi angeschlagen und konnte nicht beginnen. Bis auf Türkmen, hinter dessen Einsatz noch ein Fragezeichen steht, sind die anderen wieder fit. Und so hofft Avramovic, dass seine Mannschaft die Chancen, die sich bieten, wieder besser nutzen kann. In Porz hatte das nicht geklappt, sodass es dort nur zu einem Punkt gereicht hatte.

Dieser Artikel kommt von unserem Partner Aachener Zeitung. Noch mehr spannende Portraits, Reportagen, Livesstreams, Interviews und Analysen zu deinen Lieblingsteams in der Region findest du auf http://www.aachener-zeitung.de