Der Trainer lag grippegeschwächt auf der Couch und traute seinen Augen nicht. „Ich habe den Liveticker bei FuPa verfolgt. Ich dachte erst: ‚Spielen wir jetzt gegen die erste Klever Mannschaft?‘ Das war ein rabenschwarzer Tag für uns“, sagt Roeskens. Sein Trainerkollege Marius Krausel berichtete ihm, dass viele Spieler an diesem Tag unter ihrem Niveau gespielt hätten. „So darf man nicht untergehen“, sagt Roeskens. Er ordnet die beiden Niederlagen aber auch sachlich ein. „In den vergangenen Jahren hatten wir immer Vorbereitungen, in denen wir Spiele verloren haben. In der Meisterschaft lief es dann besser, weil auch alle den Willen hatten.“
Warum der SV Rindern wieder oben angreifen kann
Betrachtet man die Hinrunde in dieser Saison, lief es allerdings zu Beginn noch nicht so bombig. Nach vier Punkten aus den ersten beiden Spielen geriet das Team in eine Abwärtsspirale. Erst im Oktober lief es bei den Rindernern wieder besser. Roeskens erklärt das so: „Wir hatten zum Saisonbeginn viele Neuzugänge im Team. Das hat anfangs noch nicht so gepasst. Wir mussten uns erst einmal finden.“
Als der routinierte Neuzugang Dano Evrard, der vom Oberligisten 1. FC Kleve kam, nach seiner Verletzung endlich auflaufen konnte, schaffte der SV Rindern die Wende. Seit Mitte Oktober hat das Team kein Spiel mehr verloren und sich auf den vierten Tabellenplatz hochgeackert. „Man merkt, dass Dano in der Oberliga gespielt hat. Er sorgt in der Abwehr für viel Stabilität“, sagt Roeskens. Auch Mika Winkler, der vom Innenverteidiger zum Mittelstürmer umgeformt wurde, sowie die beiden Neuzugänge Cem Artas und Finn Tiemer hätten sich besonders gut präsentiert.
Aber der Vorteil der Rinderner sind nicht nur diese vier Spieler, sondern der gesamte Kader. Er ist so breit aufgestellt, dass Roeskens in der bisherigen Saison fast schon die Qual der Wahl hatte. Und daher gibt es auch keine Neuzugänge. Lediglich Lennart Plum hat den Klub in Richtung SV Grieth verlassen. „Wir sind bislang – toi, toi, toi – vom Verletzungspech verschont geblieben. Wir haben meistens sieben bis neun Jungs auf der Ersatzbank sitzen. Es ist echt schwierig, sie bei Laune zu halten. Ich hoffe jedenfalls, dass sie in den kommenden Jahren alle am Ball bleiben“, sagt Roeskens.
Trainer Marius Krausel übernimmt den SV Rindern ab der Saison 2026/27
Ab der neuen Saison muss sich Christian Roeskens keine Gedanken mehr machen, wen er in die Startelf befördert. Bereits vor dieser Spielzeit hatte der 49-Jährige angekündigt, sein Traineramt abgeben zu wollen. Und sein Nachfolger stand auch schon früh fest – Marius Krausel.
Der 34-Jährige fungierte bereits in der Saison 2024/25 als spielender Co-Trainer und ist aktuell als Spielertrainer am Ball. Roeskens und der Verein haben den neuen Trainer langsam aufgebaut. „Marius macht das echt sehr gut. Er ist ein gestandener Bezirksliga-Spieler mit Erfahrung. Er nimmt mir viel ab – fast schon alles. Ich mache mir da überhaupt keine Sorgen. Marius packt das“, sagt Roeskens. Die Kaderplanung für die Spielzeit 2026/27 habe der 34-Jährige bereits mit dem Sportlichen Leiter Sascha Horsmann gestartet.
Und wie geht’s mit Christian Roeskens weiter? „Ich habe ja gesagt, dass ich erst einmal eine Fußball-Pause machen möchte. Mein Akku ist irgendwie leer. Und nach jetzigem Stand würde ich sagen: Bor, jetzt reicht et. Aber ich hatte schon einmal eine längere Pause von zwei Jahren und danach wieder Bock. Man sollte nie nie sagen. Ich freue mich jetzt auf mehr Zeit für mein Privatleben“, sagt der Familienvater. So ganz vom Fußball kommt Christian Roeskens dann aber doch nicht weg: „Den Donnerstagstermin bei den Alten Herren werde ich jetzt endlich wieder wahrnehmen. Darauf freue ich mich.“
____
Sichert euch jetzt das Winter-Angebot von FuPa und der Rheinischen Post: RP+ 6 Monate für einmalig 1€ lesen - hier geht es zum Angebot!
____
📰 Alle aktuellen Nachrichten: https://www.fupa.net/region/niederrhein/news
📝 Alle aktuellen Transfers: https://www.fupa.net/region/niederrhein/transfer
⚽ Die Spiele des Tages: https://www.fupa.net/region/niederrhein/matches
____
Dein Kontakt zur FuPa-Redaktion: