2026-04-29T13:32:52.058Z

Pokal

Riesen-Blamage für den BFV: „So etwas noch nie erlebt"

Frohnauer U13 erst als Pokal-Finalist geehrt – dann nach Regelfehler alles wieder aberkannt

von far · Heute, 20:00 Uhr · 0 Leser
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Archiv – Foto: www.aprilagentur.de

Ein aberkanntes Tor, ein fehlerhaftes Neunmeterschießen und eine aufgeheizte Atmosphäre: Das U13-Pokalhalbfinale zwischen Viktoria Mitte und dem Frohnauer SC entwickelt sich zu einem viel diskutierten Fall – mit bitteren Folgen für die Kinder. Das Urteil des Berliner Fußball-Verbands sowie die Stellungnahme des Frohnauer SC liegen FuPa Berlin vor. Frohnau Trainer Holger Kraft:

„Ich habe ja schon viel mitgemacht im Berliner Fußball, aber so etwas habe ich noch nie erlebt"

BFV-Blamage im Berliner Jugendfußball

Das U13-Pokalhalbfinale zwischen Viktoria Mitte und dem Frohnauer SC entwickelt sich zu einem der umstrittensten Fälle im Berliner Jugendfußball. Nach einem sportlich entschiedenen Spiel, einer offiziellen Siegerehrung und der Übergabe der Finalurkunde durch Petra Drescher vom Berliner-Fußball-Verband (BFV) wurde das Ergebnis im Nachgang durch das Sportgericht aufgehoben. Für die betroffenen Spieler ein kaum greifbarer Vorgang.

Frohnau gewinnt – und wird als Finalist ausgezeichnet

Nach einem 2:2 in der regulären Spielzeit setzte sich der Frohnauer SC im anschließenden Neunmeterschießen mit 3:1 durch. Der Sieg wurde anerkannt, die Mannschaft geehrt und erhielt die Urkunde für das Finale. Der Finaleinzug schien perfekt.

Strittige Szene vor dem Abpfiff

Bereits kurz vor Schluss hatte es eine entscheidende Szene gegeben: Der Frohnauer SC erzielte das vermeintliche 3:2, das vom Schiedsrichter wegen eines Fouls aberkannt wurde. Diese Entscheidung fällt unter die Tatsachenentscheidung und ist damit nicht nachträglich überprüfbar, sorgte jedoch für Diskussionen. FuPa Berlin liegt ein Video vom Tor vor.

Aufgeheizte Atmosphäre während des Spiels

Nach Darstellung des Frohnauer SC war das Spiel von einer außergewöhnlichen Kulisse geprägt. Während des Spiels wurde soll ihr Tor belagert worden sein. Nach Abpfiff sollen zudem zahlreiche Personen das Spielfeld betreten haben. Beim Neunmeterschießen wurde nach Aufforderung das Tor dahinter freigeräumt.

Diese Vorkommnisse waren ebenfalls Gegenstand der sportgerichtlichen Bewertung: Laut Urteil, welches FuPa Berlin vorliegt, geben die geschilderten Zuschauer-Vorfälle Anlass für ein gesondertes Verfahren im Jugendbereich.

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Archiv – Foto: www.aprilagentur.de

Der zentrale Fehler: falsches Neunmeterschießen

Der entscheidende Punkt folgte nach dem Abpfiff: Das Neunmeterschießen wurde mit nur drei Schützen pro Mannschaft durchgeführt – obwohl im Pokal laut Regelwerk fünf vorgesehen sind. Das Sportgericht wertete dies als klaren Regelfehler.

Rolle der Staffelleitung: falsche Bestätigung vor Ort

Vor Beginn des Schießens suchte der Frohnauer SC nach eigener Darstellung aktiv die Klärung der Regelfrage. Trainer Holger Kraft wandte sich an die vor Ort anwesende Staffelleiterin Petra Drescher. Diese ließ die Frage telefonisch klären und bestätigte anschließend, dass drei Schützen korrekt seien. Nach Darstellung des Frohnauer SC ist unklar, bei welcher Stelle diese Rückfrage erfolgte. Fest steht laut Urteil: Diese Auskunft war falsch. Das Sportgericht stellt jedoch zugleich klar, dass mündliche Auskünfte von Verbandsmitarbeitern rechtlich unverbindlich sind. Für den Frohnauer SC hatte die Aussage dennoch unmittelbare praktische Bedeutung, da der Verein sich auf die Bestätigung verließ und von einem regelkonformen Ablauf ausging.

Schiedsrichter unsicher in entscheidender Phase

Auch der Schiedsrichter zeigte laut Urteil Unsicherheit hinsichtlich der anzuwendenden Regel und legte sich erst nach Rücksprache auf die Durchführung mit drei Schützen fest. Diese Unsicherheit führte letztlich zu der fehlerhaften Durchführung des Neunmeterschießens.

Frohnau drängt auf Korrektur

Nach dem Neunmeterschießen versuchte der Frohnauer SC nach eigener Darstellung, den Ablauf noch zu korrigieren. Es wurde angeboten, die fehlenden Schüsse nachträglich durchzuführen. Dazu kam es jedoch nicht mehr. Das Spiel wurde beendet, der Sieger geehrt und der Finaleinzug zunächst bestätigt.

Sportgericht hebt Ergebnis auf

Im Nachgang stellte das Sportgericht fest, dass ein Regelfehler vorliegt. Maßgeblich sei allein die fehlerhafte Durchführung des Neunmeterschießens, unabhängig davon, wie es zu diesem Fehler kam. Die Konsequenz: Das Entscheidungsschießen wird vollständig neu angesetzt – auf neutralem Platz und von Beginn an. Eine Fortsetzung beim Stand von 3:1 wurde ausgeschlossen. Frohnau wird laut Holger Kraft in Berufung gehen.

Kinder tragen die Folgen

Die Entscheidung ist eine rein juristische – emotional bleibt sie schwer vermittelbar. Die Spieler des Frohnauer SC haben ihren Finaleinzug bereits erlebt: Sie haben gewonnen, gejubelt und wurden ausgezeichnet. Hatten sich auf die Verantwortlichen vor Ort verlassen. Dass dieser Moment im Nachhinein aberkannt wird, macht sie zu den zentralen Leidtragenden dieses Falls.

Fazit

Der Fall zeigt ein Zusammenspiel mehrerer Faktoren: Eine fehlerhafte Regelauslegung auf dem Platz, eine nachträglich als falsch bewertete Auskunft der spielleitenden Stelle sowie eine laut Frohnauer SC angespannte Spielatmosphäre. Das Ergebnis: ein Regelkonflikt mit weitreichenden Folgen. Und am Ende bleibt vor allem eine Frage:

Warum müssen die Kinder die Konsequenzen für Fehler tragen, die sie selbst nicht beeinflussen konnten?

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