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Spielbericht

„Richtig schöne Geschichte" – Berglerns emotionaler Pokalabend

Die Eintracht wirft den Bezirksligisten Freising raus und steht im Finale

von Markus Schwarzkugler · 07.11.2025, 10:30 Uhr · 0 Leser
SV Eintracht Berglern gegen SE Freising
SV Eintracht Berglern gegen SE Freising – Foto: Christian Riedel

Im Halbfinale des Donau/Isar-Kreispokals besiegte die Eintracht Berglern den Favoriten SE Freising durch ein spätes Tor. Nicht nur deshalb ein emotionaler Abend.

„Das war emotional. Eine richtig schöne Geschichte.“ Auch am Tag nach dem Berglerner Pokaltriumph gerät Spielertrainer Michael Faltlhauser noch ins Schwärmen. Mittwochabend, Flutlicht, Nebel, ein bis zum Schluss dramatisches Halbfinale im Fußball-Kreis Donau/Isar, kurz vor Schluss das einzige Tor des Tages, mit dem der Kreisligist auf dem heimischen Trainingsplatz den favorisierten Bezirksligisten SE Freising tatsächlich aus dem Pokal warf. Und dann noch das: Erstmals schauten Andreas Bauers Witwe Nadine und Sohn Jakob wieder vom Spielfeldrand aus zu. Emotionaler geht‘s wohl wirklich nicht mehr.

Wie berichtet, war der plötzliche Tod der Vereinsikone vor gut einem Monat Grund für die Verlegung des Halbfinals. Dieses wurde nun in der 84. Minute – kurz zuvor hatte Freisings Maximilian Schaar eine Zeitstrafe aufgebrummt bekommen – entschieden: Eine Freistoßflanke aus dem Halbfeld von Michael Faltermeier flog in den Strafraum, wo Thomas Schmid aus rund zehn Metern Torentfernung das Leder per Dropkick nahm und ins Netz manövrierte. „Da standen die Freisinger schlecht. Ich selber wäre dahinter auch noch frei gewesen“, erzählt Faltlhauser schmunzelnd.

Alles andere als schlecht standen die Berglerner. Die Marschrichtung des Trainers: „Hinten massiv stehen und unsere gefährlichen Stürmer einsetzen.“ Das klappte ganz gut, mit einer Ausnahme: „In der ersten Halbzeit hätten wir Freising besser auskontern können.“

Die Gäste, wie die Hausherren in der Liga in Abstiegsgefahr und hinter den Erwartungen zurück, hatten zuvor in Berglern angerufen. „Sie haben gesagt, dass sie keine Spieler haben, und wollten verlegen“, erzählt Faltlhauser, der die Freisinger aber nicht wirklich dezimiert sah. „Bis auf zwei, drei Spieler war das die Bezirksliga-Mannschaft“, findet er. Und er lobt die Gäste: „Ich weiß nicht, ob auf unserem Trainingsplatz schon mal so gute Kicker gespielt haben.“

In der Tat war der kriselnde SE oft optisch überlegen, vergab fast schon fahrlässig Chancen, hatte nicht nur einmal auch Alu-Pech. Doch Berglern verdiente sich aufopferungsvoll den Sieg. Ähnlich wie es der FC Bayern am Abend davor in Paris machte: Die Champions League habe man bewusst angesprochen, erzählt Faltlhauser. „Freising war immer gefährlich, aber unser Torwart Florian Ganslmeier ein sicherer Rückhalt“, lobt Faltlhauser unter anderem ihn, Maurice Steck und den erst 18-jährigen Adrian Frömmel, der „brutal gut gespielt hat“. Standard-Experte Faltermeier hatte zwei dicke Freistoß-Chancen, doch auch Freisings Schlussmann Jonas Trost war in starker Form.

Nach dem Tor rannte Freising an – vergebens. „Aktuell reicht es leider nicht“, so Neu-SEF-Trainer Heiko Baumgärtner nüchtern. Er gratulierte: „Glückwunsch an Berglern für den leidenschaftlichen Kampf. Bei uns war das heute das letzte Aufgebot.“

Jetzt sind‘s nur noch 13 Spiele bis Berlin. Im Kreisfinale trifft die Eintracht auf den FC Mindelstetten, der in der Kreisliga 1 in ähnlich prekärer Lage ist wie Berglern in Gruppe 2. Doch jetzt, betont Faltlhauser, liegt der Fokus voll auf Sonntag und dem SC Moosen. Der dürfte spätestens jetzt gewarnt sein.