Begehrte Trophäe: Noch ist unklar, wie der FVM-Pokalsieger in dieser Saison ermittelt wird.
Begehrte Trophäe: Noch ist unklar, wie der FVM-Pokalsieger in dieser Saison ermittelt wird. – Foto: Imago/Heyne
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Ermitteln nur sechs Teams den Pokalsieger?

FVM-Pokal: Der Fußball-Verband Mittelrhein stellt den Teilnehmern drei Modelle zur Diskussion. Auch Losentscheid möglich.

Der Dachverband hat dem kleinen regionalen Verband eine Frist gesetzt: Bis zum 1. Juli will der Deutsche Fußball-Bund (DFB) vom Fußball-Verband Mittelrhein (FVM) wissen, welchen Starter er denn nun für den berühmten DFB-Pokal melden will. Das bringt den FVM in Zugzwang, denn der Bitburger-Pokal, dessen Sieger sich für die erste lukrative Hauptrunde qualifiziert, ist nicht einmal angelaufen. Die Seuche hat den Wettbewerb ebenso angehalten wie die unteren Ligen.

Der FVM hat für die bereits „qualifizierten und noch möglichen Teilnehmer“ drei Modelle entwickelt, die er zur Diskussion stellt. Bis nächste Woche soll die Rückmeldung erfolgen, dann wird in einer Videokonferenz über die Zukunft des regionalen Wettbewerbs informiert. Angesprochen sind Dutzende Clubs, die noch hoffen, in die erste Pokalrunde zu rutschen.

Modell 1: Der Pokal wird mit allen 32 Teams an fünf Spielterminen ausgetragen. Der Verband selbst hält das Szenario für „eher unwahrscheinlich“. Mögliche Quarantänemaßnahmen für einzelne Mannschaften würden das Modell schnell an Grenzen führen. Zudem pausieren die Teams unterhalb der Regionalliga seit mehr als einem halben Jahr.

Modell 2: Der Pokalsieger könnte in zwei Dreiergruppen ermittelt werden, die ausschließlich aus Teams der 3. und 4. Liga bestehen, also auch Alemannia Aachen. Solche Mannschaften sind nicht nur automatisch für den FVM-Wettbewerb qualifiziert, in beiden Ligen rollt auch unverändert der Ball weiter, weil die Spieler regelmäßig getestet werden. Die beiden Gruppensieger würden das Endspiel austragen, das nach vier Runden feststehen würde. Die übrigen 26 Teilnehmer würden für eine „Ausgleichszahlung“ auf ihr Startrecht verzichten und würden eine Wildcard für den Pokalwettbewerb 2021/22 erhalten.

„Die Realisierung dieser Variante“ scheint wahrscheinlich, stuft der Verband ein. Clubs wie der FC Wegberg-Beeck bevorzugen das Modell. „Das ist das einzig Sinnvolle, von der Lösung würden alle Teams profitieren“, sagt Geschäftsführer Thomas Klingen. Sein Aachener Kollege Martin Bader stößt in das gleiche Horn. „Der komplette Wettbewerb kann ohnehin nicht mehr gespielt werden.“ Beim 1. FC Düren stößt die Variante auf gebremste Begeisterung. Der Mittelrheinligist hat seine Saison zwar mindestens unterbrechen müssen, ist aber der letzte Sieger in diesem Wettbewerb. „Warum berücksichtigt man also nicht auch den Titelverteidiger in diesem Modell“, fragt Sportdirektor Dirk Ruhrig.

Modell 3: käme zum Tragen, wenn sich der Sieger sportlich nicht ermitteln lässt, weil die Behörden den Ballbetrieb untersagen. Der Sieger würde ausgelost, für die 31 „Verlierer“ wären weder Prämien- noch Ausgleichszahlungen vorgesehen.

Unverändert soll das Finale am 29. Mai im Rahmen des „Finaltags der Amateure“ in Bonn ausgetragen werden. So sagt es Markus Müller, der Vorsitzende des Verbandsspielausschusses. Scheitert der Termin, ist der späteste Termin für das Endspiel der 30. Juni. Wenn es schlecht läuft im Seuchenjahr, wird an diesem Tag dann ein Pokalsieger von einer Losfee bestimmt.

1985 Aufrufe14.4.2021, 09:00 Uhr
Christoph Pauli | AZ/ANAutor

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