Ihr bleibt leider draußen: Die Tabellenführer der Saison 2020/21 dürfen wegen der Annullierung nicht aufsteigen.
Ihr bleibt leider draußen: Die Tabellenführer der Saison 2020/21 dürfen wegen der Annullierung nicht aufsteigen. – Foto: Michael Schneiders

Saison-Annullierung: So reagieren die Tabellenführer am Niederrhein

Durch die Saison-Annullierung der Spielzeit 2020/21 am Niederrhein können die Tabellenführer nicht aufsteigen - und auch keine Meisterschaft feiern. Das sind ihre Reaktionen.

Die Tabellenführer leiden unter der Saison-Annullierung 2020/21 des Fußballverbandes Niederrhein am meisten, denn die Mannschaften dürfen weder Aufstieg noch Meisterschaft feiern. Wie die Top-Teams der Oberliga Niederrhein, Landes- und Bezirksligen reagiert haben, gibt es hier in der Zusammenfassung.

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>>> Alle Informationen zur Saison-Annullierung gibt es in unserem Corona-Liveblog

FVN-Präsident Peter Frymuth spricht im FuPa-Video-Talk über die Saison-Annullierung

Oberliga Niederrhein: 1. FC Bocholt prüft rechtliche Schritte

Der 1. FC Bocholt hoffte auf den Aufstieg in die Regionalliga West und hatte entsprechend auch Lizenzunterlagen eingereicht. Die Hoffnung auf den Sprung in die Viertklassigkeit gibt es beim Traditionsverein immer noch. Der Klub aus der Oberliga Niederrhein prüft nämlich rechtliche Schritte gegen die Entscheidung des Verbands.

Landesliga 1: Rather SV hat schon wieder Pech

Besonders bitter ist die Annullierung für den Rather SV, der nun zweimal in Folge den Sprung in das FVN-Oberhaus verpasst hat. Dazu äußerte sich der RSV in den sozialen Medien mit diesem Statement: "Der Traum vom Oberliga-Aufstieg ist zum zweiten Mal geplatzt. Am heutigen Montag gab der FVN bekannt, dass die Saison 2020/21 annulliert und damit abgebrochen wird. Es gibt weder Auf- noch Absteiger. Zum jetzigen Zeitpunkt stehen wir ungeschlagen und mit 21 Punkten aus sieben Spielen auf Platz eins. Letztes Jahr ratterten wir mit einem einzigen Punkt zu wenig am Aufstieg vorbei. Dieses Jahr wird er uns komplett genommen. Auch wenn bei einigen die ein oder andere Träne rollt - in der nächsten Saison greifen wir wieder an. Wir werden kämpfen ohne Ende und geben alles, um den Aufstieg endlich zu schaffen. Ab jetzt heißt es: Mission Oberliga."

Landesliga 2: SV Sonsbeck wäre pro Fortsetzung gewesen

"Für unsere Erste ist die Annullierung bitter, denn sie war Spitzenreiter der Landesliga und hatte große Chancen auf den Oberliga-Aufstieg", heißt es in einem Statement des SV Sonsbeck auf Facebook. „Als die Zah­len hoch­gin­gen, war klar, dass es ein­fach nicht geht – En­de aus. Ich se­he aber im Mo­ment schwarz für den Ama­teur­fuß­ball. Es ist nun schon die zwei­te Sai­son, die ab­ge­bro­chen wird. War­um soll­ten wir nun über­haupt ei­ne drit­te be­gin­nen. Wie soll ich die Spie­ler denn über­haupt noch mo­ti­vie­ren?“, fragt sich Trainer Heinrich Losing. Er ha­be schon lan­ge fa­vo­ri­siert, dass die nun an­nul­lier­te Spiel­zeit ein­fach fort­ge­setzt wer­den soll­te, wenn es die Co­ro­na-Pan­de­mie zu­las­sen wür­de. „Wie ei­ne Win­ter­pau­se, mit ent­spre­chen­den Wech­sel­re­ge­lun­gen.“ Auch Sonsbeck war mit sechs Siegen und zwei Remis noch ungeschlagen.

Landesliga 3: FC Remscheid, Blau-Weiß Mintard: Enttäuschung und Verständnis

In der Landesliga 3 hätten gefühlt noch alle Klubs aufsteigen können. Der FC Remscheid und die DJK Blau-Weiß Mintard, wegen des Torverhältnisses Erster und Zweiter, haben sich auf ihrer Homepage bzw. in den sozialen Medien zur Annullierung wie folgt geäußert:

FC Remscheid

Marcel Heinemann (Cheftrainer und sportlicher Leiter): „Das die Saison annulliert wurde ist sehr schade. Wir hätten diese gerne sportlich beendet, aber aufgrund der Pandemie-Entwicklungen ist diese Entscheidung natürlich nachvollziehbar. Nun können sich wenigstens alle Vereine auf die neue Saison fokussieren.“

Ralf Niemeyer (1. Vorsitzender): „Leider ist das eingetreten, was wir erwartet haben. Aus sportlicher Sicht ist dies ein herber Rückschlag. Unsere Aufgaben im Verein werden dadurch nicht leichter. Dennoch akzeptieren wir die Entscheidung im Sinne der gegenwärtigen Situation. Wir hoffen das sich die Lage in den nächsten Wochen zum positiven wandelt und wünschen unseren Kollegen aller beteiligten Vereine viel Kraft und Glück den Herausforderungen Stand zu halten.“

Thorsten Greuling (2. Vorsitzender und Geschäftsführer): „Durch den Abbruch werden erneut große wirtschaftliche Herausforderungen auf uns zukommen. Die letzten Wochen und Monate waren ohne Einnahmen keine leichte Zeit. Wir als Verein müssen schnell wieder ans Fußballspielen kommen. Wir hoffen jedoch, diese Phase mit unseren Partnern, Mitgliedern und Fans gemeinsam stemmen zu können. Und, dass sich die Pandemie ab Sommer in eine positive Richtung entwickelt.“

Blau-Weiß Mintard

Marco Guglielmi (Sportlicher Leiter): „Grundsätzlich ist das für alle natürlich sehr schade. Wir hatten sehr viel vor in dieser Saison. Und wer weiß, wo unser Weg hingeführt hätte. Immerhin waren unsere Damen vor der Unterbrechung Tabellenführer in ihrer Landesliga-Gruppe mit besten Chancen auf den Aufstieg in die Niederrheinliga. Auch unsere 1. Herren waren mit Platz zwei sehr gut platziert. Auf der anderen Seite haben wir nun aber endlich Gewissheit und können in Ruhe planen. Jetzt wissen wir, wie viele und welche Mannschaften in der kommenden Saison in den Gruppen sind. Das ermöglicht uns jetzt ein wesentlich gezielteres Arbeiten. Leid tut es mir für Fabio (Audia) und Tim (Meyer), die in ihrer ersten Landesligasaison als Verantwortliche bei den Herren ihre gute Arbeit nicht abrunden konnten.“

Bezirksliga 1: DJK Sparta Bilk präsentiert Meister-Trikot

In der Bezirksliga 1 wäre es auf ein spannendes Rennen mindestens mit Sparta Bilk, Ratingen 04/19 II und die DJK Gnadental hinausgelaufen. Jens Stieghorst, Vorsitzender von Ratingen 04/19 erklärt: „Kurz und gut: erwartungsgemäß. Wir haben die ganze Zeit damit gerechnet, der Verband hat uns immer gut informiert und alle in Videokonferenzen mitgenommen.“

Sparta Bilk präsentiert in den sozialen Medien gar ein Meistertrikot - wenn auch jetzt nur als Meister der Herzen. "Nach so einem Start ist es natürlich umso ärgerlicher, jetzt Meister geworden zu sein, aber nicht aufzusteigen", sagt Teamleiter Marcel Krüger. "Jetzt müssen wir leider die Saison abhaken und weiter machen." Natürlich habe man gehofft, dass es weiter geht, auch wenn der Funken Hoffnung klein war. "Aber es tut schon weh, wenn man so tolle Arbeit im Verein geleistet hat und jetzt nicht aufsteigen darf."

Allerdings ist es echt nur die Meisterschaft der Herzen, da es bei einer Annullierung keinen sportlichen Meister gibt.

Bezirksliga 2: VfL Benrath will wieder angreifen

Bereits im Vorfeld der Entscheidung hatte Trainer Botan Melik im FuPa-Video-Talk auf den Aufstieg des VfL Benrath gehofft. Dazu kommt es aber bekanntlich nicht. "Bis zuletzt haben wir gehofft, aber nun herrscht Gewissheit", schildert Benrath auf Facebook: "Die Saison 2020/21 wird annulliert, dementsprechend finden keine weiteren Spiele - und auch keine Wertung der Saison statt. Besonders für unsere 1. Mannschaft eine ganz bittere Nachricht, nach dem perfekten Saisonstart und der Tabellenführung zum Abbruch-Zeitpunkt. Kaufen können wir uns davon nichts, aber wir werden noch stärker aus der Zwangspause zurückkommen, und in der (hoffentlich) im Sommer startenden neuen Saison alles geben, um an die bisherigen Leistungen anzuknüpfen. Euch allen wünschen wir, dass ihr weiter gesund bleibt und wir hoffen, euch bald endlich wieder bei uns begrüßen zu dürfen, wenn es heißt „herzlich Willkommen zum Heimspiel des VfL Benrath“…"

Bezirksliga 3: SC Werden-Heidhausen stellt sich gegen Super League

„Viele hatten es bereits vermutet, andere haben es befürchtet, jetzt gibt es Gewissheit: Die Saison 2020/2021 wird abgebrochen und ohne Wertung beendet. Dies ergab der einstimmige Beschluss von FVN-Beirat und Verbandsjugendausschuss für Herren, Frauen & Jugend. Es gibt keine Meister sowie keine Auf- und Absteiger“, berichtet der Tabellenzweite SC Werden-Heidhausen auf Facebook, der außerdem eine Teilnahme an der Super League abgelehnt hat. „Der SC Werden-Heidhausen 1887 e.V. hat sich energisch gegen eine Teilnahme an der geplanten europäischen Super League ausgesprochen und stünde bei Anfrage nicht zur Verfügung. Der SCWH bleibt bodenständig an der Basis des Fußballs – ein Club für seine Mitglieder, Fans und Familien.“

Der Spitzenreiter ASV Mettmann hat bislang kein Statement abgegeben.

Bezirksliga 4: Kein Durchmarsch für den SC Schiefbahn

Der SC Schiefbahn verpasst den Durchmarsch in die Landesliga und hat in seinen Vereinsmedien neben der Schilderung der Tatsachen nicht weiter auf die Annullierung reagiert. Ähnlich sieht es bei den Verfolgern DJK/VfL Willich, DJK Fortuna Dilkrath und dem SV Straelen II, der ein Spiel weniger als Schiefbahn bestritten hatte und aus eigener Kraft hätte vorbeiziehen können, aus.

Bezirksliga 5: Viktoria Goch wollte dem Plan ein Jahr voraus sein

Daniel Beine ließ keinen Zweifel daran, dass er mit seiner Mannschaft den Aufstieg schon in dieser Saison schaffen wollte, wenn das Team denn die Gelegenheit dazu erhält. Viktoria Goch muss aber nun auch in den sauren Apfel beißen und hat sich nicht weiter zum FVN-Beschluss geäußert.

Bezirksliga 6: DJK SF Lowick und TuB Bocholt bislang ohne Reaktion

Die DJK Sportfreunde Lowick waren zum Zeitpunkt der Pause noch ungeschlagen und hatten drei Punkte Vorsprung auf Verfolger TuB Bocholt. Beide Vereine haben sich in ihren Vereinsmedien noch nicht geäußert.

Bezirksliga 7: Vogelheimer SV und RuWa Dellwig bleiben bei den harten Fakten

Der Vogelheimer SV und Aufsteiger RuWa Dellwig hatten in der Bezirksliga 7 mit Blick auf Punkte und bis dato ausgetragene Spiele die besten Karten. Beide Klubs verweisen in ihren Vereinsmedien auf die nüchternen Fakten.

Bezirksliga 8: Bottroper Trio wird erneut für Spannung sorgen

Der VfB Bottrop, Fortuna Bottrop und Rhenania Bottrop sorgten in der Bezirksliga 8 nicht nur für Derby-Charakter, sondern lieferten sich auch in der Meisterschaft ein enges Rennen um Platz eins. Zur Annullierung veröffentlichten die drei Klubs allerdings bis dato nichts - das sieht bei den Transfers ganz anders aus. VfB, Fortuna und Rhenania arbeiten fleißig an ihren Kadern und werden auch 2021/22 wieder für viel Spannung garantieren.

Aufrufe: 20.4.2021, 11:05 Uhr
André NückelAutor

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