
Er will es noch einmal wissen: Mit 30 Jahren versucht sich Pascal Krämer nun in der Rheinlandliga – und wechselt vom abstiegsbedrohten A8-Ligisten SG Mehlental/Bleialf zur SG Schneifel. „Einerseits fällt es mir zwar schwer, meinen Heimatverein wieder zu verlassen. Andererseits ist es der Reiz, noch einmal zu probieren, an mein fußballerisches Maximum zu kommen. Ich will zu meiner alten Stärke zurückfinden, die ich vor meiner Verletzung hatte“, sagt der im zentralen Mittelfeld und im Angriff einsetzbare Allrounder.
Bereits zwischen 2018 und 2022 hatte sich Krämer beim damaligen Bezirksligisten SG Arzfeld erfolgreich auf überkreislicher Ebene bewiesen, ehe er zu seinem Heimatverein ins Mehlental zurückkehrte, um dort Spielertrainer der 2019 mit dem SC Bleialf gebildeten Spielgemeinschaft zu werden – zunächst im Gespann mit Antonio Maci und im Lauf der Hinserie einige Wochen lang mit Muzzafer Aydin. Nach einem auskurierten Kreuzbandriss tastete er sich ab Ende August wieder auf dem Platz heran. Sein Comeback konnte die Talfahrt des Vorjahresaufsteigers allerdings nicht aufhalten. Mitte November, nach dem letzten Spieltag des Jahres, trennte sich die SG von Krämer als Coach.
Die Hoffnung, ihn als Spieler halten zu können, „war bis zuletzt da. Unterm Strich überwog bei Pascal aber wohl die Enttäuschung über die Trennung“, sagt Mehlentals Vorsitzender Albert Hoffmann. Nach Justin Marie (zur SG Arzfeld) und Torwart Tom Müllers (zum FC Bitburg und damit ebenfalls in die Rheinlandliga, TV berichtete jeweils) muss der Tabellenvorletzte der A8 nun den nächsten Leistungsträger ziehen lassen. „Wir wünschen den Jungs viel Erfolg. Für uns sind das aber zweifellos große personelle Rückschläge“, so Hoffmann, der fast trotzig hinzufügt: „Wir werden auch wieder aufstehen.“
Die Schneifeler, die überraschend mit nur einem Zähler Rückstand auf das Führungsduo Ahrweiler BC/Rot-Weiss Wittlich auf Rang drei überwintern, sehen ihren langen Atem belohnt. Der sportliche Leiter Martin Knuppen erklärt: „Wir waren bereits 2018 und 2022 an Pascal dran. Aus unterschiedlichen Gründen hatte er damals noch abgesagt. Nun hat es endlich geklappt.“ Bei der Sportgemeinschaft aus Stadtkyll, Auw, Ormont, Hallschlag, Esch und Feusdorf freut man sich auf einen Akteur, dessen „größte Stärke seine Intelligenz ist – und die hat er mit 30 eher als mit 20“, so Knuppen. Er weiß, dass es bei Krämer zunächst darum geht, ihn nach der monatelangen Verletzung behutsam wieder an das maximale Leistungsniveau heranzuführen, spricht aber schon jetzt von „einer absoluten Bereicherung“.
Für den Sommer kündigt der Fußballchef der SG neben Mittelfeldspieler Matthias Reusch (TV berichtete) zwei weitere, ebenfalls 18-jährige Neuzugänge aus der Bezirksliga-A-Jugend der JSG Westeifel-Lambertsberg an: Verteidiger Paul Stellmes und Angreifer Jonah Lenerz. Die Jungspunde sammelten bereits erste Erfahrungen im Herrenbereich – Reusch bei der SG Mehlental/Bleialf, Stellmes und Lenerz eine Klasse tiefer beim B-13-Ligisten SG Burbach/Schönecken/Lasel-Feuerscheid.
Eine Etage unter der Rheinlandliga spielt Idris Lataev seit rund einem Jahr für den SV Tawern – und avancierte dabei zu einem der offensivstärksten Akteure der gesamten Bezirksliga West. Auf 23 Treffer und 20 Vorlagen bringt es der Deutsch-Russe im Dress der Schwarz-Weißen insgesamt. Ab Sommer werden sie allerdings auf seine Künste verzichten müssen: Der TuS Hoppstädten, aktuell Tabellenzweiter der A-Klasse Birkenfeld im Südwestdeutschen Fußballverband, hat die Verpflichtung Lataevs bekanntgegeben. Dort wird der mittlerweile 28-Jährige als Spielertrainer agieren, während der bisherige Coach Philipp Reichert in beratender Funktion an Bord bleiben soll, wie aus einem Bericht der Nahe-Zeitung hervorgeht. Lataev war im Januar – nicht zuletzt aus privaten Gründen – vom Saar-Verbandsligisten SG Bostalsee nach Tawern gewechselt. Da sich die Konstellation in seinem näheren Umfeld inzwischen geändert hat, zieht es ihn nun zurück in die Obere-Nahe-Region.
Beim A7-Ligisten SG Wawern/Kanzem/Ayl steigt Nils Noner (30) als gleichberechtigter Coach neben Carlo Müller ein. „Nils laboriert noch an den Folgen eines Kreuzbandrisses und steht derzeit nicht als Spieler zur Verfügung. Seinen Spielerpass lässt er weiterhin in Tawern“, berichtet Robin Schreiner, der neben Peter Mertes (SV Kanzem) und Ralf Schons (SV Ayl) einer von drei Sportlichen Leitern der Spielgemeinschaft ist. „Gegen Sommer werden wir uns dann noch einmal zusammensetzen und schauen, wie es weitergeht“, so Schreiner.
Noner, der zwischenzeitlich auch mal für den SV Konz aktiv war, ist zudem Trainer der Bezirksliga-B-Junioren der JSG Saar-Ayl. Nach dem Abgang von Ralf Reger Ende Oktober war der frühere Wawern/Kanzem-Coach Thomas Konz eingesprungen, will sich nun aber – wie angekündigt – wieder auf seine Tätigkeit bei der Fußballschule der SG Saartal konzentrieren.
Als „gefühlten Neuzugang“ bezeichnet Schreiner Nick Klasen: Der 24-jährige Angreifer, der in der vorvergangenen Saison mit 24 Treffern maßgeblich am Aufstieg in die B-Klasse beteiligt war, kehrt nach überstandener Kreuzbandverletzung zurück.
Nach sechs Jahren hört Heiko Ewen im Sommer bei der SG Stahl/Mötsch – derzeit Tabellensechster in der A 8 – auf. Auch Assistent Daniel Peters geht von Bord, soll der Kombination aus den beiden Bitburger Stadtteilen aber in anderer Funktion erhalten bleiben. Neuer Coach wird Tobias Niehl. Der heute 36-Jährige hilft in dieser Runde noch als Spieler bei der SG Dist/Röhl/Gilzem-Eisenach aus und war davor Trainer des SV Dörbach, der SG Pölich-Schleich/Detzem und Assistent von Martin Wagener sowie Sportlicher Leiter beim SV Speicher. Auf eine Mannschaft mit „vielen talentierten Spielern und weiteren Jungs, die in den nächsten Jahren aus dem JFV Bitburg nachrücken“, freut sich Niehl. Verzichten muss er aber auf Julien Green. Den 24-jährigen, Ex-Bezirksligaverteidiger des SV Schleid zieht es zum Rheinlandligisten FC Bitburg.
In der Vergangenheit habe es wohl immer „an etwas gefehlt, um weiter oben in der Tabelle zu landen“. Die Akteure weiterzuentwickeln, reize ihn. Zusätzlich attraktiv mache sein Engagement die nur kurze Anreise von seinem Wohnort Speicher und der neue Platz, der in Stahl entsteht. Seinen Spielerpass wolle er mit nach Stahl nehmen, bestenfalls aber in der Zweiten aushelfen, wenn „der Bewegungsdrang mal da ist“. Auf der Suche ist Niehl aktuell nach einem (mitspielenden) Co-Trainer.
In der Kreisliga B 11 gibt es einen internen Wechsel: Dominik Jahn schließt sich nach nur einer halben Saison beim SV Udelfangen wieder dem TuS Trier-Euren an.
Nach dem Abstieg aus der Eifeler Kreisliga A8 tritt der SV Fortuna Ulmen in dieser Spielzeit in der von Rhein-Ahr- und Rhein-Hunsrück-Teams dominierten B 8 an und überwintert hier auf Rang drei. Unabhängig von der Frage eines möglichen Wiederaufstiegs steht nun fest, dass Trainer Mario Sungen nach dann drei Jahren im Sommer aufhören wird. Hausbau und Nachwuchs will er in den kommenden beiden Jahren stärker in den Fokus rücken.
Der aktuelle Co-Trainer Mike Schumacher, der seine aktive Laufbahn nach dem dritten Kreuzbandriss beendet hat, wird nach Informationen der „Rhein-Zeitung“ aus zeitlichen Gründen in dieser Funktion bleiben. Wer Nachfolger von Sungen wird, ist derzeit noch offen.