
Beim BSV Kickers Emden ist eine weitreichende Entscheidung für die Zukunft gefallen: Zur Saison 2026/27 übernimmt Björn Lindemann das Amt des Cheftrainers. Der Regionalligist nutzt den Zeitpunkt bewusst für einen umfassenden Neustart – sportlich wie strukturell.
„Wir sind zu dem klaren Entschluss gekommen, dass wir uns zur kommenden Saison in zentralen Bereichen neu aufstellen müssen – und auch wollen“, erklären die Verantwortlichen und verweisen dabei auch auf die anstehende Reform der Regionalliga. Der Anspruch ist deutlich formuliert: „Mit reinem Feierabendfußball werden wir den nächsten Entwicklungsschritt nicht gehen können.“
Die Entscheidung für Lindemann ist dabei mehr als ein Trainerwechsel – sie ist Teil eines grundlegenden Strategiewechsels. „Zur neuen Saison drücken wir ganz bewusst den Reset-Knopf“, heißt es aus dem Verein. Neben verbesserten Rahmenbedingungen soll vor allem auf dem Platz eine neue Identität entstehen: „Gemeinsam mit Björn Lindemann wollen wir eine neue, hungrige Mannschaft aufbauen, die für einen mutigen, attraktiven und modernen Fußball steht.“
Der 44-Jährige, zuletzt beim SSV Jeddeloh tätig, gilt als Wunschlösung der Verantwortlichen. „Linde ist für uns die absolute Wunschlösung“, betonen sie und heben besonders seine Art hervor: „Er steht für einen technisch anspruchsvollen Fußball, bringt sehr viel Energie mit, spricht Klartext und hat eine klare Vorstellung davon, wie wir uns auf und neben dem Platz präsentieren wollen.“
Lindemann selbst zeigt sich hochmotiviert: „Kickers Emden ist ein Traditionsverein mit überragenden Fans. Dazu kommt mit Henning ein Verantwortlicher, der eine klare Vision hat, die sich mit meiner voll deckt.“ Sein Auftrag ist klar umrissen: „Wir wollen dem Verein eine neue DNA geben, mit der sich alle identifizieren können und auf die alle richtig Bock haben.“ Dabei gehe es nicht nur um sportliche Erfolge: „Unser Ziel ist es, Kickers sportlich wie strukturell weiterzuentwickeln und nachhaltig professioneller aufzustellen.“
Unterstützt wird Lindemann künftig von seinem langjährigen Weggefährten Marc Jamieson, den er als Co-Trainer mit nach Ostfriesland bringt.
Mit dem Neuanfang geht zugleich das Ende einer prägenden Ära einher: Die Zusammenarbeit mit Stefan Emmerling endet nach der Saison 2025/26. Die Entscheidung fällt den Verantwortlichen sichtbar nicht leicht. „Stefan ist eine absolute Vereinslegende – daran gibt es nichts zu rütteln“, heißt es. Man habe „über die letzten Jahre hinweg sehr eng, vertrauensvoll und erfolgreich“ zusammengearbeitet.
Dennoch sei ein neuer Impuls notwendig: „Gleichzeitig ist es aber auch legitim, dass wir nach dieser langen Zeit zur neuen Saison einen neuen und anderen Impuls auf der Trainerposition setzen möchten.“
Zum Abschied kündigt der Verein eine würdige Verabschiedung an – nicht nur für Emmerling, sondern für das gesamte Trainerteam: „Wir werden Stefan, Markus, Basti sowie dem gesamten Trainerteam zum Saisonende einen würdigen Abschied bereiten und bedanken uns schon jetzt ausdrücklich für ihren außergewöhnlichen Einsatz.“
Parallel laufen bereits Gespräche mit Spielern, die als Identifikationsfiguren gelten. Namen wie Tido Steffens, Marvin Eilerts und Basti Dassel stehen dabei im Fokus. Ziel ist es, trotz Umbruch eine sportliche Achse mit „absoluter Kickers-DNA“ zu erhalten – auch wenn die Vereinbarkeit mit privaten und beruflichen Anforderungen noch offen ist.
Klar ist: In Emden beginnt ein neues Kapitel – mit klaren Vorstellungen, deutlichen Worten und einem Trainer, der genau dafür stehen soll.