
Sportlich läuft es beim MSV Duisburg absolut rund. Die Zebras führen die Tabelle der Regionalliga West souverän an und stehen kurz vor dem direkten Wiederaufstieg in die 3. Liga. Das hat zuvor noch kein NRW-Absteiger geschafft. Die Mannschaft hat sich gefunden, doch das heißt auch, dass nicht alle Spieler des Kaders gleichermaßen zum Zuge kommen. Einer, der sich die Spielzeit beim MSV wohl ganz anders vorgestellt hat, ist Gerrit Wegkamp.
Der 32-Jährige kam im vergangenen Sommer als die Sturm-Hoffnung vom frisch gebackenen Zweitliga-Aufsteiger Preußen Münster. Gemeinsam mit Malek Fakhro - so dachte man - würde er die Liga zusammen- und den MSV zum Aufstieg schießen. Ein Treffer und Zwei Assists von "Wego" gab es in den ersten fünf Spielen, über die volle Distanz ging es aber nie für ihn. Fortan wurde er immer mehr zum Joker, sodass er insgesamt in 19 Begegnungen auf dem Platz stand. Mehr als zwei Tore und zwei Vorlagen konnte er aber nicht beisteuern.
"Ich habe immer gesagt, die Spieler, die nicht so viel spielen, sind für das Klima, die Trainingsleistung und die Stimmung extrem wichtig - vielleicht hinten raus sogar noch wichtiger als die Spieler, die mehr Zeit auf dem Platz standen. Wir haben ein sehr gutes Kollektiv, wir sind ein Team und nicht nur eine Mannschaft. Spieler wie Wego, der unser Vizekapitän ist, sind da extrem wichtig. Er gibt den jungen Spielern viel mit. Da kann ich nur meinen Hut vor ziehen", betont MSV-Cheftrainer Dietmar Hirsch.
Mit seiner Erfahrung ist Wegkamp für das Team enorm wichtig. Das ist auf dem Trainingsplatz, auf der Auswechselbank und auch im Einsatz auf dem Rasen zu jeder Zeit erkennbar. Natürlich fehlt ihm in einem gewissen Maß die Spielpraxis und natürlich ist er nicht so explosiv wie beispielsweise Youngster Simon Symalla. Aber das muss er auch gar nicht sein, denn er hat eine andere Rolle und die ist nicht minder wichtig.
"Er verhält sich absolut professionell und ist weit, weit weg von jemandem, der schlechte Stimmung macht oder ein Stinkstiefel ist. Natürlich hat er es sich anders vorgestellt, aber die Situation ist jetzt nun mal so, wie sie ist. Er fühlt sich als vollwertiges Mitglied und wird sich - wenn wir unser Ziel erreichen - extrem freuen", lobt Hirsch seinen Angreifer.
Wegkamp ist in seiner Position aber nicht allein. "Da haben wir mit Sicherheit noch mehr Spieler, die mit einem anderen Anspruch hierher gekommen und wenig gespielt haben", erklärt Hirsch. Allen voran dürfte er da wohl an Franko Uzelac gedacht haben, der sich nie wirklich durchsetzen konnte, oder auch an Luis Hartwig. Als es für ihn gut lief, verletzte sich der Offensivakteur und kämpft sich nun wieder mühsam zurück. Auch Kilian Pagliuca und Moritz Montag dürften sich mehr Einsatzzeit erhofft haben. Am Ende werden sich Spieler und Verein zusammensetzen müssen, um über die Zukunft zu sprechen.
