Die SV Elversberg blieb auch im zweiten Ligaspiel der neuen Saison ohne Niederlage. Nach dem Remis beim 1. FC Magdeburg drehte die Elf von Trainer Horst Steffen den Pausenrückstand zu einer 2:1-Führung, um dann doch noch den Treffer zum 2:2-Endstand zuzulassen.
Der FC machte von Beginn an Druck, gewann die Bälle nach Ballverlust schnell wieder zurück und erspielte sich einige gute Möglichkeiten. Mit dem neunten Torschuss gelang dann auch die Führung: Dejan Ljubicic schickte auf rechts Eric Martel, der den Ball flach in den Strafraum spielte. Tim Lemperle leitete per Hacke weiter auf Denis Huseinbasic, der den Ball flach zur Führung verwertete (22.). Danach machte der FC weiter das Spiel und hatte weitere Möglichkeiten. Am Gefährlichsten wurde es nach einer Ecke, als ein Hübers-Kopfball gerade noch auf der Linie von einem SVE-Verteidiger geklärt werden konnte (40.). Kurz vor dem Pausenpfiff hatten die Gastgeber die aussichtsreichste Chance, doch Luca Schnellbacher setzte den Schuss am Tor vorbei (45.).
Die Gastgeber erwischten nach dem Seitenwechsel einen optimalen Start. Sie konnten sich viel zu einfach durchkombinieren, der zur Pause eingewechselte Fisnik Asllani kam völlig frei zum Abschluss und traf zum 1:1 (46.). Es entwickelte sich nun ein deutlich offeneres Spiel als in Durchgang ein. Der FC hatte beispielsweise durch Damion Downs noch einen gefährlichen Abschluss (60.), doch kurz darauf drehte die SVE das Spiel komplett. Ein Lupfer hebelte die FC-Abwehr aus und Frederik Schmahl drückte einen Querpass im Strafraum über die Linie - 1:2 aus FC-Sicht. Es folgte ein weiterer bitterer Moment, als Mark Uth den Platz nur kurz nach seiner Einwechslung angeschlagen wieder verlassen musste. Doch in der 84. Minute kam der FC immerhin noch zum Ausgleich, als Kapitän Timo Hübers eine Pacarada-Ecke zum 2:2 einköpfte.
EffCee-Kapitän Timo Bernd Hübers sagte nach dem Spiel:
Was der Torschütze zum 2:2-Endstand meint, sind die sehr dominanten ersten 45 Minuten: „Wir müssen hinten raus nicht so kämpfen, wenn wir in der ersten Halbzeit den Sack vielleicht schon zumachen. So lassen wir die Tür offen und Elversberg nutzt das direkt nach der Pause.“ Innerhalb einer Viertelstunde drehten die Gastgeber das Spiel. „Da schließen wir nicht gut und verteidigen auch auf letzter Linie nicht gut.“
Unter dem Stich fasste Hübers nach den ersten beiden Saisonspielen zusammen: „Wir haben gute Phasen in den Spielen, aber noch nicht über 90 Minuten. Wir lassen die letzte Effizienz und Kaltschnäuzigkeit genauso vermissen wie die letzte Konsequenz hinten, um gute Leistungen in gute Ergebnisse umzumünzen.“
Kölns Trainer Gerhard Struber meinte auf der anschließenden Pressekonferenz: "Unser Anspruch war natürlich, hier drei Punkte mitzunehmen. Ich denke, dass ir in der ersten Hälfte vieles richtig gemacht haben. Wir waren kontrolliert und dominant, wir haben Chancen herausgespielt. Wir hätten mit einem höheren Vorsprung in die Halbzeitpause gehen müssen. Wir haben kaum bis nichts zugelassen, Wir haben mit dem schnellen Gegentor den Punkt verpasst, gut reinzukommen, das hat uns in eine Denkphase gebracht. da ist Elversberg aufgekommen. ir sind nach dem Rückstand aber dran geblieben und haben uns das Momentum zurück erkämpft. Zum Ende haben ir mit viel Einsatz und Energie den mehr als verdienten Ausgleich erzielt. Wir haben insgesamt mehr für das Spiel getan. Mark-Alexander Uth musste gleich wieder vom Platz, wir müssen ihn nun genauer untersuchen, aber der erste Eindruck war, dass es nicht so schlimm ist. Die Normalität, die ich erwarte, ist derzeit bei uns fünfspurig. Wir haben junge Spieler, die alles reinwerfen, die Leichtigkeit wird bei vielen mit dem ersten Torerfolg kommen. Es gibt Phasen, wo man sich Dinge hart erarbeiten muss, da stecken wir gerade drin. Wir kommen zu zahlreichen Möglichkeiten, zu dicken Chancen. Es ist eine Frage der Zeit, wann der Knoten platzt. Mit der Leistung in den ersten Spielen war ich zufrieden. Unser Anspruch ist aber weiterhin, punktemäßig woanders zu stehen. Von den Ergebnissen her haben wir das nicht hinbekommen. Leistungsmäßig geht es in die richtige Richtung, es gibt aber Dinge, die wir stabilisieren müssen, um Spiele zu gewinnen".
Sein Gegenüber Horst Steffen entgegnete:" Wir hatten einen guten Start, mit guten Spielverlagerungen. Nach zehn Minuten wurde es deutlich weniger bei uns. Von der Spielanlage her hätten wir mehr Möglichkeiten schaffen können. das haben wir nicht gemacht, hatten viele Ungenauigkeiten. Der Gegner hat uns Probleme bereitet, Das 0:1 war dann zur Pause ein gutes Ergebnis für uns. Dann wurde es etwas lauter, wir haben gewechselt. Wir hatten zum Schlu0 der ersten Hälfte noch zwei, drei Gelegenheiten. Die ersten 25 Minuten im zweiten Durchgang war es dann anders. Wir hatten Aktivität und Tempo, haben uns belohnt. Es ist natürlich gut, dass zwei Jungs, die rein kamen, Tore machten und das zweite gemeinsam vorbereiteten. Es war klar, dass auch Köln wieder kommen würde, da hatten wir zu wenig Entlastung. Wir mussten Druck aushalten gegen einen starken EffCee. Wir hatten das Gefühl, wir könnten gewinnen, das ist uns am Ende aber nicht gelungen. Ich habe in der ersten Hälfte Dinge wahrgenommen, die wir ändern mussten und entschieden, dass wir wechseln sollten. Schnellbacher hat kaum trainiert, wir haben es dann heute morgen getestet und ihn von Beginn an gebracht. Es war klar, dass es nicht für 90 Minuten geht. Asslani hat Qualitäten, das wissen wir auch, wir wollten Impulse im Mittelfeld setzen. Wir hatten zu viele einfache Ballverluste. Es war nicht geplant, dass wir ein zweites Tor machen ,wir versuchen vieles zu planen aber dass es so gut läuft kann man nicht wissen. Manchmal müssen wir trotz der vielen Planungen auch mal intuitiv entscheiden. Wir hatten in den beiden Spielen Phasen, in denen es gut lief und Phasen, in denen es weniger gut lief. Es ist aber klar, dass es dauern wird, bis das eingespielt ist. Deshalb bin ich froh über jeden Punkt, den wir jetzt schon holen. Wir mussten in beiden Spielen mehr verteidigen als uns lieb war.
Am kommenden Wochenende steht für den FC sonntags das nächste Spiel an. Dann geht es in der ersten Runde des DFB-Pokals zum SV Sandhausen, Anstoß im Stadion am Hardtwald ist um 15.30 Uhr.
Die SV Elversberg spielt gleichzeitig beim VfV Borussia 06 Hildesheim im Stadion Pottkuhle.