
In der Bezirksliga 2 Braunschweig liegen Freud und Leid oft nur eine Halbzeit weit auseinander. Diese Erfahrung musste der MTV Hondelage am Sonntag schmerzlich machen. Im Heimspiel gegen den erstarkten VfL Leiferde sah es lange Zeit nach einem Befreiungsschlag für die Mannschaft von Rafael Schindzielorz aus, doch am Ende stand ein 2:2-Unentschieden, das beim Trainer spürbare Ernüchterung hinterließ.
Dabei verlief der erste Durchgang hocheffizient für die Hausherren. Nach einer kurzen Anlaufphase von etwa zehn Minuten stabilisierte sich der MTV in einer zunächst ausgeglichenen Partie mit wenigen Torraumszenen. Dass es mit einer Zwei-Tore-Führung in die Kabine ging, lag vor allem an der Kaltschnäuzigkeit von Amed Koulibaly, der in der 13. und 39. Minute zur Stelle war. „Die einzigsten beiden Torchancen, die wir in der ersten Halbzeit hatten, haben wir auch reingemacht“, analysierte Schindzielorz die gnadenlose Chancenverwertung seiner Elf.
Doch das Bild wandelte sich nach dem Seitenwechsel drastisch. Der MTV verlor zusehends den Zugriff auf die Begegnung und überließ den Gästen die Initiative. „Zweite Halbzeit hingegen haben wir das Spiel wieder mal komplett aus der Hand gegeben und sind nur noch hinterhergelaufen und haben versucht zu verteidigen“, kritisierte der Coach den Auftritt seiner Mannschaft. Der Anschlusstreffer durch Jannik Rowold (64.) war die logische Konsequenz der Leiferder Drangphase: „Es war nur eine Frage der Zeit, bis wir ein Gegentor bekommen.“ In der 85. Minute glichen die Gäste durch Niko Kolodzyk schließlich verdient aus.
Dass Hondelage nicht gänzlich mit leeren Händen dastand, war vor allem Schlussmann Lukas Otto zu verdanken, der in der Schlussphase mehrfach glänzend parierte. „Am Ende können wir uns bei unserem Torwart Lukas Otto bedanken, dass wir das Spiel nicht noch verloren haben“, gab Schindzielorz offen zu. Zwar boten sich dem MTV durch Konter noch Gelegenheiten zur erneuten Führung, doch diese blieben ungenutzt.
Die Ursachenforschung für den Einbruch im zweiten Durchgang fiel dem Trainer nicht schwer. Er verwies auf die prekäre personelle Situation, die kaum Wechselmöglichkeiten zulässt und die Stammkräfte verschleißt: „Es sind einige Spieler kräftemäßig überhaupt nicht auf der Höhe. Und das können wir einfach bei der Personallage nicht auffangen.“
In der Tabelle tritt der MTV Hondelage mit 30 Punkten auf dem fünften Platz auf der Stelle, während der VfL Leiferde (27 Punkte) den Anschluss hält. Für Schindzielorz kommt die nun anstehende zweiwöchige Spielpause gerade recht, um die Defizite aufzuarbeiten: „Wir haben jetzt zwei Wochen spielfrei und werden das Training etwas anziehen, damit wir wieder in die Spur kommen.“