2026-05-06T12:44:31.715Z

Spielbericht

Remis im Duell der Enttäuschten!

von Felix Sebald · Gestern, 22:35 Uhr · 0 Leser

Am 23. Spieltag gastierten die Eisenbahner bei MSV Bajuwaren. Das Spiel hatte sportlich keine höhere Bedeutung mehr für den Saisonverlauf der Kreisklasse 5 München, denn beide Mannschaften befinden sich im gesicherten Tabellenmittelfeld.

Die angespannte Personalsituation der Eisenbahner (wir berichteten) hielt weiterhin an und so reiste man mit lediglich drei Ersatzspielern (inklusive Ersatzkeeper Denys Kessler) zum Auswärtsspiel an die Görzer Straße. Das Trainerteam um Thomas Bauer und Florin Costea, das in der Vorwoche seine Zusage für eine weitere Spielzeit an der Seitenlinie der ersten Herrenmannschaften der Ostler gegeben hatte, stellte die Startelf notgedrungen im Vergleich zur ansprechenden Leistung gegen Stern München auf einer Position um. Für den angeschlagenen Theo Meyer rückte Marco Stubenrauch in die Startformation.

Bei schwülen Temperaturen um die 25 Grad auf dem aufgeheizten Kunstrasen kamen beide Mannschaften nur schleppend in Tritt. In der Anfangsviertelstunde konnte keins der Teams nennenswerte Offensivaktionen verbuchen. Anschließend entwickelten die Ostler, die der Heimmannschaft ungewohnter Weise viel Ballbesitz zugestanden, erste Torgelegenheiten durch Luan Waldleitner und Oscar Schmidt. Die junge, spielerisch durchaus versierte Heimelf wurde lediglich durch Standards und Distanzschüsse gefährlich. In der 38. Minute rückte der Schiedsrichter Ulrich Weidauer, der den Sonntagnachmittag noch nachhaltig prägen sollte, dann zum ersten Mal in den Mittelpunkt. Nachdem er bis dato auf beiden Seiten mit fragwürdigen Entscheidungen auffiel, kam es nach einem Zweikampf an der Seitenlinie zu einer Rudelbildung. Diese wurde unter anderem durch den Leiter des Ordbungsdienstes der Gäste, Abteilungsleiter Marco Schlegelmilch, geschlichtet. Während der Schiedsrichter die Auslöser der Rudelbildung nur mit Hilfe der beiden Kapitäne benennen konnte, wusste er ebenfalls nicht, dass die seit mehreren Jahren zur Deeskalation geschaffene Stelle des Leiter Ordnungsdienstes besteht. Die anschließend aufgeheizte Stimmung nutzten die Eisenbahner kurz vor der Pause zur Führung. Einen Diagonalball von Felix Sebald verwertete Jonas Schlegelmilch in den Strafraum scheiterte anschließend genauso wie Marco Stubenrauch am Heimkeeper. Den Rebound verwertete erneut Jonas Schlegelmilch zur Führung (41.). Es folgten wüste Proteste der Heimmannschaft, die eine Abseitsstellung erkannt haben wollten. Der Schiedsrichter diskutiere circa fünf Minuten mit mehreren Heimakteuren ehe das Spiel fortgesetzt wurde. Kurz darauf endete die erste Halbzeit mit einer Nettospielzeit von gefühlt 20 Minuten.

Nach der Halbzeit drückte die Heimmannschaft dann unmittelbar aufs Tempo und übernahm die Spielkontrolle, ohne jedoch klare Chancen zu entwickeln. Ab der 48. Minute begann der Schiedsrichter dann eine sehr einseitige Spielleitung einzunehmen. Bis zur 61. Minuten verwarnte dieser drei Eisenbahnerakteure wegen Allerweltsfouls und verwerte gleichzeitig diverse Pfiffe zugunsten der Ostler. In der 62. Minute zeigte der Referee des TSV Zorneding dann dem Headcoach der Eisenbahner Thomas Bauer, der sich zwar lautstark aber in angemessener Sprache über die skandalöse Spielleitung eschauffierte, erst gelb und verwies in im gleichen Atemzug des Feldes. Direkt nachfolgend hatten die Eisenbahner zwei Gelegenheiten durch Luan Waldleitner um das Spiel zu entscheiden, doch der Heimkeeper reagierte zweimal glänzend. Auch in der Folge kam kein großer Spielfluss mehr auf. Gefühlt beide Mannschaften sehnten den Abpfiff eines unwürdigen Fußballspiels herbei. Doch in der 83. Spielminute hatte der Schiedsrichter noch eine Wendung vorhergesehen. Als ein Heimakteur ohne nennenswerten Kontakt im Ostlerstrafraum zu Boden ging, zeigte er auf den Punkt. Ein Pfiff über den sogar die Heimakteure schmunzeln mussten. Heimkapitän Batuhan Gök nutzte das Geschenk gegen den fehlerfreien Flo Strohmer und glich damit aus. Nach weiteren circa zehn Minuten der One-Man-Show wurde ein bedeutungsloses Fußballspiel beendet, das trotzdem in Nachhinein noch für viel Gesprächsstoff sorgte.

Somit teilten sich der ESV und der MSV, die sich beide von der Saison mehr erhofft haben dürften, relativ leistungsgerecht die Punkte und verbleiben in der Bedeutungslosigkeit der Tabelle.

Statement von Kapitän und sportlichem Leiter der Eisenbahner, Felix Sebald, zum Spiel: "In unserer personellen und mentalen Verfassung ein leistungsgerechtes Remis gegen eine junge, talentierte Mannschaft. Dass der Schiedsrichter ein Spiel ohne sportliche Brisanz derart vereinnahmen und prägen kann, habe ich noch nie erlebt. Wir hatten erst letzte Woche im Verein wieder eine Schulung über Konfliktbewältigung und Respekt gegenüber den Schiedsrichtern. Wir leben diese Werte seit der Umstrukturierung des Vereins 2019 vorbildlich aus, aber erwarten natürlich auch, dass uns dieselben Tugenden, die das schönste Hobby der Welt ausmachen, entgegen gebracht werden, was ja auch zu 99% passiert."