2026-04-14T12:48:59.332Z

Allgemeines

Remis-Fluch hält an: Osterrönfelder TSV rettet Punkt

von Ismail Yesilyurt · Heute, 11:45 Uhr · 0 Leser
Luca Wallschläger (am Ball) und der Osterrönfelder TSV verlernen das Siegen.
Luca Wallschläger (am Ball) und der Osterrönfelder TSV verlernen das Siegen. – Foto: Olaf Wegerich

Der Osterrönfelder TSV kommt im Fußballjahr 2026 einfach nicht über die Rolle des Remis-Königs hinaus. Auch im sechsten Anlauf reichte es für die Blau-Gelben gegen den FC Burg nur zu einem Unentschieden. Beim 2:2 (0:1) durchlebten die 100 Zuschauer am Bahndamm eine Achterbahnfahrt der Gefühle – inklusive eines umstrittenen „Phantomtors“, eines Platzverweises und eines Last-Minute-Treffers.

Eigentlich schien die Marschroute klar: Mit Dominanz und spielerischer Überlegenheit wollte der OTSV endlich den ersten Dreier des Jahres einfahren. Doch wie so oft in den vergangenen Wochen machten sich die Gastgeber das Leben durch Unkonzentriertheiten selbst schwer.

Kalte Dusche trotz drückender Überlegenheit

Von Beginn an spielten die Hausherren nur in eine Richtung. Bereits nach vier Minuten hatte Jon Truschkowski die Führung auf dem Fuß, und auch Fabian Baltz vergab nach knapp einer halben Stunde eine Großchance. Doch während der OTSV die Tore nicht machte, bestrafte der FC Burg einen individuellen Fehler eiskalt. Nach einem eigenen Einwurf leistete sich die Defensive einen unnötigen Ballverlust. Truschkowski wollte seinen Fehler im eigenen Strafraum wiedergutmachen, ging dabei jedoch zu „übermütig“ (so der Tenor am Spielfeldrand) in den Zweikampf. Schiedsrichter Müller zeigte auf den Punkt, und Jacob Steffensen verwandelte in der 27. Minute humorlos zur schmeichelhaften Gästeführung.

Standard-Stärke und ein verwehrtes Traumtor

Im Gegensatz zu manch anderem Auftritt in dieser Saison kam der OTSV diesmal hochkonzentriert aus der Kabine. Die Belohnung folgte prompt: Einen präzisen Freistoß von Marko Grbavac köpfte Lorenz Billerbeck in der 49. Minute unhaltbar zum Ausgleich ein.

Wenig später erhitzten sich die Gemüter: Grbavac zirkelte einen Eckball mit Windunterstützung direkt in Richtung Tor – der Ball schien die Linie bereits überquert zu haben. Während die Osterrönfelder bereits jubelten, verließ sich Referee Müller auf seinen Linienrichter, der auf „kein Tor“ entschied. Eine Szene, die noch lange für Gesprächsstoff sorgen sollte.

Schmeling sieht gelb-rot - Billerbeck findet spätes Glück

In der Schlussviertelstunde schien das Spiel endgültig zugunsten der Gäste zu kippen. Paul Butzek stellte in der 74. Minute den Spielverlauf komplett auf den Kopf und markierte das 1:2. Als nur fünf Minuten später auch noch Kapitän Oliver Schmeling mit der Gelb-Roten Karte vorzeitig zum Duschen geschickt wurde, schien die Niederlage besiegelt.

Doch die verbliebenen zehn Osterrönfelder bewiesen eine enorme Moral. In der zweiten Minute der Nachspielzeit war es erneut Lorenz Billerbeck, der mit seinem zweiten Treffer des Tages das Stadion zum Beben brachte und den 2:2-Ausgleich erzielte. In den verbleibenden Sekunden hatten Johannes Bruns und Jamie Liß sogar noch den Siegtreffer auf dem Fuß, scheiterten jedoch unglücklich.

Blick nach vorn: Siegpflicht in Hademarschen

„Wieder kein Sieg für den OTSV“, lautete das ernüchternde Fazit nach dem vierten Remis im sechsten Spiel. Auch wenn sich das Unentschieden aufgrund des späten Zeitpunkts wie ein moralischer Erfolg anfühlt, hat die Mannschaft erneut zwei verdiente Punkte liegen gelassen.

Am kommenden Sonntag steht für die Blau-Gelben nun das schwere Gang zum Schlusslicht nach Hademarschen an. Dort ist ein Sieg mittlerweile Pflicht, um den Anschluss nicht zu verlieren. Die Mannschaft baut dabei auf die Unterstützung ihrer Anhänger, um den „Unentschieden-Bann“ endlich zu brechen.