
Was für ein Beben in der Landesliga Nordost! Am 32. Spieltag ist der Kampf um die Aufstiegsrelegation völlig neu entbrannt. Während die SpVgg Jahn Forchheim im Nürnberger Knoblauchsland unterging, nutzte der FC Eintracht Münchberg die Gunst der Stunde. Auch am Tabellenende und beim bereits feststehenden Meister gab es faustdicke Überraschungen.
Der TSV Nürnberg-Buch hat im Abstiegskampf ein gewaltiges Ausrufezeichen gesetzt und die SpVgg Jahn Forchheim mit 4:0 deklassiert. Vor 320 Zuschauern brachte Emre Öztürk (8.) die Hausherren früh auf Kurs. Nach dem Seitenwechsel drehten die Bucher Jungs richtig auf: Ein Doppelpack von Oliver Lahr (56., 64.) und der Treffer von Tarik Sormaz (68.) besiegelten das Debakel für den Tabellenzweiten. Buch klettert damit auf Rang 15 und sendet ein deutliches Signal an die Konkurrenz, während Forchheim den sicher geglaubten Puffer auf die Verfolger komplett einbüßte.
Der FC Eintracht Münchberg ist der große Gewinner des Wochenendes. Im direkten Duell der Top-Teams bezwang die Eintracht den SC 04 Schwabach knapp mit 1:0. Den goldenen Treffer des Tages erzielte Marvin Nöske in der 67. Spielminute. Durch den Sieg zieht Münchberg punktetechnisch mit Forchheim gleich (beide 61 Zähler). Da nur noch zwei Spieltage zu absolvieren sind, steuert die Liga auf ein fotofinishwürdiges Finale um den Relegationsplatz zu.
Der bereits feststehende Meister DJK Ammerthal scheint die Zügel nach dem vorzeitigen Titelgewinn etwas locker zu lassen und kassierte eine 0:2-Heimpleite gegen den starken Aufsteiger SpVgg Mögeldorf 2000. Kimi Japec (25.) brachte die Nürnberger in Führung. Kurz nach der Pause sah Ammerthals Henrik Brüggen wegen einer Notbremse Rot (50.), woraufhin Tanel Engin (65.) den Deckel auf die Partie machte. Für die DJK ist die Niederlage verschmerzbar, für Mögeldorf ein echtes Ausrufezeichen.
Der 1. SC Feucht feierte einen deutlichen 4:0-Erfolg gegen den SV Lauterhofen. Die Gäste schwächten sich bereits nach sechs Minuten selbst, als Achim Meyer wegen einer umstrittenen Notbremse mit Rot vom Feld musste. In Überzahl taten sich die Zeidler lange schwer, ehe Florian Dietz (61.), Julian Rauch (71.), Cedric Drewanz (76.) und Philipp Nutz (90.) das Ergebnis in der Schlussphase standesgemäß in die Höhe schraubten.
Der ASV Weisendorf bewies gegen den FSV Erlangen-Bruck einen langen Atem. Nach Toren von Hummel (24.) und Nyary (63.) sah der FSV bereits wie der sichere Sieger aus. Doch Tobias Geyer avancierte zum Retter der Hausherren: Erst verkürzte er in der 82. Minute, ehe er in der Nachspielzeit (90.+1) den umjubelten 2:2-Ausgleich markierte. Damit bleibt Weisendorf im gesicherten Mittelfeld.
Der SV Unterreichenbach feierte einen knappen 1:0-Auswärtssieg beim TSV 1860 Weißenburg. Xaver Distler erzielte in der 33. Minute das einzige Tor des Tages. Während die "Urus" ihren Platz im oberen Mittelfeld festigen, rutscht Weißenburg durch die Niederlage auf den 16. Tabellenplatz ab und muss bei nur noch zwei ausstehenden Spielen massiv um den Klassenerhalt bangen.
Gegen das bereits feststehende Schlusslicht Vorwärts Röslau brauchte der SV Buckenhofen lange Anlaufzeit. Erst in der 69. Minute brach der eingewechselte Emil Nöhring den Bann. Tobias Freimuth (72.) und ein Doppelpack von Benedikt Kühn (87., 90.+1) sorgten am Ende für einen deutlichen 4:0-Erfolg der Staustufenkicker vor heimischer Kulisse.
Zwischen dem TSV Windeck Burgebrach und dem TSC Neuendettelsau gab es keinen Sieger. Michael Arnold (45.) brachte die Gäste kurz vor dem Pausenpfiff in Führung, doch Nico Plätzer (47.) antwortete unmittelbar nach Wiederanpfiff. Beim 1:1 blieb es bis zum Ende – ein Ergebnis, das vor allem Neuendettelsau im Kampf um den direkten Klassenerhalt nur bedingt weiterhilft.
Kurioses ereignete sich bei der SG Quelle Fürth: Das Spiel gegen den SV Gutenstetten-Steinachgrund fand nicht statt. Da die Gäste laut Medienberichten keine spielfähige Mannschaft stellen konnten, wird die Partie voraussichtlich mit 2:0 für die Quelle gewertet, die damit kampflos ihren Platz im gesicherten Mittelfeld zementiert.