2026-05-12T12:35:39.633Z

Relegation

Relegations-Dramen: SG Waidhaus und Obertrübenbach jubeln

Amberg/Weiden: Zunächst im Aluminium-Pech, kann die Spielgemeinschaft schließlich doch jubeln und bleibt im Kreisklassen-Rennen +++ Cham/Schwandorf: Dieterskirchen scheitert im Elfmeterschießen und steht vorm Abstieg

von Florian Würthele / Werner Schaupert · Heute, 19:50 Uhr · 0 Leser
Der SV Obertrübenbach hat beste Chancen auf die Kreisliga.
Der SV Obertrübenbach hat beste Chancen auf die Kreisliga. – Foto: Heiko Gietlhuber

Drama vor stolzen 700 Zuschauern in Wurz: Das Kreisklassen-Relegationspiel im Fußballkreis Amberg/Weiden zwischen dem SC Schwarzenbach und der SG Waidhaus/Neukirchen C/Pfrentsch wurde – vor allem weil SC-Torwart Daniel Spachtholz über sich hinauswuchs – erst im Elfmeterschießen entschieden. Vom Punkt hatte schließlich der Vizemeister der A-Klasse Ost die besseren Nerven. Damit hat die Dreier-Spielgemeinschaft einen wichtigen Schritt in Richtung Aufstieg gemacht. Dagegen muss Schwarzenbach den bitteren Gang in die A-Klasse antreten.

Spannend ging es auch in Nittenau zu. Dort ging die erste Begegnung der Kreisliga-Relegation im Kreis Cham/Schwandorf vonstatten. Und auch hier sollte die Entscheidung – vor ebenfalls rund 700 Fans – erst im Elfmeterschießen fallen. Hier setzte sich der SV Obertrübenbach verdient gegen (bisher) klassenhöheren TSV Dieterskirchen durch. Die einen haben nun allerbeste Chancen auf den Aufstieg in die Kreisliga; den anderen bleibt ein Nadelöhr (Stichwort Bezirksliga-Relegation), um doch noch die Klasse zu halten.

Relegation zur Kreisklasse Amberg/Weiden


Kein Spiel für schwache Nerven! Nach 90 Minuten war man genauso schlau wie zuvor. 1:1 endete die Regelspielzeit. In einer intensiven, aber fair geführten Partie verzeichnete A-Klassen-Vertreter SG Waidhaus ein Chancenübergewicht, wobei auch der Gegner bei Umschalt- und Standardsituationen Gefahr ausstrahlte. Kurz vor der Halbzeitpause überschlugen sich die Ereignisse. Erst stocherte Fabian Waldmann das Leder in Folge ein Freistoßes zur Schwarzenbacher Führung über die Linie (40.). Nur fünf Minuten schlug die SG durch Luis Bauer zurück. Er überwand SC-Keeper Daniel Spachtholz aus gut und gerne 30 Metern. Ein Traumtor! Durchgang zwei solle keine weiteren Tore sehen. Näher dran am Lucky Punch war die SG, die zur Stunden-Marke nur die Latte traf.

Die Verlängerung begann mit einem Paukenschlag. Lukas Siegler sah die Ampelkarte und erwies damit dem nun in Unterzahl agierenden Kreisklassisten einen Bärendienst. In der Folge war die SG Waidhaus am Drücker. Spachtholz stand mehrmals im Fokus. Drei Mal vereitelte er mit starken Taten die SG-Führung. Zwei der drei Male rettete auch die Latte. Ein Pfostenschuss (112.) markierte den inzwischen vierten Aluminiumtreffer der Spielgemeinschaft in diesem Match. Was für ein Pech! Weil auf der Gegenseite dann auch SG-Goalie Sebastian Rauch stark rettete (120), ging es ins Elfmeterschießen. Dort verschossen alle Schwarzenbacher Spieler – der nervenstarke A-Klasse-Vize durfte feiern. Dessen Gegner in der 2. Relegationsrunde ist die SpVgg Windischeschenbach.

SG-Coach Fabian Wirth: Ein Relegationsspiel, wie man es erwartet. Ertmal waren beide Teams auf Fehlervermeidung aus. Über die 120 Minuten hat sich meine Mannschaft ein Übergewicht erspielt und einige Hochkaräter liegen lassen. Alleine drei Mal rettete die Latte für den SCS. Zum Schluss waren wir in Überzahl etwas übermütig, muss man sich dann aber beim eigenen Schlussmann bedanken, der einen Konter grandios pariert. Elfern ist dann Nervensache. Da blieben wir unaufgeregt und haben den Sieg heimgefahren. Lob ans Schiedsrichter-Gespann, an den SV Wurz und alles Gute dem SCS in der kommenden Saison.“

SCS-Spielertrainer Sebastian Urban: „Unser Spiel war in den regulären 90 Minuten gut und ausgeglichener mit optischem Übergewicht für Waidhaus. Dennoch gewinnen wir das Ding vermutlich, wenn der Sonntagsschuss aus 25 bis 30 Meter nicht reingeht. In der Verlängerung war Waidhaus mit einem Mann mehr und klar überlegen, wir haben Glück ins Elfmeterschießen zu kommen. Wobei wir mit der letzten Aktion des Spiels sogar gewinnen müssen, als wir allein aufs Tor zuliefen und den Ball nicht reinbekamen. Alles in allem aber am Ende verdient für Waidhaus. Nichtsdestotrotz bin ich mit der Leistung meiner Mannschaft zufrieden. Es haben sich nochmal alle aufgerafft und alles gegeben – wobei man gemerkt hat, dass einfach bei vielen das Training fehlt. Im Elfmeterschießen ist es einfach 50/50-Glücksspiel und da haben wir dann einfach nicht getroffen.“


Relegation zur Kreisliga Cham/Schwandorf


Dramatisch ging es auch in Nittenau zu. Vor einer prächtigen Zuschauerkulisse war Kreisklassen-Vize SV Obertrübenbach grundsätzlich näher dran, das Ganze vor der „Glückslotterie“ Elfmeterschießen zu „ziehen“. Doch zweimal schlug der TSV Dieterskirchen zurück – zunächst durch Florian Weingärtner (69./nach Vorlage von Schmirler) zum 1:1, dann kurz vorm Ende der Verlängerung durch ein Traumtor von Andreas Ruhland. Alex Schafberger (15.) und Benjamin Niklas (98.) hatten den SVO in Führung geschossen. Kurz nach seinem erneuten Führungstreffer geriet Obertrübenbach durch eine gelbrote Karte (111.) zahlenmäßig ins Hintertreffen. Im Elfmeterschießen verschoss einzig Dieterskirchens Last-Minute-Torschütze Ruhland – Obertrübenbach feierte und hat nun beste Chancen, den Sprung ins Kreisoberhaus zu schaffen. Womöglich reicht am Ende schon dieser eine Sieg dazu aus. Schlecht in puncto Klassenerhalt sieht es dagegen für Dieterskirchen aus.