
VfL-Torwart und Kapitän Michi Wölfl ist nach seiner roten Karte in Ehekirchen gesperrt. Alle haben volles Vertrauen in Ersatzkeeper Tobi Kaiser
Kaufering - Die erste Runde ist erfolgreich überstanden, nach dem 2:1-Heimsieg und dem 0:0 beim FC Ehekirchen (steigt nach acht Jahren in die Bezirksliga ab) geht’s bei Bezirksliga-Vizemeister VfL Kaufering diese Woche um Alles oder Nichts, um den Wiederaufstieg in die Landesliga oder ein weiteres Jahr in der Bezirksliga. Am Mittwoch (18.30 Uhr) gastiert der VfR Neuburg/Donau im ersten Spiel der zweiten Relegationsrunde in Kaufering, am Samstag (Anpfiff 16 Uhr) muss die Truppe von Trainer Alex Wagner (35) beim Bezirksliga Nord-Vizemeister antreten. Das Team aus dem Landkreis Neuburg-Schrobenhausen spielte zuletzt in der Saison 2021/22 in der Landesliga – und will nach vier Jahren wieder dahin zurück. In Runde eins kam der VfR nach einem Elfmeterkrimi gegen den SSV Niedersonthofen, dem Landesliga-16., weiter. Nach einem 4:1-Heimsieg stand es im Rückspiel nach 120 Minuten 0:3. Im Elfmeterschießen setzten sich die Gäse dann mit 4:3 durch und kamen so trotz einer 4:6-Niederlage in die entscheidende Runde.
In der muss Kaufering ohne seinen Torwart und Kapitän Michi Wölfl (28) auskommen: Rote Karte in der 73. Minute in Ehekirchen. „Notbremse“, behaupten die Gastgeber, „zu hart, da hätte ich mir meh Fingerspitzengefühl gewünscht“, sagt Wagner. Denklingens Ex-Coach Markus Ansorge, der vor Ort war, spricht sogar von einer „klaren Fehlentscheidung“. Und wie hat der Rot-„Sünder“ die Situation gesehen? „Niemals Rot“, ist er sich sicher. „Ich komm bei einem langen Pass raus, Christoph Hollinger ist vor mir dran, schlägt den Ball ins Aus und fällt. Ich habe ihn definitiv nicht getroffen. Ich schlage mit dem rechten Fuß ein Luftloch, es gab keinen Kontakt. Man sieht im Video eindeutig, wie mein Schussbein durchschwingt. Außerdem war Malik Belakhal noch hinter mir – ich war also auch nicht letzter Mann.“ Doch Schiedsrichter Saif Fekih (SG Oberndorf/Matting) zückte sofort die rote Karte: „Er wollte mir dann aber nicht erklären, warum.“
Jetzt hoffen Wölfl und der der VfL auf Einsicht des Sportgerichts – das tagt allerdings immer mittwochs. Wäre für das erste Spiel gegen Neuburg zu spät. Deshalb schlägt im insgesamt dritten Relegationsspiel wohl die Stunde für Ersatzkeeper Tobias Kaiser (28), der zwar - weil Wölfl nie verletzt oder gesperrt war – bisher nur dreimal in der Ersten (2023/24 und 2024/25 je einmal in der Landesliga und eben jetzt in Ehekirchen) zum Einsatz kam, aber auf die Erfahrung von mehr als 150 Spielen in der zweiten Mannschaft verfügt. „Der Tobi macht das schon, auf ihn können wir uns verlassen“, ist sich Wölfl sicher. „Er kommt übrigens aus Schongau und ist mein Fahrgemeinschafts-Partner.“ Wagner: „Tobi ist ein Super-Torwart, der bei jedem anderen Bezirksligisten spielen würde, da habe ich keine Bedenken.“ Kapitän Wölfl baut zudem auf die Kauferinger Abwehr: „Die ist stark genug für Neuburg.“ Positiv zudem: Flo Bucher (29), eine enorm wichtige Komponente in der VfL-Abwehr, der zuletzt wegen Knie-Problemen fehlte, will am Mittwoch wieder eingreifen. Fraglich bleibt Daniel Rimmer (26), den eine Schleimbeutelentzündung in der Ferse plagt. Der Vize-Kapitän wurde deshalb in Ehekirchen erst in den letzten Sekunden der Nachspielzeit eingewechselt. Trainer Wagner : Ich hoffe sehr, dass meine beiden verlängerten Arme auflaufen können.“ Der Coach erwartet eine „sehr spielstarke Mannschaft, ein ganz schönes Brett“. Er verspricht: „Wir werden wieder unser Stärken auf den Platz bringen. Und wir hoffen wie im Hinspiel gegen Ehekirchen auf ein volles Haus und lautstarke Unterstützung. Das haben sich die Jungs wirklich verdient.“