2026-04-20T12:45:22.080Z

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Rekordserie des VfB 03 Hilden endet beim KFC Uerdingen

Die Mannschaft von Tim Schneider verpasst den elften Sieg in Folge. Am Ende kochen die Emotionen hoch. Das Aufstiegsrennen in der Oberliga bleibt spannend.

von RP / Birgit Sicker · Heute, 18:00 Uhr · 0 Leser
Hilden muss sich gegen den KFC geschlagen geben
Hilden muss sich gegen den KFC geschlagen geben – Foto: Sven Hanisch

KFC UerdingenVfB 03 Hilden 1:0 (1:0). Der Stecker ist gezogen: Nach zehn Siegen hintereinander in der Oberliga reichte die Energie der VfB 03-Spieler nicht mehr für einen Erfolg in Uerdingen. Am Ende gab sich der Tabellenzweite beim Verfolger knapp mit 0:1 geschlagen. Allerdings wusste auch der KFC in seinem Heimspiel vor rund 2400 Zuschauern nicht wirklich zu überzeugen. Mit dem Sieg verkürzte die Mannschaft von Julian Stöhr den Abstand zum VfB 03 auf drei Punkte.

Weil Chefcoach Tim Schneider aus familiären Gründen direkt nach dem Abpfiff die Heimfahrt antrat, nahm Philipp Schütz seinen Part bei der Pressekonferenz wahr. „Es ist unserer Mannschaft diesmal nicht gelungen, aus wenigen Chancen ein Tor zu machen. Wenn wir in der Box waren, wollten wir noch mal quer spielen, statt direkt abzuschließen“, sagte der Co-Trainer und bekannte: „Wir hatten in der ersten Halbzeit Schwierigkeiten, in unser Spiel zu finden.“ Der ungewohnte Naturrasen, der sich zudem nicht im besten Zustand präsentierte, sowie die laute Stadionatmosphäre hatten ihren Anteil daran. „Wir haben heute viele falsche Entscheidungen getroffen. Die Ideen, die wir bei Standards hatten, sind nicht aufgegangen“, erklärte Schütz und konstatierte: „Das ist schon ein Dämpfer, den wir erst einmal sacken lassen müssen.“

Reck mit dem goldenen Treffer

Aufgrund langer Kassenschlagen pfiff Schiedsrichter Emircan Kandemir die Begegnung eine Viertelstunde später als geplant an. Da hatten dann auch die Fans des VfB 03 Platz genommen und sahen, wie Mohammed Cissé und Etienne Feese die erste Chance durch Luka Kawabe einleiteten, doch der Hawaiianer schloss von halbrechter Position etwas überhastet ab (10.). Den ersten Uerdinger Versuch von Etienne-Noel Reck parierte Hildens Keeper Yannic Lenze. Im Zweikampf gegen Alexander Lipinski setzte VfB 03-Kapitän Fabian zur Linden ein erstes Zeichen – zum Unmut der KFC-Fans ahndete der Unparteiische die Aktion nicht.

18 Minuten waren gespielt, als die Gäste erstmals eine Ecke zugesprochen bekamen, doch die Hereingabe blieb ohne Abnehmer. Im schnellen Gegenzug klärte Kawabe im letzten Moment gegen Adam Tolba. Keine 60 Sekunden später verwertete Reck per Kopfball eine Flanke von Jan Bachmann zur 1:0-Führung des KFC (19.). Kurz danach zwang Pascal Weber durch sein Pressing den Uerdinger Schlussmann Jonas Holzum zu einem Fehlpass, konnte daraus aber keinen Ertrag schöpfen (23.). Stattdessen winkte den Platzherren auf der Gegenseite der Ausbau ihrer Führung, als Nick Sangl im Sechszehner Yasin-Cemal Kaya foulte. Lipinski trat zum Strafstoß an, doch Torhüter Lenze wehrte den Schuss mit den Fäusten ab (24.). Ein Frustmoment für die Uerdinger, aber für die Hildener, die in der Folge etwas stabiler wirkten, eher der dringend benötigte Wachruf.

Emotionen kochen nochmal hoch

Auch in der zweiten Halbzeit blieb es eine zerfahrene Partie mit nur wenigen guten Strafraumszenen. Die Hildener mühten sich, kamen offensiv aber nicht wirklich in Schwung. Und auch defensiv offenbarten sie ungewohnte Schwächen. Auf der anderen Seite wussten die Uerdinger ihre wenigen Chancen nicht für einen klaren Erfolg zu nutzen. Die beste machte der eingewechselte Hildener Linksverteidiger Simon Metz zunichte, als er nach einer KFC-Ecke den Kopfball von Kaya auf der Linie klärte (73.). Kurz danach hoffte Lipinski im Zweikampf gegen Sangl vergeblich auf einen Elfmeterpfiff – stattdessen erkannte Kandemir eine Schwalbe und zeigte dem 30-Jährigen die gelbe Karte (77.).

Eine Minute später sorgte Phil Zimmermann noch einmal für Unruhe in den Hildener Reihen. Der Innenverteidiger des VfB 03 brachte Yannic Lenze mit einem viel zu ungenauen Rückpass in die Bredouille, doch der VfB 03-Keeper klärte im letzten Moment vor Bachmann (78.) und war dann auch noch gegen Reck (83.) auf dem Posten. In der Schlussphase kochten bei den Gästen die Emotionen hoch. Bereits kurz nach dem Wiederanpfiff zur zweiten Halbzeit sah der auf der Bank sitzende Len Heinson für seine deutliche Kritik am Schiedsrichter die gelbe Karte. Zwei Minuten vor dem Ende der regulären Spielzeit kommentierte Tim Schneider aufgebracht die Leistung des Unparteiischen. Der Chefcoach sah dafür innerhalb von fünf Sekunden ebenso Gelb wie sein Co-Trainer Philipp Schütz und der Sportliche Leiter Manuel Schulz, die beide unbedacht nachlegten.