
Die SpVgg Unterhaching erhält 760 000 Euro. Ein neuer Rekordwert. Insgesamt zahlt DFB 2,95 Millionen Euro an die Drittligisten.
Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) hat seinen Drittliga-Saisonreport für die Spielzeit 2023/24 vorgestellt. Die wichtige Erkenntnis: Finanziell habe sich die 3. Liga „so stabil wie noch nie in ihrer 16-jährigen Geschichte“ präsentiert, wie der Verband betont. Sowohl die Einnahmen als auch die Ausgaben der Drittligisten sind auf neue Rekordwerte angestiegen. Neun Klubs verbuchten einen Gewinn, neun Klubs schrieben rote Zahlen. Das wirtschaftliche Saisonergebnis hat sich im Schnitt um rund 32,5 Prozent verbessert.
Im Schnitt standen in der dritten Liga pro Partie 3,4 Spieler unter 23 Jahren pro Verein in der Startelf. In der Bundesliga waren es 2,1. Inklusive Einwechslungen kamen in der dritten Liga pro Spiel und Mannschaft fünf Spieler unter 23 Jahren zum Einsatz (Bundesliga: 3,7; 2. Bundesliga: 3,3). Noch deutlicher ist der Abstand bei U23-Spielern mit deutscher Staatsangehörigkeit. Hier liegt die dritte Liga bei durchschnittlich 4,3 eingesetzten Spielern pro Partie und Mannschaft, die zweite Bundesliga bei 2,5 und die Bundesliga bei 1,7.
Insgesamt 15 Talente aus der dritten Liga kamen in der Saison 2023/2024 in den U-Nationalmannschaften des DFB zum Einsatz. Sieben von ihnen standen in der deutschen U20-Auswahl, drei in der U19 und fünf in der U18-Nationalmannschaft, heißt es im DFB-Report
Belohnt wird der Einsatz von Talenten in der dritten Liga unter anderem durch den Nachwuchsfördertopf. Die SpVgg Unterhaching stellte dabei in der Saison 2023/2024 einen neuen Rekord auf. Der Verein aus der Münchner Vorstadt erhielt für die abgelaufene Spielzeit knapp 760 000 Euro aus dem Topf. Es ist die höchste Summe für einen Verein seit Einführung der Fördermaßnahme vor sieben Jahren. Haching-Boss Manfred Schwabl darf sich damit mit seinem Hachinger Weg bestätigt fühlen, bei dem der Fokus klar auf den jungen Nachwuchsspielern liegt.
Die Hachinger setzten 18 Spieler unter 21 Jahren während der Saison 2023/2024 ein, darunter die zwei jüngsten Spieler aller Zeiten in der dritten Liga. Nick Kaulfers und Gibson Nana Adu debütierten jeweils drei Tage nach ihrem 16. Geburtstag und lösten damit Dortmunds Abdoulaye Kamara ab. Adu traf zudem als erster 16-Jähriger.
Insgesamt zahlte der Deutsche Fußball-Bund (DFB) erneut 2,95 Millionen Euro aus dem Nachwuchsfördertopf an die Drittligisten zur Belohnung und Stärkung der Talentförderung aus. Knapp 278 000 Euro wurden an Absteiger MSV Duisburg ausgeschüttet, 250 000 Euro an den FC Ingolstadt. Zweitliga-Aufsteiger SSV Jahn Regensburg (214 000) und der FC Viktoria Köln (207 000) liegen ebenfalls über der 200.000-Euro-Marke. Die Spanne der Fördersummen für die Saison 2023/2024 reichte von 2400 bis 760 000 Euro und war damit so groß wie noch nie. Insgesamt 14 der 18 förderberechtigten Vereine der Saison 2023/2024 partizipierten mit einem Betrag im sechsstelligen Bereich. Nicht berücksichtigt wurden der SC Freiburg II und Borussia Dortmund II, da zweite Mannschaften von Lizenzvereinen von den Einnahmen aus dem Nachwuchsfördertopf dritte Liga ausgeschlossen sind.
Erstes Kriterium ist das Leistungszentrum. Zusätzlich zur bestehenden Förderung der anerkannten Leistungszentren unterhalb der 2. Bundesliga durch den DFB erhält jeder Verein der dritten Liga mit einem Leistungszentrum 100 000 Euro aus dem Nachwuchsfördertopf. Zu Beginn der Saison 2023/2024 verfügten 13 von 18 Drittligisten (ohne Borussia Dortmund II und SC Freiburg II) über ein Leistungszentrum. Die Zuschüsse des DFB dürfen aus rechtlichen Gründen ausschließlich in den gemeinnützigen Bereich der Vereine fließen. Die Mittelverwendung ist zweckgebunden an die Nachwuchsförderung.