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Allgemeines

Reiner Maurer geht mit seinem Herzensprojekt auf den Markt

"ProCoach4All" soll Trainern das Leben wesentlich leichter machen

von Mathias Willmerdinger · 23.04.2026, 15:00 Uhr · 0 Leser
Reiner Maurer (li.) und Erik Altmann (re.), Mitbegründer von "ProCoach4All".
Reiner Maurer (li.) und Erik Altmann (re.), Mitbegründer von "ProCoach4All". – Foto: Imago Images/ Montage FuPa

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Reiner Maurer kommt viel herum in der Fußballwelt: Die Löwen-Legende ist aktuell als Co-Trainer der chinesischen Nationalmannschaft tätig. In all den Jahren, in denen der gebürtige Mindelheimer nun schon im Kosmos des runden Leders unterwegs ist, hat er immens viele Erfahrungen sammeln können. Diese hat er nun sozusagen in ein Herzensprojekt gegossen: ProCoach4All! Ein Programm für Trainer aller Altersstufen und sämtlicher Niveaus mit dem Ziel, Übungseinheiten effizienter und schneller planbar zu machen. (Interesse? Hier geht`s zum Link!) Wir von FuPa konnten zusammen mit Reiner Maurer und Mitbegründer und CFO Erik Altmann ausführlich über das Projekt sprechen:

FuPa: Wie entstand die Idee zu ProCoach4All?
Reiner Maurer
: Während meiner Spieler- und Trainerkarriere habe ich mit sehr vielen qualifizierten Trainern aus vielen Nationen zusammengearbeitet. Dadurch kam ich auf eine Vielzahl an Spiel- und Trainingsformen, die ich als Grafiken und Beschreibungen speicherte. Trotzdem war es später für mich schwierig, sofort aus der Grafik den genauen Trainingsablauf zu erkennen. Deshalb habe ich 2018 begonnen, die Grafiken der Spiel- und Trainingsformen zusätzlich mit Animationen leichter verständlich zu gestalten.

Im Nachwuchsbereich war ich häufig mit Marc Schweinshaupt im Austausch, der in verschiedenen Nachwuchsleistungszentren trainiert hat. Damit konnten wir die Anforderungen in den jüngeren Altersbereichen erfüllen. Als ich 2019 Trainer bei Türk Gücü München wurde, habe ich vor jedem Training die anstehenden Trainingsinhalte über die entsprechenden Animationen den Spielern vermittelt. Dadurch hatten wir im Training keine langwierigen Erklärungen, sondern konnten sofort neue Spiel- und Trainingsformen durchführen. Beim ständigen Austausch mit Trainerkollegen wurde mir häufig gesagt, dass diese Form der Trainingsdurchführung für sehr viele Trainer von großem Nutzen wäre.

Von der Idee zur Umsetzung: Wie verlief die Entwicklung? Wo lagen die Schwierigkeiten?
Reiner Maurer
: Der Weg von der Idee zur Umsetzung war vor allem eines: sehr aufwändig. Zuerst habe ich Trainings- und Spielformen zusammengestellt und systematisch aufgearbeitet. Der nächste Schritt war dann, diese Inhalte in eine animierte Form zu bringen, damit sie für Trainer schnell verständlich und direkt nutzbar sind. Die Herausforderung lag dabei nicht nur im zeitlichen Aufwand, sondern vor allem auch in der technischen Umsetzung. Es ging nicht einfach darum, Übungen darzustellen, sondern ein funktionierendes System zu entwickeln. Ein zentraler Gedanke war dabei von Anfang an, Trainern die Möglichkeit zu geben, ihr Training strukturiert und mit möglichst wenig Aufwand zu planen – bis hin zu einem automatisierten „Masterplan“, der ganze Trainingszeiträume abbilden kann. Diese Ideen technisch umzusetzen und daraus ein wirklich funktionierendes Gesamtprodukt zu entwickeln, hat uns vor große Herausforderungen gestellt. In diesem Zusammenhang ist dann auch der Kontakt zu Erik entstanden.

Eine One-Man-Show führt im Fußball selten zum Erfolg: Wer steckt eigentlich hinter ProCoach4All?
Erik Altmann: Hinter ProCoach4All steckt in erster Linie Reiner, der das Trainingskonzept über viele Jahre aus seiner Arbeit im Leistungsfußball heraus entwickelt hat. Meine Rolle lag darin, die organisatorischen und wirtschaftlichen Strukturen aufzubauen. Ich habe die passenden Partner für die Umsetzung zusammengebracht, die Firma aufgesetzt und die vertrieblichen Themen organisiert. Durch meine verschiedenen Funktionen beim TSV 1860 München kenne ich zudem die Anforderungen und Strukturen im Fußball sehr gut, was geholfen hat, das Projekt praxisnah auszurichten. So ist aus der Kombination von Reiners fachlicher Expertise und der strukturellen Umsetzung ProCoach4All entstanden.

Welche Zielgruppe habt ihr mit eurem Produkt im Blick?
Reiner Maurer und Erik Altmann: Grundsätzlich ist ProCoach4All so aufgebaut, dass es von jedem Fußballtrainer genutzt werden kann - vom Jugendtrainer bis in den Erwachsenenbereich, und natürlich auch im Mädchen- und Frauenfußball. In der Praxis sehen wir aber, dass der größte Nutzen vor allem im Amateurbereich liegt. Viele Trainer haben neben dem Training noch Beruf, Familie und andere Verpflichtungen - und genau hier setzt das Programm an: Es hilft dabei, Trainings deutlich schneller und strukturierter zu planen und nimmt einen großen Teil der zeitaufwändigen Vorbereitung ab. Gleichzeitig legen wir großen Wert darauf, dass die Inhalte qualitativ hochwertig sind und Trainer dabei unterstützen, ihre Mannschaft auch sportlich weiterzuentwickeln. Wir schließen aber natürlich bewusst auch höherklassige Trainer nicht aus. Auch dort kann ProCoach4All als Ergänzung sinnvoll sein - vor allem, wenn es um neue Impulse
oder zusätzliche Trainingsideen geht.

Wo liegen die Vorteile von ProCoach4All?
Reiner Maurer: Der große Vorteil und Unterschied zu anderen Programmen liegt in den Animationen. Dadurch verstehen die Trainer und Spieler sofort, was sie bei der einzelnen Trainings- oder Spielform zu beachten haben und wie die Spieler es umsetzen sollen. Die Spieler können die Animationen für das bestehende Training im Vorfeld aufrufen und sich mit den Abläufen vertraut machen. Gerade im Trainingsalltag hilft das, Abläufe schneller zu vermitteln und die Einheiten effizienter zu gestalten.

Der Trainer kann seine Trainingseinheit mit seinen Trainingsschwerpunkten aus über 1200 Spiel- und Trainingsformen einfach in sehr kurzer Zeit zusammenstellen. Erleichtert wird die Suche mit der möglichen Eingabe von Anzahl Spieler, Altersbereich und Empfehlung.

Der Trainer kann aus über 8000 fertig erstellten Trainingseinheiten komplette Trainings für seine Anzahl Spieler und seinen Altersbereich abrufen. Damit kann er innerhalb einer Minute sein Training auch noch auf dem Trainingsplatz bei Verletzungen oder sonstigen Änderungen anpassen.

Zu guter Letzt noch ein Ausblick aufs Sportliche: Wie läuft es in China?
Reiner Maurer
: Ich arbeite das erste Mal für eine Nationalmannschaft. Wir sind eine Trainergruppe mit neun Trainern, bestehend aus fünf chinesischen Trainern, zwei Spaniern, einem Italiener und mir. Im Großen und Ganzen haben wir mit Cheftrainer Jiayi Shao, der neun Jahre Spieler in Deutschland war, bereits das letzte Jahr in Qingdao sehr erfolgreich zusammengearbeitet. Davon profitieren wir alle. All das und die Leistungen bei den ersten Spielen sind im Umfeld sehr gut angekommen.

Unser erstes Spiel haben wir in Australien gegen die erstmals von Fred Rutten betreute Mannschaft von Curacao 2:0 gewonnen. Curacao ist der Auftaktgegner von Deutschland bei der WM. Da bin ich überzeugt, dass Deutschland die bevorstehende Weltmeisterschaft erfolgreich beginnt.

China ist wirtschaftlich bereits eine Weltmacht: Was ist künftig im Fußball möglich?
Reiner Maurer: Anfang Juni bestreiten wir zwei Spiele gegen Singapur und Thailand. Die Leistungen und Ergebnisse dieser Spiele sind für uns wesentlich aussagekräftiger als das Spiel gegen Curacao. Nächstes Jahr im Januar ist die Asienmeisterschaft in Saudi-Arabien. Dort wollen wir zumindest die Gruppenphase überstehen. Grundsätzlich ist das Projekt mit Jiayi Shao langfristig angelegt. Wir haben bereits bei den ersten Spielen sehr viele jungen Spieler eingesetzt und orientieren uns an Europa mit kompakter Spielweise, höherem Tempo und schnellem Umschaltspiel.