
Die Reserve des TSV Dachau 1865 gewinnt das intensive Derby gegen Karlsfeld. Ein Freistoßtor aus 25 Metern brachte die Wende.
In einem intensiven Kreisligaderby hat sich die zweite Mannschaft des TSV Dachau 1865 gegen die Reserve des TSV Eintracht Karlsfeld mit 3:1 durchgesetzt und damit ihren Vorsprung auf den Nachbarn ausgebaut. Die Begegnung auf dem Kunstrasenplatz im Sportpark-Ost stand exemplarisch für die Bedeutung der zweiten Mannschaften beider Landesligisten, die nicht nur um Punkte kämpfen, sondern auch als Sprungbrett für Akteure in die jeweiligen ersten Mannschaften dienen.
Sportlich holte sich die Zweite des TSV Dachau 1865 den Derbysieg mit 3:1, der in der zweiten Halbzeit durch eine engagierte Leistung sichergestellt wurde. Meistens agieren die zweiten Mannschaften der beiden Landesligisten unter dem Radar, da das Hauptaugenmerk auf den ersten Mannschaften liegt. Dabei haben die Reserveteams höherklassiger Vereine die Aufgabe, Spieler näher an die Erste heranzuführen.
Bei Dachau gab es in der Winterpause wenig Neues, Abteilungsleiter Jonas Hoffman hielt die Infos bewusst kurz. Es gab einen Wechsel auf der Co-Trainer-Position: Für Raffael Dirrigl agiert nun Adrian Abke an der Seitenlinie. Zudem verstärkte Neuzugang Achilleas Sota, der vom FC Alte Haide an die Jahnstraße wechselte, den Kader.
Mehr zu berichten hatte Eintracht-Abteilungsleiter Andreas Reihofer, der seit Kurzem die Abteilung führt, nachdem sein Vorgänger Michael Lang als Geschäftsführer zum Hauptverein gewechselt ist. Reihofer gab als Saisonziel für die zweite Mannschaft den direkten Klassenerhalt aus. Nach der Trennung von Coach Fabian Porsch in der Winterpause holte der Verein zu Trainer Giuliano Lumia zwei erfahrene Spieler ins Team: Philip Lorber und Tobias Pontow, die beide lange in der ersten Mannschaft aktiv waren. Mit diesem Dreiergespann läuft es nach Vereinsangaben bislang gut, drei Siege aus vier Spielen – bei einer Niederlage gegen Ligaprimus Türk Garching – bedeuten, dass die Mannschaft im Soll ist.
Auch der Kader wurde im Winter verstärkt: Von München 54 kam Chams Chbiki, zudem stieß Valmir Shabani dazu, der Bezirksligaerfahrung bei der SpVgg Vohenstrauß aus der Oberpfalz mitbringt. Nachhaltigstes Ziel der zweiten Mannschaft der Eintracht bleibt laut Reihofer die Weiterentwicklung von Spielern für die Erste. Es habe bereits mehrere Akteure gegeben, die sich über die Zweite in die Erste gespielt hätten, etwa Fabian und Niki Schäffer oder aktuell Lukas Paunert.
Das Derby selbst verlief intensiv. Dachau dominierte die ersten 25 Minuten, anschließend kam die Eintracht besser ins Spiel. Die erste große Torchance hatten die Karlsfelder in der 20. Minute, als Philip Lorber aus 16 Metern abzog und das Lattenkreuz traf. Die Führung für Dachau fiel in der 23. Minute: Georgios Dafermos vollendete eine schöne Kombination im Strafraum zum 1:0. Karlsfelds Torjäger Thomas Weiss, der zuvor fünf Saisontore erzielt hatte, glich in der 35. Minute aus, als er sich im Sechzehner durchsetzte und seinen sechsten Treffer markierte.
Nach der Pause blieb die Partie umkämpft. In der 61. Minute brachte Stefan Vötter die Hausherren erneut in Führung. Ein aus rund 25 Metern getretener Freistoß, der als Flanke gedacht war, segelte an Freund und Feind vorbei direkt ins Tor zum 2:1. Die Entscheidung fiel in der 82. Minute: Achilleas Sota verwertete eine uneigennützige Vorarbeit von Leo Krstic und traf zum 3:1-Endstand.
Nach einer starken zweiten Halbzeit sicherte sich Dachau einen verdienten 3:1-Erfolg. Die Mannschaft zeigte vor allem nach der Pause eine reife und abgeklärte Leistung, personell war das Team gut aufgestellt“, meinte Dachaus Trainer Manuel Standl. Karlsfelds Trainer Giuliano Lumia zeigte sich nach der Niederlage etwas ernüchtert: „Die ersten 15 bis 20 Minuten nach der Pause sind wir spielbestimmend gewesen.“ Bitter sei, dass das Team ausgerechnet in dieser stärksten Phase das zweite Gegentor nach einem Standard kassiert habe.