
Der MTV Rehren geht am 16. Spieltag der Bezirksliga Hannover 3 als klarer Favorit in das Auswärtsspiel bei Türkspor Wunstorf – doch Trainer Mike Schönherr warnt eindringlich vor Selbstzufriedenheit. Die Vergangenheit mahnt. „Wir haben im Hinspiel ja auch nur einen Punkt geholt“, erinnert der Coach an das 0:0 im September. Und auch sonst tat sich Rehren gegen Mannschaften aus dem unteren Tabellendrittel zuletzt auffällig schwer.
Während Wunstorf mit erst acht Punkten auf dem vorletzten Platz tief im Abstiegskampf steckt, reist Rehren als Tabellenfünfter mit der Chance an, den Anschluss an die Spitzengruppe zu halten. Personell steht Schönherr nahezu der komplette Kader zur Verfügung. „Bis auf Jan Philip Pinkenburg und Walde Maroso haben wir eigentlich alle Mann an Bord“, sagt er – eine Situation, die im engen Ligabetrieb keine Selbstverständlichkeit ist.
Doch Schönherrs Blick richtet sich weniger auf die Stärke der eigenen Mannschaft als vielmehr auf die Schwankungen, die sein Team in der laufenden Saison gegen vermeintlich leichte Gegner zeigte. „Gegen diese Mannschaften von unten haben wir tatsächlich öfter mal Probleme“, sagt er mit Blick auf die Ausrutscher: das 2:3 in Lindhorst, das 1:1 in Egestorf, das Torlos-Remis gegen Wunstorf im Hinspiel. Die Konsequenz daraus ist klar formuliert: „Wir müssen hinkommen, dass wir diese Mannschaften besser bespielen.“
Rehren ist bekannt für seine Geschwindigkeit im Umschaltspiel, doch Schönherr fordert diesmal einen anderen Ansatz. „Wir sind ja eine Umschaltmannschaft, die immer versucht, schnell nach vorn zu spielen. Gegen solche Gegner ist es vielleicht ganz gut, mehr den Ball in den eigenen Reihen laufen zu lassen und auf die Chance zu warten.“ Geduld – für die junge Mannschaft bisher nicht immer eine Stärke. „Das fehlt meiner Mannschaft ab und an noch ein bisschen“, räumt der Trainer ein.
Gleichzeitig macht Schönherr deutlich, was er für den entscheidenden Faktor hält: die Grundhaltung. „Das Wichtigste ist erstmal, dass wir von der Einstellung her voll da sind“, betont er. „Wenn wir wach sind und die Emotionalität auf den Platz bringen, dann bin ich mir ziemlich sicher, dass wir auch in Wunstorf drei Punkte holen können und werden.“
Für Wunstorf geht es derweil um jeden Strohhalm im Abstiegskampf. Mit 53 Gegentoren stellt das Team die schwächste Defensive der Liga – ein Punkt, den Rehren auszunutzen hofft. „Sie sind spielstark, aber hinten sehr anfällig“, sagt Schönherr nüchtern. Genau dort soll der MTV ansetzen.
Bleibt nur die Frage, ob überhaupt gespielt wird. Witterungsbedingte Absagen prägten bereits den vorherigen Spieltag. „Wir hoffen natürlich, dass das Spiel stattfindet“, sagt Schönherr. Sollte der Platz bespielbar sein, wartet auf Rehren weniger ein technisches als ein mentales Duell: der Kampf gegen einen unangenehmen Gegner – und gegen die eigenen Muster.