
„Das Vorzeichen war mit nur einem richtigen Training von Null auf Einhundert natürlich nicht gut. Aber einen Regionalligisten bekommt man nur am Anfang der Vorbereitung. Dann muss man einen solchen Gegner auch nehmen“, sagte der Coach des FC Einheit.
BERICHT von H. Gerlach / FC Einheit Rudolstadt
Schon nach knapp 120 Sekunden sollte Eric Kunth erstmals sein Können zeigen. Wenig später musste er sich aber erstmals geschlagen geben. Zwar scheiterte der auffällige Andy Trübenbach an ihm, doch der Nachschuss von Neuzugang Felix Pilger saß (5.). Schon zuvor hatte ein Meuselwitzer das Kunth-Gehäuse nur knapp verpasst. Der ZFC machte das Spiel, obwohl die Gäste durch Maximilian Schlegel (8.) und Marwan Kponton (11.) zu verheißungsvollen Gelegenheiten kamen. Nach 13 Minuten erhöhte Trübenbach nach einem sehr gut vorgetragenen Angriff auf 2:0 (13.). Dann knallte das Leder erstmals – insgesamt wurden drei Alu-Treffer für die höherklassige Vertretung registriert – ans Torgestänge (19.). Nach einem Foul im Strafraum zeigte der Unparteiische, der mit der fairen Partie keinerlei Mühe hatte, auf den Punkt. Trübenbach ließ Kunth keine Abwehrchance (27.). In dieser Phase forderte Jähnisch seine Schützlinge immer wieder dazu auf, ruhiger und kontrollierter zu spielen sowie die Zweikämpfe besser anzugehen.
Auch beim vierten Tor bedurfte es eines Nachschusses durch Theo Teßmer, um den Ball über die Linie zu bugsieren (35.). Zuvor hatte Justin Fietz in der Box von Meuselwitz bestens gegen Manfred Starke pariert.
Auch im zweiten Durchgang war der Regionalligist vor wenigen Zuschauern auf dem gut bespielbaren, aber nicht optimal ausgeleuchteten Kunstrasen die dominierende Vertretung und besaß zahlreiche Chancen. Aber immer wieder hielt der nun im Kasten stehende Max Bresemann sehr gut. Fast wäre es Emilio Heß gelungen, wenigstens den Ehrentreffer zu erzielen, aber er scheiterte an Lukas Sedlak im Tor der Einheimischen (53.). Doch dann stellte Trübenbach nach einer der vielen schnellen Kombinationen, mit denen die Rudolstädter doch überfordert waren, auf 5:0 (56.). Dann war mal wieder der Oberligist am Zug, aber der eingewechselte Robin Ensenbach fand in Sedlak seinen Meister (59.).
Mit zwei weiteren Treffern durch Luis Fischer (76.), der die Vorlage von Florian Hansch einnetzte (76.), und dem letzten Tor durch Eric Stiller, dessen Schuss abgefälscht war (88.), ging ein Spiel zu Ende, das für den FC, denkt man den die Pfostenknaller, fast zweistellig hätte ausfallen können.
Für Holger Jähnisch war es schwer, mit dem Ergebnis zu leben, zumal seine Mannschaft bei einigen Treffern des ZFC Pate nach seiner Aussage gestanden hatte. Sein Fazit: „Wir sind gerade im Laufspiel mehr als fordernd vom Gegner vor Aufgaben gestellt worden. Ein Klassenunterschied war immer zu erkennen. Für mich als Trainer hat die Begegnung trotz allem einige Erkenntnisse gebracht. Wir wissen, woran wir arbeiten müssen.“ Dass dazu neben einem verbesserten Zweikampfverhalten auch die Kommunikation gehört, fügte Teammanager Torsten Hölbing, der einige Jahre mit dem Trainer der Meuselwitzer zusammen gespielt hatte, hinzu.
Der Cheftrainer der Platzherren war natürlich in einer anderen Stimmung. „Wir waren griffig bis zum Schluss und sehr laufstark Die zehn Tage mit den Jungs haben Spaß gemacht. Das ist ein gutes Ergebnis, das ich so nicht erwartet hätte. Wir gehen alle zufrieden nach Hause“, so die Meinung von Georg-Martin Leopold.
Schon am Samstag steht der nächste Test für die Einheit auf dem Plan. Dann geht es nach Aue, wo die U19 des FC Erzgebirge Aue, die in der Bundesliga spielt, um 14 Uhr auf die Thüringer wartet.