2026-07-09T13:54:06.091Z

Relegation

Regionalliga winkt! ASV Cham hat »nichts zu verlieren«

Bis zu 3000 Zuschauer werden erwartet, wenn die Oberpfälzer am Freitagabend zum Relegations-Hinspiel die „Wundertüte“ SpVgg Greuther Fürth II empfangen

von Florian Würthele · 28.05.2026, 13:00 Uhr · 0 Leser
Wünscht sich zwei unbekümmerte Relegations-Auftritte seiner Elf: Chams Trainer Faruk Maloku.
Wünscht sich zwei unbekümmerte Relegations-Auftritte seiner Elf: Chams Trainer Faruk Maloku. – Foto: Wolfgang Zink

Eine ganze Region fiebert diesem Fußballspiel entgegen: Der ASV Cham empfängt am morgigen Freitag (Anstoß: 18.30 Uhr) die SpVgg Greuther Fürth II zum Hinspiel der Regionalliga-Relegation. Zwei Spiele trennen die Kreisstädter vom größten Erfolg ihrer Vereinsgeschichte. Wobei: Bereits mit der Vizemeisterschaft in der Bayernliga Nord ist der Elf von Cheftrainer Faruk Maloku Historisches gelungen. Das steht außer Frage.

Folgt nun die Krönung? Der große Wurf, mit dem Sprung in die Eliteklasse des bayerischen Amateurfußballs? Das Interesse an der Partie, die im traditionsreichen Stadion an der Further Straße ausgetragen wird, ist jedenfalls gewaltig. Die 400 Sitzplatzkarten waren ratzfatz vergriffen. Insgesamt wurden schon über 2000 Tickets im Vorverkauf an den Mann gebracht. Erwartet werden schlussendlich bis zu 3000 Zuschauer, was auch die genehmigte Obergrenze darstellt.


Das Rückspiel steigt dann am kommenden Dienstag im Stadion Ronhof in Fürth. Dann wird sich final entscheiden, ob sich der ASV Cham künftig tatsächlich Regionalligist nennen darf. Und sich auf tolle Stadion, klangvolle Gegner und speziell auf die Lokalderbys gegen die DJK Vilzing freuen darf. „Wir stehen vor zwei absoluten Highlight-Spielen, sagt Faruk Maloku vor dem Heim-Hinspiel. Vor der jungen Mannschaft aus Fürth, die die Saison in der Regionalliga Bayern auf Platz 16 beendete, hat der Chamer Trainer großen Respekt: „Mit der Bundesliga-Reserve von Greuther Fürth kommt eine Top-Ausbildungsmannschaft auf uns zu. Das ist ein Gegner, der taktisch hervorragend geschult ist, über enorm schnelle Spieler verfügt und spielerische Lösungen auf höchstem Niveau sucht. Naturgemäß bringt der Profi-Unterbau die reifere Spielanlage, die bessere Physis und das höhere Grundtempo mit.“ Deshalb sind für Maloku die Rollen klarverteilt: „Die Favoritenrolle liegt klar beim Regionalligisten.“

Das Credo der Oberpfälzer: Mit Freude, Mut, Unbekümmertheit, aber ohne Angst in diese beiden Spiele zu gehen. Mit dem zweiten Platz in der Bayernliga Nord haben Pfab, Landstorfer, Haimerl & Co. schon jetzt mehr erreicht als erhofft. Alles was jetzt noch kommt, ist ein „Zuckerl“. Verlieren kann eigentlich nur Fürth, das es seinem Zweitliga-Team nachmachen und über die Relegation den Klassenerhalt fixieren will. Die unterschiedlichen Ausgangspositionen hebt auch Maloku hervor, wenn er sagt: „Unser Vorteil ist, dass wir absolut nichts zu verlieren haben und für eine Überraschung sorgen können. Ich wünsche meinen Spielern, dass sie völlig unbekümmert aufspielen und dass jeder dieses Highlight genießen wird.“ Der Taktikfuchs kann vor seiner Truppe nur den Hut ziehen, egal was die Relegation bringen wird: „Wir haben super Charaktere und tolle Spieler in unserer Mannschaft. Unabhängig davon, wie die zwei Relegationsspiele ausgehen werden, haben wir eine super Bayernliga-Saison gespielt, auf die wir stolz sind.“ Personell stehen die Vorzeichen gut. Abgesehen vom Dauerpatienten Andre Adkins, vermeldet Cham volle Kapelle.

So blickt Fürths NLZ-Leiter und U23-Interimstrainers Christian Fiedler auf die bevorstehende Relegation: „Man hat in den Spielen von Schwaben Augsburg gegen Kirchanschöring gesehen, dass die Relegation kein Selbstläufer wird. Aber wir haben uns in den letzten Tagen gut auf den ASV Cham, der eine starke Saison in der Bayernliga Nord gespielt hat, vorbereitet. Das Spiel unserer Profis am Dienstag hat zusätzlich nochmal Energie für die beiden bevorstehenden Aufgaben freigesetzt. Einzig Tuna Yilmaz steht dem „kleinen Kleeblatt“ wegen einer Schambeinentzündung nicht zur Verfügung.

Spannend bleibt die Frage, in welchem Rahmen die Franken auf Unterstützung aus dem Profikader zurückgreifen können – und werden. Das macht die SpVgg schwer einzuschätzen und zu einer kleinen Wundertüte. Dies bekam vor vier Jahren der SV Donaustauf am eigenen Leib zu spüren. Der Bayernliga-Zweite relegierte damals ebenfalls gegen Fürth II – und ging in der Gesamtabrechnung mit 0:10 unter. Der ASV Cham wird am Freitag und Dienstag alles daran setzen, dass ihn ein ähnliches Schicksal nicht ereilt.