
Arminia Bielefeld hat einen neuen Cheftrainer gefunden. Oliver Kirch übernimmt den Zweitligisten mit sofortiger Wirkung und kehrt damit an eine frühere Wirkungsstätte zurück. Der 43-Jährige kommt von Borussia Mönchengladbach II, besitzt die UEFA-Pro-Lizenz und tritt in Bielefeld seine erste Cheftrainerposition im Profifußball an. Mit ihm wechselt auch Co-Trainer Maximilian Nadidai von Gladbach nach Ostwestfalen.
Für Kirch ist es der nächste große Schritt in einer Trainerlaufbahn, die ihn nach seiner aktiven Karriere zunächst in den Nachwuchsbereich führte. In Bielefeld kennt er sich bestens aus: Zwischen 2007 und 2010 absolvierte der gebürtige Soester 77 Pflichtspiele in der 1. und 2. Bundesliga für die Arminia. Zudem war er nach dem Ende seiner Spielerkarriere von 2018 bis 2021 als Nachwuchstrainer in der Akademinia tätig.
Sport-Geschäftsführer Michael Mutzel ordnet die Verpflichtung als bewusst getroffene Entscheidung ein. „Ich freue mich sehr, dass wir Oliver Kirch für Arminia Bielefeld gewinnen und von unserem Weg begeistern konnten“, sagt Mutzel. Gleichzeitig bedankt er sich bei Borussia Mönchengladbach für die kurzfristig ermöglichte Freigabe.
Mutzel betont, dass es dem Klub nicht um Tempo, sondern um Passung gegangen sei. „Unser Ziel war es nicht, die schnellste, sondern die richtige Lösung zu finden. Die Gespräche mit Oliver haben gezeigt, dass wir inhaltlich in die gleiche Richtung denken und er für mutigen, intensiven und offensiven Fußball steht.“
Auch die Entwicklung junger Spieler spielte bei der Entscheidung offenbar eine zentrale Rolle. Mutzel sagt: „Zudem hat er in seiner bisherigen Trainerlaufbahn bereits bewiesen, dass er junge Spieler auf hohem Niveau weiterentwickeln kann. Oliver bringt sehr viel Energie und positive Überzeugung mit und passt auch charakterlich sehr gut zu unserem Team auf und neben dem Platz bei Arminia Bielefeld.“
Kirch selbst spricht von einem Schritt, der sich nach den Gesprächen schnell richtig angefühlt habe. „Nach den Gesprächen mit Michael Mutzel war mir sofort klar, dass ich bei Arminia Bielefeld meinen nächsten Karriereschritt gehen möchte“, sagt der neue Trainer.
Sein Auftrag ist klar: Die Arminia soll sich in der 2. Bundesliga stabilisieren und den zuletzt positiven Weg fortsetzen. „Wir denken Fußball sehr ähnlich und wollen unsere Mannschaft gemeinsam weiterentwickeln und in der 2. Bundesliga stabilisieren. Ich freue mich schon sehr darauf, alle Spieler und das Funktionsteam kennen zu lernen und mit dem gesamten Team erfolgreich zu arbeiten“, erklärt Kirch.
Der Bezug zu Bielefeld ist dabei mehr als nur ein Nebensatz. Kirch sagt: „Bei Arminia hat sich vieles positiv entwickelt. Daran möchte ich an meiner alten Wirkungsstätte anknüpfen. Ich werde alles dafür geben, um diese positive Entwicklung fortzusetzen.“
Kirch bringt eine abwechslungsreiche Laufbahn mit. Als Spieler war er nach Stationen beim SC Verl und bei Borussia Mönchengladbach drei Jahre für Arminia aktiv. Danach spielte er für den 1. FC Kaiserslautern, Borussia Dortmund und den SC Paderborn, wo er seine aktive Karriere beendete.
Als Trainer arbeitete er anschließend zunächst im Bielefelder Nachwuchsbereich, ehe er zum Hamburger SV wechselte und dort die U19 in der Bundesliga betreute. Danach führte ihn der Weg zu Borussia Mönchengladbach. Bei der Borussia übernahm er zunächst die U19, später im Januar 2026 die U23 in der Regionalliga West, die er auf den sechsten Tabellenplatz führte.
Damit kommt Kirch nicht als klassischer Feuerwehrmann, sondern als Entwicklungstrainer mit Nachwuchs- und Regionalliga-Erfahrung. Gerade dieser Mix dürfte für Bielefeld interessant sein: Kirch kennt den Klub, hat im Nachwuchsbereich gearbeitet, weiß aber auch, wie man eine Mannschaft im Seniorenbereich führt.
Auch Borussia Mönchengladbach bestätigte den Abgang mit wertschätzenden Worten. Mirko Sandmöller, Direktor des Nachwuchsleistungszentrums, erklärt: „Olli kam mit der Bitte um Freigabe für einen Wechsel nach Bielefeld auf uns zu.“
Sandmöller hebt Kirchs Arbeit am Niederrhein hervor: „Olli hat in den vergangenen Jahren sowohl im U19- als auch im U23-Bereich hervorragende Arbeit geleistet. Wir schätzen Olli nicht nur als Trainer, sondern auch menschlich.“ Deshalb freue man sich, dass Kirch nun die Chance auf seine erste Cheftrainerposition im Profifußball erhalte. „Nach konstruktiven Gesprächen haben wir mit Arminia Bielefeld eine Einigung erzielt und Oliver den Wechsel ermöglicht. Für seine neue Aufgabe wünschen wir ihm viel Erfolg.“
Auch Nadidai verlässt die Borussia in Richtung Bielefeld. Sandmöller ergänzt: „Auch Max haben wir über viele Jahre bei uns im NLZ entwickelt und auch ihm wünschen wir für die neue Herausforderung alles Gute.“
Für Kirch beginnt damit eine neue Phase. Nach Jahren im Nachwuchs- und U23-Bereich übernimmt er nun einen Traditionsverein in der 2. Bundesliga. Der Schritt ist groß, aber folgerichtig: Bielefeld bekommt einen Trainer, der den Klub kennt, junge Spieler entwickeln kann und für eine aktive, mutige Spielidee stehen soll.
Für die Arminia ist die Verpflichtung zugleich ein Signal. Der Verein setzt nicht auf einen großen Namen aus dem üblichen Trainerkreislauf, sondern auf einen Coach, der Energie, Entwicklungsgedanken und Stallgeruch verbindet. Kirch kehrt nach Bielefeld zurück - diesmal nicht als Spieler oder Nachwuchstrainer, sondern als Cheftrainer der Profis.