
Der 14. Spieltag der Regionalliga Nord ging heute mit zwei Partien zu Ende, die unterschiedlicher kaum hätten verlaufen können. Während der HSC Hannover beim VfB Lübeck spät triumphierte und für eine Überraschung sorgte, setzte der Bremer SV in Norderstedt ein klares Zeichen.
Der FC St. Pauli II hat in Hannover ein Ausrufezeichen gesetzt. In einer intensiven Begegnung profitierte das Team von einem unglücklichen Eigentor von Ilias Ebnoutalib kurz vor der Pause, der den Kiezkickern die Führung brachte. Nur wenige Augenblicke später legte Jannik Westphal in der Nachspielzeit der ersten Hälfte nach und erhöhte auf 2:0. Nach dem Seitenwechsel blieb St. Pauli konzentriert und setzte mit dem Treffer von Luca Günther in der 58. Minute den dritten Nadelstich. Hannovers U23 fand offensiv lange keine Mittel, kam erst in der Nachspielzeit durch Lukas Dominke zum Ehrentreffer. Für St. Pauli II war es ein dringend benötigter Erfolg im Abstiegskampf, der neuen Mut verleiht.
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Der FSV Schöningen begeistert seine Fans und schlägt den SC Weiche Flensburg 08 in einem leidenschaftlichen Heimspiel. Ousman Touray brachte die Gastgeber früh in der siebten Minute auf Kurs. Nach der Pause legte Philipp Harant in der 57. Minute nach, ehe Routinier Christian Beck sieben Minuten später auf 3:0 stellte. Doch die Flensburger bewiesen Moral: Obinna Iloka verkürzte in der 81. Minute, und Dominic Hartmann machte es mit dem 3:2 in der 90. Minute noch einmal spannend. Der Aufsteiger verteidigte den Vorsprung mit Herzblut und feierte am Ende ausgelassen seinen fünften Saisonsieg.
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Vor 6265 Zuschauern zeigte der SV Meppen eindrucksvoll, warum er zu den Topfavoriten gehört. Thorben Deters erwischte einen Sahnetag: Bereits in der sechsten Minute traf er zur Führung, und nur sieben Minuten später legte er das 2:0 nach. Die Meppener spielten dominant und zielstrebig, Lohne hatte dem Druck kaum etwas entgegenzusetzen. Julian Ulbricht stellte noch vor der Pause auf 3:0 (40.) und verwandelte in der 57. Minute einen Foulelfmeter zum 4:0-Endstand. Mit dieser überzeugenden Vorstellung bleibt der SVM dem Spitzenduo aus Oldenburg und Drochtersen dicht auf den Fersen.

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Der Hamburger SV II feierte einen emotionalen Befreiungsschlag – und wie! Dabei begann die Partie mit einem Rückschlag: Princewill Mbock brachte Werder Bremen II bereits in der fünften Minute in Führung. Doch der HSV II fand schnell ins Spiel. Kelvin Ojo glich in der 26. Minute aus und drehte die Partie kurz vor der Pause mit seinem zweiten Treffer in der Nachspielzeit. Dazwischen hatte Bremens Cimo Röcker in der 32. Minute die große Chance zum 2:1, scheiterte aber per Handelfmeter. Lukas Bornschein (41.) und Immanuel Pherai (48., 59.) schraubten das Ergebnis weiter in die Höhe. Mbock verkürzte in der 62. Minute, ehe Raif Adam in der 79. Minute den Schlusspunkt setzte. Der 6:2-Sieg war ein deutliches Lebenszeichen im Abstiegskampf.
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Lange sah es in Altona nach einer Punkteteilung aus, doch in der Schlussphase schlug der Favorit zu. Vor 2476 Zuschauern hielt der Aufsteiger kämpferisch stark dagegen, verteidigte leidenschaftlich und brachte Drochtersen/Assel immer wieder aus dem Rhythmus. Erst in der 85. Minute brach Tjorve Nils Mohr den Bann und traf zum entscheidenden 1:0. D/A nahm damit die drei Punkte mit nach Hause und bleibt punktgleich mit Spitzenreiter Oldenburg. Für Altona war es eine bittere Niederlage.
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Ein Spitzenspiel auf Augenhöhe in Jeddeloh: Die Gastgeber legten engagiert los und gingen in der 21. Minute durch Tom Gaida in Führung. Doch Phönix Lübeck fand schnell die passende Antwort – Julius Jamal Kliti traf bereits in der 36. Minute zum 1:1-Ausgleich. In einem intensiven Duell erspielten sich beide Teams weitere Chancen, konnten sie jedoch nicht nutzen. Am Ende stand ein Remis.
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Der VfB Oldenburg bleibt das Maß der Dinge im Norden – wenn auch mit Mühe. Der Gast aus Emden ging aber in der 20. Minute durch Felix Göttlicher überraschend in Führung. Oldenburg tat sich lange schwer, fand erst nach dem Seitenwechsel die richtige Antwort. Ermal Pepshi glich in der 50. Minute aus, und als alles auf ein Remis hindeutete, sorgte Moses Otuali in der zweiten Minute der Nachspielzeit für Jubel bei den Fans. Mit dem späten Sieg bleibt der VfB Tabellenführer, punktgleich mit Drochtersen/Assel, und wahrt den hauchdünnen Vorsprung vor Meppen.
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Der HSC Hannover hat beim favorisierten VfB Lübeck eine kämpferische Glanzleistung gezeigt und drei unerwartete Punkte mitgenommen. Ramiz Demir brachte die Gastgeber in der 33. Minute in Führung. Doch nur drei Minuten später schwächten sich die Gäste: Evren Serbes sah die Rote Karte. Kurz vor der Pause dezimierte sich auch Lübeck, als Nemo Semjon Philipp mit Gelb-Rot vom Platz musste. Finn-Louis Kiszka traf in der 56. Minute zum 1:1-Ausgleich und brachte den HSC zurück ins Spiel. Als sich alles auf ein Remis einstellte, schlug Marcel Langer in der zweiten Minute der Nachspielzeit zu und traf zum umjubelten 2:1 für die Gäste. In einer hitzigen Schlussphase sah Mika Lehnfeld in der 83. Minute ebenfalls Rot, wodurch Lübeck die Partie mit neun Mann beenden musste. Für den HSC war es ein emotionaler Erfolg.
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Der Bremer SV feierte in Norderstedt einen wichtigen Auswärtssieg und zeigte sich nach zuletzt wechselhaften Leistungen klar verbessert. Nach einer zähen ersten Hälfte erzielte Leon Gino Schmidt in der 61. Minute das erlösende 1:0. Danach dominierte der Gast das Geschehen. Daniel Michel erhöhte in der 84. Minute auf 2:0, bevor Noel Werner nur drei Minuten später mit dem 3:0 den Endstand markierte.
