2026-02-20T12:29:42.904Z

Allgemeines

Regionalliga: Cham, Neumarkt und Fortuna werden Lizenzantrag stellen

Die drei Oberpfälzer Bayernligisten möchten im Fall der Fälle das Aufstiegsrecht in die Regionalliga Bayern wahrnehmen

von Florian Würthele · Heute, 11:30 Uhr · 0 Leser
Im Falle des Regionalliga-Aufstiegs müsste der ASV Cham vom Kappenberger Sportzentrum ins Stadion an der Further Straße umziehen.
Im Falle des Regionalliga-Aufstiegs müsste der ASV Cham vom Kappenberger Sportzentrum ins Stadion an der Further Straße umziehen. – Foto: Stadt Cham

Seit einiger Zeit läuft das Zulassungsverfahren des Bayerischen Fußball-Verbands (BFV) für die Teilnahme an der Regionalliga Bayern in der Saison 2026/27. Neben den bayerischen Drittligisten und aktuellen Viertligisten können sich auch die 34 Bayernligisten bewerben. Dafür haben sie bis zum 27. März Zeit. Hochinteressant aus Oberpfälzer Sicht: Mit dem ASV Neumarkt (1./37 Punkte) und dem ASV Cham (4./32) haben zwei Teams aus dem Bezirk in der Bayernliga Nord realistische Aufstiegschancen. Auch der SV Fortuna Regensburg (6./29) ist noch nicht komplett raus aus dem Rennen. Stellt sich natürlich die Frage, wer die Lizenzbeantragung für die vierte Liga plant. FuPa hat bei den drei Vereinen nachgehakt...

ASV Neumarkt: Hoffen auf „keine gravierenden Auflagen“

So richtig erfolgreich ist bisher der ASV Neumarkt unterwegs. Die Mannen von Cheftrainer Sven Zurawka gehen als Tabellenführer in die Frühjahrsrunde. Gegen einen Aufstieg würde sich niemand am Deininger Weg verwehren. „Grundsätzlich wollen wir die Unterlagen einreichen“, informiert Sportdirektor Abteilungsleiter Benedikt Thier, angesprochen auf eine Bewerbung für die Regionalliga. Vor einigen Jahren hatten die „Adler“ schon einmal den Antrag gestellt. „Damals hätte wir auch die Genehmigung bekommen“, so Thier, „Auch wenn sich die Auflagen teilweise natürlich etwas verschärft haben.“ Ein abgetrennter Fanblock, Eingang und Kiosk für die Gästefans, ein Sicherheitskonzept sowie eine Ordner-Einteilung sind nur einige wenige der zu erfüllenden Kriterien. Großer (Kosten-)Punkt ist das leistungsstarke Flutlicht. Ein solches ist in Neumarkt nicht vorhanden. Der BFV spricht den Aufsteigern hier eine einjährige Übergangszeit zu. „Parallel beschäftigen wir uns damit, welche scharfen Kosten anfallen würden, damit wir das mal in der Schublade liegen haben. Wie machen wir's? Welche Dinge kann man in Eigenleistung machen? Die Regionalliga ist eine schöne Liga, aber mit viel mehr Ausgaben verbunden“, weiß Thier.

Ein wichtiger Stichtag für die Neumarkter war der gestrige Mittwoch. Da stand die erste Begehung der Spielstätte mit den Ämtern und dem BFV an. Momentan schließt sich der ASV mit Ordnungsamt, Polizei, Feuerwehr, Rettungsdienst und externen Security-Firmen kurz. „Wir hoffen, die Genehmigung zu kriegen. Dann gibt es entweder Auflagen oder Abweichungen, die wir erfüllen müssen. Ich habe schon alles durchgearbeitet. Hoffen wir mal, dass es keine gravierenden Auflagen gibt, die wir nicht umsetzen können“, schildert der Funktionär, der sich aber optimistisch zeigt: „Durch die Basis mit unserem Gelände sollte das machbar sein.“ Letztlich muss natürlich erstmal sportlich der Aufstieg geschafft werden. „Das ist die deutlich größere Herausforderung.“

Das Stadion des ASV Neumarkt am Deininger Weg bringt an sich gute Voraussetzungen mit für einen Spielbetrieb in der Regionalliga.
Das Stadion des ASV Neumarkt am Deininger Weg bringt an sich gute Voraussetzungen mit für einen Spielbetrieb in der Regionalliga. – Foto: Florian Würthele

ASV Cham: Ein Umzug wäre alternativlos

Als Rangvierter liegt der ASV Cham ebenfalls aussichtsreich im Rennen. So gut standen die Kreisstädter noch nie da zu diesem Zeitpunkt. Die 4. Liga wäre attraktiv, schon allein wegen der Lokalderbys gegen die DJK Vilzing. Wie der Namensvetter aus Neumarkt wird man auch in Cham den Lizenzantrag für die Regionalliga Bayern fristgerecht einreichen. Fakt ist: In der aktuellen Spielstätte, dem Kappenberger Sportzentrum im Quader, wird ein Regionalliga-Spielbetrieb nicht möglich sein. „Mit den Parkmöglichkeiten und Tribünen-technisch ist das nicht darstellbar“, erklärt Michael Plänitz, der sportliche Leiter des Bayernligateams, der in den Lizenzprozess involviert ist. Die Lösung: Ein Umzug ins Stadion an der Further Straße. Dort trug der ASV bis 2017 über 40 Jahre lang seine Heimspiele aus. Mittlerweile wurde jedoch die in die Jahre gekommene Steintribüne wegen Einsturzgefahr abgerissen. Pläne, wonach das altehrwürdige Stadion Regionalligatauglich gemacht werden soll, liegen schon länger auf dem Tisch. Mittlerweile wurde es konkreter. Im Laufe dieses Jahres soll der Baubeginn erfolgen. „Es wird allerdings nicht vor 2028 fertig sein“, so Plänitz.

Chams sportlicher Leiter erläutert: „Wenn es passieren wird, dann erst, wenn wir aufgestiegen wären. Bis dahin reichen wir beim Verband alle Pläne ein, wie es ausschauen würde. Für die ersten ein, zwei Jahre gäbe es eine Art Gerüst-Tribüne.“ Bis zum Start der neuen Saison blieben allerdings nur zwei Monate Zeit. „Für die meisten Vereine wäre das schwierig umzusetzen, doch mit unseren Connections und mit der Hilfe unseres Hauptsponsoren Rädlinger wäre es zeitlich sicherlich machbar.“ Im Chamer Lager fiebert man dem 10. März entgegen. An diesem Tag schaut der BFV für einen Ortstermin im Stadion an der Further Straße vorbei. „Anschließend werden wir umeinander justieren, wie man es machen kann. Die Möglichkeiten, etwa mit einem zweiten Eingang, sind prinzipiell da. Wir werden es probieren und der BFV wird uns dabei unterstützen – unter anderem beim Sicherheitskonzept“, so Michael Plänitz, der sich im Klaren darüber ist, dass in der Regionalliga „mehr ehrenamtliche Manpower nötig sein wird. Da müssen wir gucken, die Leute zusammenzubekommen.“

Fortuna Regensburg: Antragstellung als „reine Sicherheitsmaßnahme“

Nur mehr theoretische Aufstiegschancen hat derweil der SV Fortuna. Der Rückstand auf die ersten zwei Tabellenplätze beläuft sich auf acht bzw. sieben Punkte. Dennoch beschäftigt man sich auch an der Regensburger Isarstraße mit dem Fall der Fälle. Bereits in den vergangenen beiden Jahren reichte der Klub die entsprechenden Unterlagen für eine mögliche Regionalliga-Teilnahme beim Verband ein. „Das machen wir auch heuer“, so Jürgen Schützenmeier aus dem Funktionärsstab. Im gleichen Atemzug betont er aber: „Das ist eine reine Sicherheitsmaßnahme. Wenn Fall X eintritt und man keinen Antrag gestellt hat, kann man sich in den Arsch beißen.“ Zu Saisonbeginn klopfte die Stadt schon mal vorsichtig bei der Fortuna an. „Für Hochrisikospiele müssten wir vielleicht ausweichen“, überlegt Schützenmeier. „Grundsätzlich wäre es aber machbar.“ Infrastrukturell hat sich zwar bereits etwas getan an der Isarstraße, „dennoch wäre ein Aufstieg zu früh für uns. Und ohnehin sind die sportlichen Chancen gering.“

Hintergrund: Lizenzverfahren zur Regionalliga Bayern

Für die kommende Regionalliga-Saison können sich die bayerischen Klubs aus der 3. Liga, die aktuellen Regionalligisten sowie Teams aus den Bayernligen Nord und Süd bewerben. Die Bewerber aus den beiden Bayernligen haben bis Freitag, den 27. März (12 Uhr) Zeit, ihre Unterlagen einzureichen. Gleiches gilt für die Drittligisten. Für die aktuellen Regionalligisten endet die Frist bereits am 2. März. „Grundvoraussetzung für das Spielrecht in der bayerischen Top-Liga ist die sportliche Qualifikation – zudem haben die Vereine infrastrukturelle, medientechnische, organisatorische und personelle Voraussetzungen zu erfüllen. Aus Kostengründen wird (...) keine explizite Wirtschaftlichkeitsprüfung vorgenommen“, teilt der BFV auf seiner Homepage mit.

Aus der Bayernliga Nord werden neben dem Oberpfälzer Trio aller Voraussicht nach der SC Eltersdorf und der FC Eintracht Bamberg sowie vermutlich auch der ATSV Erlangen ihre Bewerbungsunterlagen einreichen. Dazu kommt die Zweitvertretung des FC Ingolstadt 04. Der aktuelle Tabellendritte dürfte jedoch nur dann aufsteigen, wenn das Profiteam den Aufstieg in die 2. Bundesliga schaffen würde – ein unwahrscheinliches Szenario.