
Regen, Rasen, Raserei – Lingen teilt sich das Derby und den Schlamm
Wenn der TuS und der VfB in Lingen aufeinandertreffen, dann ist das kein normales Fußballspiel, das ist eine Familienfeier mit Ball. Nur dass man sich hier statt über das Erbe lieber über Zweikämpfe, Grätschen und Schiedsrichterentscheidungen streitet.

Auf tiefem Boden, aber hohem Niveau, wie Liveticker-Mann Markus Meer trocken notierte, entwickelte sich ein Derby, das mehr Wendungen hatte als eine Emsländer Landstraße. Erst zog der VfB davon, als Johannes Felker (26.) und Stefan Asmus (29.) das 0:2 besorgten. TuS wirkte in dieser Phase so, als wären die Stollen noch im Beton des frisch renovierten Hauptplatzes stecken geblieben.
Doch dann kam das, was man gemeinhin „Moral“ nennt und was in Lingen offenbar serienmäßig eingebaut ist. Hammacher verkürzte (39.), Vinayagakumar glich mit einem Ball von der Mittellinie aus (45’+3), ob gewollt oder nicht, bleibt sein Geheimnis, aber schön war’s allemal.
Nach dem Seitenwechsel drehte Hendrik Müller (53.) die Partie, ehe Asmus (56.) erneut traf, zum 3:3, das sich dann wie ein fairer Kompromiss zwischen Nachbarn anfühlte.
Dazwischen: viel Einsatz, noch mehr Gelbe Karten und am Ende eine Gelb-Rote für Kevin Siepker, der wohl einfach zu viel Derby im Blut hatte.
Markus Meer brachte’s nach Abpfiff auf den Punkt: „Ein Spiel auf tiefem Boden, aber hohem Niveau endet leistungsgerecht 3:3.“
Man hätte es auch anders sagen können: drei Tore pro Seite, kein Sieger, aber ein Haufen Geschichten, über die man beim nächsten Vereinsgrillen noch schmunzeln wird.
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Heede stolpert - Lathen kontert sich zum Auswärtssieg

Ein Nachmittag, der begann wie ein Heimatfilm und endete wie ein Actionstreifen: Heede legte los mit der Effizienz eines Uhrwerks, Lathen mit der Geduld eines Schachspielers. Am Ende stand ein 2:4 und viele Heeder, die sich fragten, wie man trotz Chancen im Minutentakt am Ende mit leeren Händen dastehen kann.
Schon nach 13 Minuten schien alles in Rot-Weiß getaucht: Christoph Andrees nimmt eine Hereingabe von Leo Ahrens an, behauptet sich gegen drei Mann und versenkt den Ball, klassischer Andrees, kurzer Prozess, 1:0. Der Sportplatz bebt, das Bier läuft, alles gut.
Doch kurz vor der Pause dann dieser Moment, der in Heede wohl noch in ein paar WhatsApp-Gruppen nachklingen dürfte: Chris Feringa gleicht aus, unter lautstarken Protesten, die Schiedsrichterentscheidung irgendwo zwischen „kann man geben“ und „ach, lass laufen“. 1:1 zur Halbzeit, und der Himmel öffnet passend dazu die Schleusen.
Nach Wiederanpfiff dann die ganz große Lathener Effektivität: Pascal Dickmann tanzt zwei Verteidiger aus, zieht aus 20 Metern ab - 1:2. Wenn Schönheit im Fußball gemessen würde, dieser Treffer bekäme eine Eins mit Sternchen. Kurz darauf wieder Feringa, diesmal per Seitfallzieher - 1:3. Der Mann scheint seine Tore aus dem Fußballmärchenbuch zu holen.
Heede versucht’s weiter, ackert, kämpft, verpasst. Rindler und Schulte lassen Chancen liegen, die normalerweise als Bewerbungsvideo für „Tor des Monats“ durchgehen würden. Erst Leo Ahrens bringt mit seinem 2:3 noch einmal Leben in den Hexenkessel - herrlich vollendet nach Vorarbeit von Linus Pott.
Doch wer dachte, hier geht noch was, bekam kurz darauf den Lathener Deckel serviert: Wieder Feringa, diesmal nach einem Abpraller - 2:4. Eiskalt. Kein Konjunktiv nötig.
Am Ende steht ein Spiel, das eigentlich kein Verlierer verdient hatte, außer eben Heede. Lathen nimmt die Punkte mit, Heede den Applaus für’s Spektakel. Und irgendwo zwischen Wind, Regen und Abseitsdiskussionen bleibt die Erkenntnis: Manchmal ist Fußball einfach kein Wunschkonzert.
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Nachspielzeit ist auch Spielzeit

SuS Rhede gegen den SV Flechum, das war kein Fußballspiel, das war ein Drama in vier Akten. Und mittendrin Max Robben, der im Liveticker alles festhielt: von den ersten Großchancen bis zur ganz großen Ernüchterung in der Nachspielzeit.
Zunächst hatte Flechum mehr vom Spiel, erarbeitete sich Chancen und ging folgerichtig durch Lukas Robben in Führung (36.). Der gleiche Spieler legte nach der Pause das 0:2 nach (56.). Rhede wackelte, aber fiel nicht. Im Gegenteil: Geiger (62.), Bruns (69.) und Harders (71.) drehten die Partie auf 3:2. Spätestens da glaubten viele an die große Wende.
Doch dann kam die Nachspielzeit. Erst glich Nils Gudewill zum 3:3 aus (90.+3), und während Rhede noch sortierte, legte er direkt nach Anstoß das 3:4 hinterher (90.+4). Ein Doppelschlag wie aus dem Nichts, aber eben auch der Lohn für Flechums Hartnäckigkeit. Auf der Bank: Ekstase. Auf Rheder Seite: Fassungslosigkeit.
„Unfassbares Spiel“, schrieb Max im Ticker. Man möchte hinzufügen: eins von der Sorte, die man nicht so schnell vergisst - egal, auf welcher Seite man stand.
Und bevor wir’s vergessen: Glückwunsch an Oliver Niesmann zur bestandenen B-Lizenz. Verdienter als so mancher Elfmeterpfiff an diesem Wochenende.
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Concordia-Frauen mit 9:2 ins Achtelfinale

Die Fußballerinnen von Concordia Emsbüren haben das Derby beim SV Suddendorf-Samern in der zweiten Runde des Bezirkspokals klar mit 9:2 gewonnen.
Nach einem frühen 0:2-Rückstand drehten die Emsbürenerinnen die Partie noch vor der Pause durch Treffer von Theresa Surmann, Tomke Buchalla und Lotta Tiebel. Im zweiten Durchgang bauten Ida Jansen (2), Tiebel, Sophie Fehren-Evering, Lotta Spies und Alessia da Silva Lopes das Ergebnis aus.
Mit dem Auswärtssieg zog die Mannschaft von Trainer Marcel Gebhardt ins Achtelfinale ein und trifft dort am 31. Oktober auf die SG Bohmte/Ostercappeln/Schwagstorf. Bereits am Sonntag steht das Landesliga-Spiel bei Blau-Weiß Lohne (12 Uhr) auf dem Programm.
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Vier Tore, ein Ticker, viele vergebene Chancen

Der Anpfiff kam ein wenig verspätet, aber Tinnen hatte es offenbar eilig. Schon nach fünf Minuten rauschte eine Flanke von Tobias Möhlenkamp in den Strafraum, und Steffen Sanders nickte zur frühen Führung ein. Zwei Minuten später legte Lennart Jänen aus der zweiten Reihe nach, in der zwölften Minute grätschte er dann auch noch den dritten Treffer über die Linie. Haren wirkte zu diesem Zeitpunkt, als hätten sie den Anpfiff immer noch verpasst.
Erst in Minute elf meldete sich die SG zum ersten Mal vor dem Tor, aber Tinner Keeper Keller hielt. Danach beruhigte sich die Partie kurz, bis zur Pause blieb es beim 0:3.
Nach Wiederanpfiff versuchte Haren, mehr zu investieren, aber der Druck hielt nicht lange. Stattdessen setzte Möhlenkamp in der 57. Minute den vierten Treffer, nach Vorlage von Jänen, der damit endgültig zum Dauernamen im Ticker wurde.
Das Bemerkenswerte: Tinnen erspielte sich Chancen im Akkord. Latte, Pfosten, Außennetz, fast alles wurde getroffen, nur nicht immer das Tor. Jonas Möhlenkamp kommentierte das trocken: „Langsam kriminell, dass es hier nur 4:0 steht.“
So blieb es bis tief in die Nachspielzeit bei diesem Spielstand, ehe Haren dann doch noch den Ehrentreffer bejubeln durfte. Nils Hagen traf in der 90.+3 Minute und verhinderte das zu-Null-Ergebnis, allerdings als buchstäblich letzte Aktion des Spiels.
Fazit: Tinnen klar überlegen, Chancen für ein zweistelliges Ergebnis wären da gewesen. Für Haren bleibt immerhin das späte Erfolgserlebnis. Und für uns: ein Liveticker von Jonas Möhlenkamp, der das einseitige Spiel mit feinem Humor begleitet hat.
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Dreimal Gröninger, einmal Tabellenführer

Manchmal reicht es, wenn einer so richtig Bock hat. In Wesuwe hieß dieser einer Henk-Darwin Gröninger. Kaum hatten die Zuschauer ihre Jacken zugezogen, stand es schon 1:0, nach drei Minuten war der Stürmer frei durch und vollstreckte eiskalt.
Und weil’s so schön war, legte er nach gut 20 Minuten direkt nach. Vorlage von Steffen Geers, Abschluss wieder souverän - 2:0. Ein Start, wie ihn sich die Gastgeber nur wünschen konnten. Papenburg dagegen brauchte eine ganze Weile, kam aber mit Standards gefährlich auf. Nach einer Stunde wurden die Mühen belohnt: Rene Wiepkes stieg am zweiten Pfosten hoch und köpfte zum 2:1-Anschluss ein.
Kurzzeitig wackelte Wesuwe, doch Gröninger hatte noch nicht genug. In der 73. Minute setzte er im Eins-gegen-eins den Deckel drauf, sein dritter Treffer, das 3:1, die Entscheidung.
Schiedsrichter Holger Hermes hatte in einem intensiven Spiel mit vielen kleinen Unterbrechungen alle Hände voll zu tun, behielt aber die Übersicht. Für Ordnung im Bericht sorgte wie gewohnt Dennis Koop im Liveticker, der die 90 Minuten mit viel Hingabe festhielt.
Am Ende durfte Wesuwe jubeln: Der Sieg bringt vorerst Tabellenplatz eins, während die DJK Eintracht Papenburg mit der roten Laterne im Gepäck nach Hause fuhr.