
Dabei zeigte sich die Mannschaft äußerst effektiv und legte vor allem kämpferisch eine tadellose Leistung hin. Florian Hansch hatte den ZFC in einer Zwickauer Druckphase in Führung gebracht, die Eric Stiller kurz vor der Halbzeit im Anschluss an einen Eckball mit einem Kopfballtreffer ausbauen konnte. Nach dem Seitenwechsel versuchten die favorisierten Gäste alles, um noch einmal zurückzukommen, hatten auch einige gute Möglichkeiten, doch sie bissen sich an dem gutstehenden Zipsendorfer Abwehrbollwerk immer wieder die Zähne aus. Andy Trübenbach erzielte mit seinem Freistoßtreffer zum 3:0 in der 86. Spielminute die Vorentscheidung, und Florian Hansch machte mit seinem 4:0 in der regulären Schlussminute endgültig den Deckel drauf.
BERICHT von Jörg Kaltofen / ZFC Meuselwitz
Nach dem Seitenwechsel kamen die Zwickauer besser aus der Kabine und drückten auf den Anschlusstreffer. Die Zipse verteidigte clever, bis in der 51. Minute plötzlich Veron Dobruna frei durch war und auf Lukas Sedlak zumarschierte. Mit einer Wahnsinnsparade vereitelte dieser die Riesenchance, der Nachschuss ging über das Tor. Wäre hier das 2:1 gefallen, hätte das Spiel eine andere Dynamik bekommen können. Die Gäste blieben dran und aktiv, doch nach und nach ließ der Druck nach. Zwar hatte Joshua Putze mit einem schönen Schuss noch eine gute Möglichkeit, doch die Kugel zischte knapp am Zipsendorfer Tor vorbei. Den Rest verteidigte die Mannschaft aufopferungsvoll oder die Abschlüsse der Gäste gingen daneben. In der Folge wechselten beide Teams. Für den ZFC kam unter anderem Luis Fischer in die Partie und hatte direkt die Gelegenheit zur Vorentscheidung: Nach einem Umschaltmoment bekam er mustergültig die Kugel serviert, verfehlte das Tor jedoch knapp (82.). Vier Minuten später gab es einen Freistoß in aussichtsreicher Position. Andy Trübenbach legte sich den Ball zurecht, und als die komplette Zwickauer Mauer hochsprang, zirkelte er den Ball darunter hindurch zum 3:0 (86.). Doch damit war noch nicht Schluss. In der 90. Minute legte Kapitän René Eckardt – ob gewollt oder nicht – perfekt für Florian Hansch auf, der sogar noch auf 4:0 erhöhte. Wenige Minuten später pfiff Schiedsrichter Tim Gerstenberger die Partie ab. Damit holte der ZFC drei weitere wichtige Punkte.
Fazit: Mit einem 4:0-Sieg gegen den Tabellenvierten hatte im Vorfeld kaum jemand gerechnet. Nach der langen Pflichtspielpause wusste niemand so recht, wo die Mannschaft steht. Umso bemerkenswerter war vor allem die kämpferische Leistung – eine echte Zipsendorfer Galavorstellung. Der ZFC ist nun Tabellenelfter und hat weitere Punkte auf die gefährliche Zone gutgemacht. Die Zwickauer wird diese Niederlage jedoch nicht aus der Bahn werfen; sie zählen weiterhin zu den Spitzenmannschaften der Liga.
Für den ZFC geht es nächste Woche mit dem Auswärtsspiel gegen Zehlendorf weiter. In der vergangenen Saison wurde noch im „Wohnzimmer“ Ernst-Reuter-Stadion gespielt, diesmal findet die Partie voraussichtlich in Lichterfelde statt. Der Anstoß soll am Sonntag, dem 01.02.2026, um 14 Uhr erfolgen.
Rico Schmitt (Trainer Zwickau): „Natürlich wollten wir hier auf der Glaserkuppe gewinnen. Doch unterm Strich haben wir gesehen, dass die Meuselwitzer den Sieg mehr wollten. Wir haben gerade in der ersten Halbzeit zu kompliziert gespielt und Meuselwitz hat das mit ihrer bekannten einfachen Spielweise gut gemacht. So bekommen wir gerade in unserer besten Phase das auch in der Entstehung ärgerliche Gegentor. Der zweite Gegentreffer mit dem Pausenpfiff hat uns dann eine richtige Hypothek mitgegeben. Dann haben wir in der 51. Minute unsere Topchance, da muss es 2:1 stehen. Da hätte das Spiel nochmal eine andere Dynamik bekommen. Wir hatten das Spiel bestimmt, hatten gute Abschlüsse, doch das Tor war vernagelt. Beim 3:0 hat Trübe uns ausgeguckt, das war schlau. Alle springen hoch und er schiebt den Ball unten durch. Und auch der letzte Gegentreffer darf so nicht passieren. Damit gehst du hier mit 0:4 runter – und das zurecht, denn es war keine gute Leistung.“
Georg-Martin Leopold (Trainer Meuselwitz): „So einen 4:0-Sieg habe ich hier noch nicht erlebt. Es waren sonst immer knappe Siege, weil alles hart erkämpft werden musste. Am Ende war der Sieg vielleicht etwas zu hoch, doch die kritischen Phasen beim Stand von 2:0 wurden gut überstanden und hinten heraus das Ergebnis noch in die Höhe geschraubt. Nach so einer langen Pause, in der sich jeder gefragt hat, wo man steht, mit so einem Statement hier herauszugehen und 4:0 gegen Zwickau zu gewinnen – dafür bin ich allen Beteiligten dankbar, vor allem der Mannschaft. Das war eine sehr reife Leistung. In der Vorbereitung sind viele Tore gefallen und heute sollte lieber ein Tor mehr gemacht werden, statt zu verwalten. Florian Hansch und Andy Trübenbach haben schon in den Testspielen getroffen und zeigen, dass die Mannschaft derzeit sehr effektiv vor dem Tor ist. Dass die Standards heute so gut funktioniert haben, freut zusätzlich. Dieses 4:0 wird hier noch lange in Erinnerung bleiben – zu kritisieren gibt es heute nichts.“