2026-05-15T09:36:57.455Z

Allgemeines

Ratingen 04/19: „Wollen das über die Ziellinie bringen“

Gewinnt Ratingen 04/19 am Sonntag bei der Holzheimer SG, verteidigt es die Tabellenspitze der Oberliga erneut. Das Ziel ist klar: Aufstieg in die Regionalliga. Doch in Neuss kann es auch gefährlich werden für den Favoriten.

von Georg Amend · Heute, 21:30 Uhr · 0 Leser
Apfeld will mit Ratingen weiter jubeln.
Apfeld will mit Ratingen weiter jubeln. – Foto: Markus Becker

Die Ausgangslage interessierte Damian Apfeld aber weniger: „Schlimmer wäre es, wenn das auch am Sonntagabend der Fall sein würde“, sagte der 04/19-Chefcoach vor der eigenen Partie am Sonntag (15 Uhr) bei der Holzheimer SG. Denn die Situation bleibt unverändert: Gewinnt Ratingen, können die Verfolger aus Hilden und Uerdingen – der KFC Uerdingen ging mit vier Punkten Rückstand in diesen Spieltag – machen, was sie wollen, dann bleibt 04/19 vorne im Kampf um den Aufstieg in die Regionalliga.

Generell müsse ja „jedes Spiel erst einmal gespielt werden“, sagte Apfeld und meinte damit auch das eigene beim immer noch vom Abstieg bedrohten Tabellenzehnten aus Neuss. „Holzheim ist sehr wechselhaft“, ergänzte der 04/19-Trainer mit Blick auf die jüngsten Ergebnisse: Ein 0:5 in Hilden, davor gab es Siege in Monheim (2:0) und Frintrop (1:0), wiederum davor Heimklatschen gegen SC St. Tönis (0:5) und den VfB Homberg (0:3) – im Heimspiel zuvor hatte Holzheim 04/19 noch einen Gefallen getan mit dem 3:2-Sieg gegen Uerdingen. Deshalb warnte Apfeld auch: „Es kann in Holzheim auch gefährlich werden für uns.“

Apfeld warnt vor Holzheims Offensivspiel

Personell untermauerte der Coach die Einschätzung über die Neusser: „Sie sind mit Oguz Ayan und Sakaki Ota vorne gut besetzt mit einer gewissen Erfahrung. Die haben sie vor allem auch im Tor mit Johannes Kultscher, der viele lange Bälle auf Ayan schlägt, die der gut festmacht und verteilt. Das kann auf dem engen Kunstrasenplatz noch einmal gefährlicher werden als auf unserem großen Rasenplatz, wo es in der Hinrunde ein 3:3 gab. Auch das zeigt: Wir müssen hoch konzentriert sein.“ Ende November war das, als die Ratinger aber auch gleich drei Geschenke verteilten, die Ayan zu drei Treffern – zwei davon per Handelfmeter – nutzte.

Man muss aber annehmen, dass 04/19 inzwischen weiter ist als in der Hinrunde, weswegen Apfeld vor allem betonte: „Holzheim ist das Eine, wir sind das Andere. Wir entscheiden mit unserer Qualität und Einstellung, wie das Spiel läuft. So selbstbewusst dürfen wir schon sein.“ Immerhin ist sein Team mit wenigen Ausnahmen schon die komplette Spielzeit ganz vorne in der Tabelle zu finden und will spätestens nach den drei noch ausstehenden Spieltagen dafür auch die Krönung in Form des Aufstiegs in die Regionalliga erhalten. „Am Ende wollen die Jungs das jetzt auch über die Ziellinie bringen“, sagte Apfeld.

Variabilität als Stärke im Saisonendspurt

Das hatte zuletzt nach dem 3:1-Heimsieg gegen den VfB Homberg auch Guiliano Zimmerling betont: „Wir wollen hoch“, hatte der Mittelfeld-Wirbler gesagt, den Apfeld für diese Partie überraschend als Rechtsverteidiger aufgeboten hatte statt des dort eigentlich gesetzten Bo Lasse Henrichs. „Es sind komplett andere Spielertypen, und für das Spiel haben wir uns etwas davon versprochen. Das heißt aber nicht, dass das die ganze Zeit so bleibt“, erklärte der Trainer nun und erinnerte an eine ähnliche Situation im linken Mittelfeld: „Da haben wir auch umgestellt mit Ali Hassan Hammoud für Umut Yildiz, und durch die Umstellung mit Guiliano hinten rechts ist Armin Deljkovic wieder in die Startelf gekommen. Dass wir da so variabel sein können, ist für uns im Trainerteam gut – wir können quasi nach Wochenform aufstellen.“

Für die Partie in Holzheim hat er bis auf den länger verletzten Jimmy Can Atila alle Mann dabei und damit „die Qual der Wahl“, nicht nur auf den Positionen des Rechtsverteidigers oder im linken offensiven Mittelfeld, sondern auch im Abwehrzentrum: Phil Spillmann hat seine Gelbsperre gegen Homberg abgesessen und könnte wieder in die Innenverteidigung rücken – in der Kapitän Gianluca Silberbach zuletzt aber auch einen guten Job gemacht hatte. „Wir haben einen guten Konkurrenzkampf – wenn der eine nicht kann, ist der andere direkt da“, sagte Apfeld dazu und ergänzte: „Natürlich will jeder gerne in die Startelf, dafür trainieren und spielen die Jungs ja. Aber man sieht ja auch nach Schlusspfiff, ob als Start- oder Einwechselspieler: Sie sind alle einverstanden, wenn es einen Sieg gab.“

Und gibt es den am Sonntag, ist die Tabellenspitze erneut verteidigt, unabhängig von den Ergebnissen der Konkurrenten. Es gibt schlechtere Aussichten.