2026-04-02T18:01:11.048Z

Allgemeines

Ratingen 04/19: Eingespielte Achse plus Variabilität

Obwohl es auf der Zielgeraden vor der Pause vier Unentschieden aus fünf Spielen gab, hat Ratingen 04/19 als souveräner Spitzenreiter der Oberliga überwintert. Zwei Faktoren machten das Team so stark. Der Wiederbeginn wird es aber in sich haben.

von Georg Amend · 07.01.2026, 23:00 Uhr · 0 Leser
Apfeld und Co starten in die Vorbereitung.
Apfeld und Co starten in die Vorbereitung. – Foto: IMAGO / Norbert Schulz

Drei Testspiele gegen Landesligisten hat Ratingen 04/19 für die Winter-Vorbereitung vereinbart: Am Sonntag kommt der VfB Speldorf in den Sportpark Götschenbeck (15 Uhr), am Mittwoch, 14. Januar der ESC Rellinghausen (19.30 Uhr) und am Sonntag darauf der 1. FC Wülfrath (15 Uhr).

Richtig in sich hat es für den Spitzenreiter dann aber der Wiederbeginn der Oberliga: Nach dem Heimspiel am Freitag, 30. Januar gegen den VfB 03 Hilden geht es zum SC St. Tönis, dann zum SV Blau-Weiß Dingden, bevor die SpVg. Schonnebeck in Ratingen gastiert – drei der Top Fünf der Liga fordern den Tabellenführer also gleich zum Neubeginn nach der Pause (siehe Info-Kasten).

Und dieses Trio war zum Saisonstart verantwortlich für immerhin zehn der nach 17 Spieltagen nun 26 Gegentore der Ratinger: In Hilden gab es zum Liga-Auftakt einen vogelwilden 5:4-Sieg für 04/19, es folgte ein 2:2 daheim gegen St. Tönis, und nach einem 3:0-Erfolg in Dingden gab es die erste Niederlage: Durch einen Treffer in der Nachspielzeit gewann Schonnebeck 4:3.

Danach stabilisierte sich die Ratinger Defensive, kassierte nur vier Gegentreffer in fünf Oberliga-Partien, gewann davon vier und blieb nur beim 0:1 bei den Sportfreunden Baumberg ohne eigenen Treffer. Das sollte die bis dato zweite Saisonniederlage bleiben – alle anderen Teams des Klassements haben mindestens vier Mal verloren, an die zehn Siege, die 04/19 in den 17 Partien der Hinrunde feierte, kam auch kein anderer Klub heran. Mitverantwortlich dafür war die beste Phase, als das Team von Trainer Damian Apfeld Siege einfuhr gegen den FC Büderich, beim SV Biemenhorst und gegen ETB Schwarz-Weiß Essen – mit 13:2 Treffern.

Jeder kann treffen

Auch wenn es auf der Zielgeraden vor dem Winter vier Unentschieden bei nur noch einem Sieg gab und auch wieder mehr Gegentreffer – immerhin zehn in diesen fünf Partien –, überwinterte Ratingen mit sechs Punkten Vorsprung auf Schonnebeck und dank des besten Angriffs der Liga mit der positivsten Tordifferenz des Klassements. Natürlich bergen die Gegner zum Wiederbeginn das Risiko, den Vorsprung gegen die direkte Konkurrenz einzubüßen – allerdings hat 04/19 in der Hinrunde zwei erfolgversprechende Faktoren kultiviert: Eingespieltheit und Variabilität.

Letzteres zeigt sich vor allem bei der Torausbeute des besten Angriffs: Der verteilt seine 50 Treffer auf sagenhafte 15 verschiedene Torschützen. Herausragend dabei ist Emre Demircan, der mit 13 Treffern die meisten der gesamten Oberliga beisammen hat – gemeinsam mit Biemenhorsts Luca Puhe, der dafür aber 17 Spiele zur Verfügung hatte, während der Ratinger in Baumberg fehlte. Bester Vorbereiter von 04/19 ist der zweitbeste Torschütze des Teams: Stürmer Sven Kreyer hat zu seinen neun Saisontreffern acht weitere vorbereitet. Ebenfalls ein Ausdruck der Variabilität: Die Ratinger treffen sowohl aus dem Spiel heraus, nach Umschaltsituationen oder Spielzügen als auch per Standard – auch darum sind bis auf die Torhüter alle Mannschaftsteile in der Torproduktion mit eingebunden.

Die Qualität ist stark

Nächster Punkt: Apfeld kann auf allen Positionen wechseln, ohne große Qualitätsverluste im Spiel hinnehmen zu müssen. Der Akteur mit den meisten Joker-Einsätzen in dieser Saison ist Georgios Touloupis: In 13 von 15 Partien kam der Offensivmann von der Bank und schaffte in „nur“ 302 Spielminuten auf immerhin drei Treffer und zwei Vorlagen. Zweithäufigster Joker ist Cem Sabanci, dem bei zehn Einwechslungen in zwölf Partien noch vier Treffer und eine Vorlage in 316 Spielminuten gelangen. Weniger Zeit auf dem Platz hatten von den Feldspielern nur Fabrizio Fili (109 Minuten), Edin Hadzibajramovic (33) und Nachwuchsmann Eleftherios Vasileiadis (13).

Die Maximalzeit in der Oberliga hat Torwart Marvin Gomoluch gesammelt mit 1530 Minuten in den 17 Spielen, nur knapp dahinter rangiert Rechtsverteidiger Bo Lasse Henrichs mit 1454 Minuten. Es folgen Stürmer Kreyer (1303), Regisseur Demircan (1294) und dann Innenverteidiger Almedin Gusic (1260), Multi-Talent Armin Deljkovic (1183), Kapitän Gianluca Silberbach und Linksverteidiger Jimmy Can Atila (je 1174). An der 1000er-Marke kratzen Clinton Asare (917) und Ali Hassan Hammoud (909). Das zeigt: Die Ratinger haben eine einspielte Achse, über die sie hinaus aber stets nachlegen können. Es gibt schlechtere Voraussetzungen.