
Das Oberpfalz-Derby der DJK Gebenbach gegen den SSV Jahn Regensburg II (1:1) in der Bayernliga Nord sorgt im Nachgang für Gesprächsstoff. Allerdings weniger aus sportlichen Gesichtspunkten. Wie FuPa bereits am Samstagabend erfahren hatte, soll ein Regensburger Spieler während des Spiels von einem Akteur der DJK rassistisch beleidigt worden sein. Nach Spielende soll ein Zuschauer besagten Jahn-Spieler mit dem „N-Wort“ beleidigt haben. Schwere Anschuldigungen, zu denen jetzt beide Vereine Stellung beziehen.
Der SSV Jahn Regensburg äußert sich in einer offiziellen Stellungnahme wie folgt: „Wir können bestätigen, dass ein Spieler der U21 des SSV Jahn Regensburg im vergangenen Auswärtsspiel in Gebenbach kurz vor Ende der regulären Spielzeit von einem Gegenspieler rassistisch beleidigt wurde. Der Spieler des SSV Jahn benachrichtigte das Schiedsrichtergespann daraufhin über den Vorfall. Der Schiedsrichter hat den Rassismus-Vorfall im elektronischen Spielbericht (ESB) vermerkt und damit an den Bayerischen Fußball-Verband (BFV) übermittelt. Dort wird eine Aufarbeitung durch das Sportgericht des BFV erfolgen.“ Zur vermeintlichen Rassismus-Beleidigung von Seiten eines Zuschauers teilt der Gastverein mit: „Zudem wurde von anwesenden Zuschauern im Nachgang berichtet, dass auch aus dem Zuschauerbereich rassistische Aussagen in Bezug auf den Jahn-Spieler fielen.“ Abschließend heißt es: „Wir bitten um Verständnis, dass wir zu weiteren Details in diesen Vorfällen keine Stellung nehmen werden.“
Erdal Izmire, Sportlicher Leiter der DJK Gebenbach, möchte eingangs betont wissen: „Grundsätzlich muss man sagen, dass die DJK Gebenbach definitiv für Vielfalt steht. Anhand unseres Kaders kann man erkennen, dass wir ein Verein sind, der tolerant gegenüber allen Nationen ist. Deshalb hat mich das schon getroffen.“ Izmire selbst hat am Samstag nichts vernommen. Sofort sei Ursachenforschung betrieben worden: „Wir haben uns nach dem Spiel mit unserem Spieler und mit dem SSV Jahn unterhalten sowie die Video-Cam ausgewertet, ob man hier etwas hören kann. Das war nicht der Fall. Etwas anderes wäre es gewesen, wenn der Schiedsrichter oder der Linienrichter etwas vernommen hätten. Doch auch das war nicht der Fall.“ Die DJK stellt sich schützend hinter ihren Spieler: „Ich kenne ihn seit Jahren. Er ist absolut vorbildlich und weltoffen. Aus der Vergangenheit sind nicht ansatzweise eklige Aussagen bekannt. Zu hundert Prozent muss ich mich hinter meinen Spieler stellen. Für den Spieler des SSV Jahn tut es mir leid. Dass es so weit geht, dass es rassistisch wird – das will und kann ich nicht glauben. Wir sind überzeugt von unseren Spielern, dass so etwas nicht fallen würde.“ Was die mutmaßliche Beleidigung von Zuschauerseite aus angeht, erklärt der Gebenbacher Sportchef: „Wir haben keinerlei Information, ob sowas gefallen ist und wer sowas gesagt haben könnte. Auch von Regensburger Seite gab es keine konkreten Informationen.“
Schiedsrichter der Begegnung war Johannes Roth. Der Niederbayer hat nach dem Spiel zu den Vorfällen einen Sonderbericht verfasst, der dem BFV vorliegt. Zu diesem Bericht hat sich die DJK Gebenbach bereits gegenüber dem Verband geäußert. Gegenwärtig liegt der Spielball beim Verband, der die Stellungnahmen beider Vereine prüft. Womöglich wird es eine Verhandlung vor dem Sportgericht geben.